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ABU Aktuell

Falsch verstandene Tierliebe?

Eines der überlebenden Tiere wird eingefangen (Foto: P. Salm)Dienstag mittag musste die ABU einen wirklich unschönen Einsatz zur Rettung einiger Saatkrähen durchführen. Am Montag morgen erreichte uns ein Notruf des Besitzers eines Stalles, den dieser vermietet hatte. Er informierte uns, dass sein Mieter in diesem Stall Saatkrähen hält, weil er die aus dem Nest gefallenen Jungvögel retten wollte. Nun war der Mieter seit fast drei Wochen verschwunden und hatte die Tiere ihrem Schicksal überlassen. Einige Dosen Katzenfutter hat er noch für den Vermieter da gelassen, mit denen dieser die Tiere alle paar Tage füttert. Die ABU infomierte umgehend die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Soest und das Veterinäramt.

Bei einer Kontrolle am Montag Abend stellte sich heraus, dass der Stall, der im übrigen für die Anzahl der Tiere viel zu klein ist, total verdreckt war. Nur drei von ursprünglich 11 Tieren lebten noch. Am Dienstag mittag fand dann ein Termin mit Unterer Naturschutzbehörde und Veterinäramt vor Ort statt. Unser Tierarzt Dr. Dieter Hegemann konnte dabei die drei noch lebenden Tiere einfangen. Die tote Tieren wurden vom Veterinäramt mitgenommen und werden untersucht werden. Sie waren stark untergewichtig, das Gefieder teils sehr kaputt. Eines der Tiere hat die folgende Nacht leider nicht überlebt. Die anderen beiden haben aber gute Chancen.  Der Mieter, der im übrigen immer noch verschwunden ist, wird sich nun für seine Tat verantworten müssen.

In diesem Stall wurden die Tiere gehalten (Foto: P. Salm)Dieser Vogel hat überlebt und wird jetzt von Dr. Hegemann aufgepäppelt (Foto: D. Hegemann)

Insekten in der Pöppelsche

Am Samstagnachmittag (27. Juli) traf sich eine kleine Gruppe von ABU-lern in der Pöppelsche. Ziel war es Eindrücke von der dortigen Insektenwelt zu bekommen. Obwohl die derzeitigen Bedingungen dafür - die große Trockenheit und Armut an blühenden Pflanzen - nicht gerade günstig waren, reichte es für einige interessante Beobachtungen. Schmetterlinge waren kaum vertreten, dafür entdeckten wir eine Grabwespenart, die bisher im westfälischen Tiefland noch nicht bekannt war. Insgesamt wurde deutlich, dass eine eingehendere Untersuchung der Insektenwelt der Pöppelsche lohnend sein dürfte und für die Charakterisierung des Gebietes sogar als notwendig erscheint (H. Vierhaus)

Welches Insekt wird da gerade betrachtet? (P. Roffmann)Das Bodennest einer 'Gemeinen Wespe', deren Augen die Mandibeln berühren, fanden wir ohne dass wir gestochen wurden (H. Vierhaus)Ein "Geistergrashüpfer", vermutlich ein farbstoffarmer Brauner Grashüpfer (H. Vierhaus)Die Larven dieser Raupenfliege (wohl Eriothrix rufomaculatus) entwickeln sich u. a. in Raupen von Kleinschmetterlingen (A.  Langenbach)Diese kleine Grabwespe, Entomognathus brevis (die ihre Larven mit kleinen Käfern versorgt) wurde noch nicht in unserer Region nachgewiesen (H. Vierhaus).

Neue Libellenart für den Kreis Soest - Gabel-Azurjungfer

Bei der diesjährigen Erfassungen der Libellen in der Ollen Wiese bei Stirpe und der Woeste bei Ostinghausen konnte mit der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum) eine neue Libellenart für den Kreis Soest nachgewiesen werden. Nachdem Natalia Jaworski bereits am 13.6. ein Männchen in der Ollen Wiese fotografiert hatte, fand Andreas Rödel am 2.7. mehrere Männchen in der Woeste. Hier wurden am 18.7. auch mehrere Paare bei der Eiablage beobachtet. Aus beiden Gebieten liegen noch weitere Funde vor. Die Gabel-Azurjungfer ist eine bei uns sehr seltene Kleinlibelle aus dem Mittelmeer-Raum, die ihr Areal offenbar nach Norden und Osten ausdeht. Damit steht sie in der Reihe anderer Wärme liebende Arten wie die Feuerlibelle, die sich im Zuge der Klimaerwärmung schon seit Ende der 1990er Jahre bei uns etabliert haben. Diese Beispiele zeigen, wie mobile Arten durch Arealverschiebungen auf den Klimawandel reagieren können, sofern ihnen geignete Lebensräume zur Verfügung stehen. Auch hierfür ist die Erhaltung unserer Feuchtgebiete von großer Bedeutung. Im Libellenatlas für NRW wurden bis zum erscheinen im Jahr 2016 nur wenige Fundpunkte der Gabel-Azurjungfer im westlichen Rheinland und der Senne genannt. Die Gabel Azurjungfer bevorzugt flache, gut besonnte Stillgewässer mit dichter Wasserpflanzendecke. Genau solche Bedingungen findet sie an den aktuellen Fundorten in der Woeste und der Ollen Wiese (N. Jaworski, R. Joest, A. Rödel).

Männchen der Gabel-Azurjungfer in der Woeste (Andreas Rödel)Weibchen der Gabel-Azurjungfer zur Dokumentation vorrübergehend gefangen in der Ollen Wiese (Ralf Joest)Gabel-Azurjungfer Paar bei der Eiablage (Ralf Joest)Flache Kleingewässer mit vielen Wasserpflanzen werden von der Gabel-Azurjungfer besiedelt (Ralf Joest).

Exkursion zu den jungen Weihen

Am kommenden Samstag, dem 27.7.2019 führen Hubertus Illner und Christian Härting von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz zu den jungen Wiesen- und Rohrweihen in der Hellwegbörde. Die seltenen Greifvögel brüten in Getreidefeldern. Bei der Ernte haben die Landwirte Schutzzonen ausgespart, so dass die Jungvögel ungestört flügge werden konnten. Auf der etwa dreistündigen Fahrt mit Beobachtungsstopps können die Beuteübergaben der jagenden Altvögel und erste Flugversuche der Jungvögel beobachtet werden. Daneben sind sicherlich weitere Greifvögel wie Rotmilane, Schwarzmilane oder Turmfalken zu sehen. Treffpunkt ist um 14:00 an der Biologischen Station der ABU in Bad Sassendorf Lohne. Hier werden Fahrgemeinschaften in PKWs gebildet.

Bei der Exkursion in die Hellwegbörde werden wir Wiesenweihen, hier ein Männchen, beobachten können (Foto: M. Bunzel-Drüke)

Exkursion zu den Libellen in der Lippeaue

Am kommenden Samstag, dem 20. Juli 2019 laden Birgit Göckede und Ralf Joest große und kleine Naturfreunde zu einer Exkursion zu den Libellen in der renaturierten Lippeaue in der Klostermersch ein. In den Kleingewässern der Aue und an der Lippe haben sich zahlreiche Libellenarten eingefunden. Auf der Tümpelexkursion für die ganze Familie werden aber auch andere Tiere der sommerlichen Feuchtgebiete aus der Nähe betrachtet. Bitte Ferngläser und ggf. eigene Kescher und Becherlupen sowie angepasste Kleidung mitbringen. Treffpunkt ist um 14:00 an der Kirche in Benninghausen (Dorfstraße/Schelhasseweg).

Die seltene Grüne Flussjungfer ist an der renaturierten Lippe wieder heimisch (Ralf Joest).Die Wärme liebende Feuerlibelle kommt inzwischen regelmäßig in der Lippeaue vor (ralf Joest)

Neues aus der Insektenwelt im Kreis Soest

Es gibt nicht nur schlechte Nachrichten über die Insektenwelt im Kreis Soest. Und ein Garten mit einem großen Blütenangebot mag schon für Überraschungen sorgen. So konnte Ute Buschhaus in ihrem Soester Garten eine Heuschrecken-Sandwespe, Sphex funerarius,  fotografieren. Diese eindrucksvolle Grabwespenart wurde in Westfalen bisher nur ausnahmsweise festgestellt.Offenbar breitet sich diese Art, die ihre Brut mit Heuschrecken versorgt,  z. Z. in Deutschland nach Norden aus. Das Bienenhotel vor der Biologischen Station der ABU in Lohne zeigt welche Bedeutung solche Nistangebote haben. Bei anhaltendem Sonnenschein lassen sich hier sehr viele schwärmende Insekten beobachten. Außer den kleinen Löcherbienen und den ihre Bruten parasitierenden Keulenhornwespen sind es z. Z. auch einzelne, zarte Gichtwespen. Diese Art "beglückt" ebenfalls die Nester von Wildbienenarten mit ihren Eiern. Neuerdings nutzen auch Mörtelbienen dieses Quartierangebot und prompt stellte sich eine Kegelbiene ein, die in die noch nicht endgültig zugemauerten Brutzellen der Mörtelbienen ihre Eier unterbringen wollte. Bei dieser Kegelbiene handelt es sich wohl um die Art Coelioxys aurolimbatus, die auf die Platterbsen-Mörtelbiene, Megachile ericetorum, spezialisiert ist. Diese brutparasitsische Art ist bisher in unserer Region unbekannt (H. Vierhaus).

Ein Weibchen der Heuschrecken-Sandwespe auf Origanum-Blüten (U. Buschhaus)Die Heuschrecken-Sandwespe, Sphex funerarius, in Soest (Ute Buschhaus)Gicht- oder Schmalbauchwespe mit kurzem Legestachel: Gasteruption assectator, in Lohne  (H. Vierhaus)Eine Platterbsen-Mörtelbiene (Megachile ericetorum) am Insektenhotel der ABU (H. Vierhaus)Die neugierige Kegelbiene, wahrscheinlich Coelioxys aurolimbatus, am Mörtelbienenquartier (H. Vierhaus)

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Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.