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ABU Aktuell

Gehölzarbeiten in der Woeste

In der Woeste bei Ostinghausen finden zur Zeit umfangreiche Gehölzarbeiten statt. Dafür soll die derzeitige Trockenheit ausgenutzt werden. Zur Pflege des Gebietes werden von der FA. Gebrüder Schulte aufkommende Weidengebüsche entfernt. Die Maßnahme wurde von der Gemeinde Bad Sassendorf beauftragt und erfolgt in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Soest. Sie wird von der ABU begleitet. Die Naturschutzgebiet Woeste ist Lebensraum für zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere. Viele Vögel benötigen offene Wasserflächen, und Libellen und Amphibien brauchen offene und besonnte Gewässer. Zur Erhaltung dieser Lebensräume soll der Offenlandcharakter des Gebiets wie in vielen anderen Naturschutzgebieten durch geeignete Pflegemaßnahmen gewahrt bleiben. Dafür werden in der Woeste die Wasserbüffel als große Pflanzenfresser eingesetzt. Durch ihren Verbiss entsteht ein abwechslungsreiches Mosaik aus kurzrasigen und höher aufwachsenden Bereichen. Dennoch können auch sie das Aufkommen von Bäumen und Büschen nicht vollständig verhindern. Durch die Entbuschung wird wieder offener Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen. Die Natur wird sich sehr schnell von den auf dem ersten Blick „katastophalen“ Eingriff erholen. (Ralf Joest).

In der Woeste drohen einige wertvolle Kleingewässer langsam durch Weiden zuzuwachsen (Ralf Joest)Einige Gewässer sind vollstänig trocken gefallen (Ralf Joest).  Die Trockenheit begünstigt die Durchführung der Pflegemaßnahmen (Ralf Joest)Einige Bereiche der Woeste sollen in einer größeren Maßnahme entbuscht werden (Ralf Joest)Die ansässigen Landschaftspfleger schauen neugierig zu (Ralf Joest)Auch die Wasserbüffel helfen mit und fressen gerne das Laub der gefällten Weiden (ralf Joest).

Projekt des Monats im Integrierten LIFE-Projekt Sandlandschaften

Knoblauchkröte (L. Hauswirth)Förderung und Entwicklung von Lebensräumen für die Knoblauchkröte in der Lippeaue
Schon in den 80er Jahren haben sich die jungen „Aktivisten“ der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz am Brandscherenteich bei Bad Waldliesborn des Samstags zu einer umfangreichen Entschlammungsaktion im Handbetrieb zusammengefunden. Der große künstliche Teich liegt in der Nähe der Glenne inmitten eines Sanddünenfeldes am auslaufenden Sennezug. Nicht auszuschließen, dass es dem ein oder anderen Helfer nicht bloß um die Verbesserung der Lebensräume heimischer Amphibien ging, sondern auch darum, die zu erwartende abschließenden Schlammschlacht nicht zu verpassen. Für diesen Zweck hatten unsere Mütter eine extra Kleiderkiste mit den schäbigsten Teilen vorgehalten. Der ehemalige Feuerlöschteich an der Alten Schule war unter Naturschützern schon lange als wertvoller Lebensraum seltener Pflanzen- und Tierarten wie das Sumpfblutauge und die Knoblauchkröte bekannt.

35 Jahre später spielt diese Art wieder eine Rolle bei der Arbeit der ABU: Mittlerweile wird die Knoblauchkröte sogar europaweit als so selten eingeschätzt, dass sie als Anhang IV-Art der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie besonderen Schutz genießt und mit erheblichen finanziellen und logistischen Aufwand wieder aus dieser prekären Lage herausgebracht werden soll. Obwohl der Kreis Soest nur kleinräumig über „Sandlandschaften“ verfügt, haben sich die Biologische Station der ABU und der Kreis Soest 2015 angesichts des Vorkommens der Knoblauchkröte für eine Teilnahme an einem integrierten LIFE-Projekt „Sandlandschaften“ der EU beworben und sind nun in der Lage über dieses großräumige Projekt auch Amphibienarten mit Biotop gestaltenden und Population stützenden Maßnahmen zu fördern.

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Ein Dackelfresser-Wels

ist das noch nicht, aber wenn er noch ein bisschen wächst, kann er auch Dackel am Wasser packen. Er ist jedenfalls mit 119 cm der größte Wels, den wir jemals gefangen haben. Die große Lippebefischung von der Quelle bei Paderborn bis zur Mündung in den Rhein bei Wesel hat wieder begonnen. Und neben zwei anderen Elektrofischereiteams ist auch das Team der ABU wieder dabei. Der Wels wurde im Rahmen dieser Fischuntersuchung in der Lippe bei Hamm von uns gefangen. Wie viele tausend andere Fische wurde er vermessen und wieder in die Lippe zurückgesetzt. Über 90 % der gefangene Fische sind allerdings kleiner als 10 cm. Die Untersuchung soll klären, welche Fischarten wo in der Lippe vorkommen und sich vermehren und welche Gewässerstrukturen und Eigenschaften damit in Zusammenhang stehen.

 Kleinere Wasservögel kann solch ein Wels sicherlich packen (M. Scharf) 119 cm ist schon ein gutes Maß für Welse (M.Scharf) Auch die Rinder interessieren sich für die Lippe (M. Scharf)

ABU Kindergruppe auf Fledermausjagd

Einer der schönsten Orte für die Fledermausbeobachtung im Kreis ist das alte Wehr bei Benninghausen. Drei Lippearme mit viel Wasser und jede Menge Insekten von den angrenzenden Rinderweiden locken die Fledermäse an. Und sich bei Dunkelheit bei den vielen kleinen Trampelpfaden über die Inseln zwischen den Lippearmen zurecht zu finden, ist ein kleines Abenteuer. Mit Dr. Vierhaus als Fledermausexperten zog daher die Kindergruppe entlang der Lippearme, um dort Fledermäuse zu suchen. Mit dem Bat-Detector waren dort auch unterschiedliche Arten zu hören. Im Licht der Taschenlampen waren sie auch je nach Art direkt über dem Wasser oder hoch über uns zu beobachten. Zwergfledermaus, Abendsegler und Wasserfledermaus waren in etlichen Exemplaren zu sehen und zu hören.

In der Dunkelheit ist der Weg über die Lippearme nicht ganz einfach. Eine alte Kanuschleuse versperrt den Weg.(M. Scharf) Mit dem Bat Detector kann man die Fledermäuse hören. (M. Scharf)Mit etwas Geschick und starken Taschenlampen kann man den Flug der Fledermäuse über dem Wasser verfolgen. (M. Scharf)Eine von Dr. Vierhaus gepflegte Zwergfledermaus war auch dabei. (M. Scharf)

"Frische" Blänke für die Ahsewiesen

In den letzten Tagen fanden wieder Optimierungsarbeiten in den Ahsewiesen statt. Ein Bagger arbeitete im Kernbereich des Gebietes, Dumper transportierten Boden. Wozu? Nach über 25 Jahren sind einige der früher einmal angelegten Blänken - flache Geländemulden, in denen bis in den Sommer Wasser steht - "gealtert", sie sind stark zugewachsen und für die Vögel kaum noch nutzbar. Wie bereits in den Vorjahren an anderen Stellen wurde jetzt wieder eine 1990/1991 angelegte Blänke in einen "frischen" Zustand gebracht. Die Grasnarbe wurde abgezogen und die Ufer abgeflacht, damit sie ggfs. gut gemäht werden können. Zuvor wurden Vorkommen einer bemerkenswerten Pflanzenart entnommen und an eine andere Stelle im Gebiet eingepflanzt. Mit den ersten stärkeren Niederschlägen wird sich die Blänke mit Wasser füllen. Die vegetationsarme Wasserfläche kann im nächsten Frühjahr wieder von Vögeln wie dem Großen Brachvogel oder Kiebitz gut genutzt werden.

Diese über 25 Jahre alte Blänke war stark zugewachsen (Foto: B. Beckers)Eine bemerkenswerte Pflanzenart wird umgepflanzt. (Foto: B. Beckers)Die Blänke nach der Maßnahme (Foto: B. Beckers)

Weihen-Brutsaison 2018

Erneut verminderte sich der Brutbestand der Wiesenweihe in den Hellwegbörden, nun auf nur noch 16 Brutpaare in diesem Jahr. Damit lag er in den letzten vier Jahren jeweils unter 21 Brutpaaren. Vier der Erstbrutplätze lagen im Jahr 2018 außerhalb der Abgrenzung des EU-Vogelschutzgebietes (VSG) Hellwegbörde, allein drei westlich von Salzkotten.
Wie in den beiden Vorjahren brütete ein Wiesenweihenpaar weit nördlich des gewöhnlichen Brutareals bei Schachtrup. Auffällig ist die Ausdünnung des Brutbestandes im westlichen VSG Hellwegbörde: nur noch fünf Paare brüteten zwischen Schwefe und Erwitte.

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"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.