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ABU Aktuell

11. Niedersächsischer Wiesenweihen-Workshop

Am 8. Oktober 2016 trafen sich auf Einladung von Katja Behm (niedersächsische Vogelschutzwarte) rund 50 an der Wiesenweihe Interessierte in Hannover. In Vorträgen und Diskussionsbeiträgen wurde deutlich, dass nicht nur in Niedersachsen sondern fast überall in Deutschland die Brutbestände in diesem Jahr stark zurückgingen. In Niedersachsen wurde im Jahr 2003 ein landesweites Schutzprogramm für die Wiesenweihe aufgelegt. Seitdem werden die Getreidebrutplätze durch Schutzzonen vor dem Mähtod bewahrt. In niedersächsischen Küstenraum zeichnet sich eine Ausdünnung der Brutbestandes ab (K. Behm), wie es auch schon in Nordfriesland der Fall ist. Auch im Landkreis Aurich zeigt sich eine deutliche Bestandsabnahme (M. Boekhoff): 2016 gab es nur noch zwei erfolglose Bruten, bei denen es Verdachtsmomente für menschliche Störungen wegen Windkraftplanungen gab. In Lüchow-Dannenberg, wo Stefan Beilke schon lange erfolgreich Nestschutz betreibt, sieht die Situation besser aus. Die derzeit größte niedersächsische Teilpopulation in der Diepholzer Moorniederung ist durch Windenergieanlagen (WEA) gefährdet (L. Boldt & F. Niemeyer).

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Unser erster Wels

Einmal ist immer das erste Mal und unser (Margret, Olaf und Matthias) erstes Mal hat sehr lange auf sich warten lassen. Wir haben in der Elbe gefischt, in der Sieg und in der Lippe sowie in diversen kleineren Flüssen im Kreis Soest und Umgebung. Wir haben in den letzten dreißig Jahren bestimmt eine Million Fische gefangen, vermessen und bestimmt. Aber es war kein Wels dabei. Die Angler berichteten von Welsen in der Lippe und in den Baggerseen, aber das war natürlich keine Hilfe, denn bei uns lies sich kein Wels blicken. Wir wollten uns schon Welse bei einem Fischzüchter ausleihen, um sie anzuschauen und zu fotografieren. Aber das wäre schon sehr unsportlich gewesen. Aber jetzt hat es ein Ende damit. Wir haben in der Lippe im Kreis Unna gleich mehrere Welse gefangen. Die durch warmes Kraftwerkswasser aufgeheizte Lippe gefällt den Welsen offensichtlich gut, denn sie sahen wohlgenährt und gesund aus. Im Kreis Soest ist das Wasser der Lippe recht kalt, so dass dieser Lippeabschnitt für Welse ungeeignet ist. In die Lippe ist er vermutlich nicht natürlich vorkommend und erst durch Besatz hinein gelangt. Er ist mit etwa 1,5 Metern maximaler Länge unser größter reiner Süsswasserfisch, wobei es auch Gerüchte über bis zu drei Metern lange Exemplare gibt. (Matthias Scharf)

Wels (M. Scharf)Wels (M. Scharf)Wels (M. Scharf)

Trockenheit

Die außergewöhnliche Trockenheit hinterlässt in den Flussauen und Feuchtgebieten unübersehbar ihre Spuren. Von der beliebten Beobachtungshütte in der Disselmersch aus ist kein Wasser mehr zu sehen. Trockenrisse durchziehen den Gewässerboden. Die große Blänke nahe der B475 ist bis auf eine kleine Pfütze geschrumpft. Erstaunlicherweise hat das Gewässer im Westen der Ahsewiesen nocht releativ viel Wasser. Offenbar steht das Grundwasser hier selbst nach wochenlanger Dürre recht hoch an. Der verschlossene Erleytalgraben jedoch, der die Ahsewiesen in Ost-West-Richtung durchzieht, ist nahezu ausgetrocknet. Wenn es nicht bald ergiebig regnet, werden die Kraniche auf ihrem Herbstzug im Kreis Soest kaum geeignete Übernachtungsplätze finden. J. Drüke, 3.10.2016
Aus der Beobachtungshütte heraus macht die Lippeaue in der Disselmersch einen ausgedörrten Eindruck. 3.10.2016. (J. Drüke)Blick von der Brücke der B475 aus nach Westen auf die Disselmersch. 3.10.2016. (J.Drüke)Blick aus der Beobachtungshütte im Westen der Ahsewiesen. Nur 3 Krickenten und eine Handvoll Bachstelzen hielten sich hier noch auf. 3.10.2016. (J. Drüke)Normalerweise ist der angestaute, ehemalige Entwässerungsgraben gut gefüllt. Nun präsentiert er sich nahezu ausgetrocknet. 3.10.2016. (J. Drüke)

Ausstellungseröffnung "Rotes Sofa" im Forum NRW in Düsseldorf

Der Fotokünstler Horst Wackerbarth hat mit seinem Roten Sofa 53 Länder der Welt bereist und ist jetzt wieder zurück in NRW, um hier zum Thema Heimat eine neue Serie zu produzieren.
Anlass sind der 70. Geburtstag des Landes Nordrhein-Westfalen und und der 30. der Nordrhein-Westfalen- Stiftung. Daher hat er ein fotokünstlerisches Portrait NRWs erstellt, das landestypische Themen, Menschen und Orte, aber auch die Besonderheiten und Eigenarten in NRW vorstellt. Dafür reist er ein Jahr lang durch alle Regionen Nordrhein-Westfalens, um mit seiner Roten Couch besonders typische und besonders markante Orte und Menschen in Szene zu setzen. Im Kreis Soest besuchte er die Gebiete der NRW Stiftung in der Lippeaue, um hier die wilden Rinder und Pferde der ABU zu fotografieren. Sein zweites Thema im Kreis Soest sind die Windkraftanlagen auf dem Haarstrang. Auf dem Roten Sofa hat er dort die traurigen Reste der von den Windkraftanlagen getöteten Greifvögel porträtiert.


Die Ausstellung und das gesamte Projekt wird durch das Land NRW und die NRW-Stiftung finanziert. Nach der Eröffnung im Forum NRW wird sie an weiteren Orten präsentiert. Im Netz sind alle Bilder und weitere Informationen unter heimat.nrw zu finden. 

 Laura in der Lippeaue (Horst Wackerbarth)Matthias Scharf in der Lippeaue (Horst Wackerbarth)Windpark Anröchte (Horst Wackerbarth)

Ein Wasserschwein

Schweine gibt es auch unter Wasser. Zumindest ähnliche Tiere. Karpfen gründeln sich dort durch den Schlamm und haben so eine ähnliche Lebensweise wie die Wildschweine an Land. Auch ihre Körperfform lässt manchmal an ein Schwein denken - insbesondere wenn sie aussehen wie das Exeplar auf dem Foto. Wir haben ihn im Rahmen unseres Fischmonitorings in einem Teich in der Lippeaue gefangen, der aufgrund der trockenen Witterung bis auf einen kleinen Rest ausgetrocknet war. Die Wassertiefe war so gering, dass der Karpfen kaum noch aufrecht schwimmen konnte. Karpfen sind allerdings gut an derartige Extreme mit Sauerstoffmangel und hohen Temperaturen angepasst, so dass wir ihn wieder in den Teich gesetzt haben. Mit nur wenigen Schuppen auf der Rückenlinie handelt es sich um einen Lederkarpfen, eine Zuchtform, der fast alle Schuppen weggezüchtet wurden, um sie besser verzehren zu können. (Matthias Scharf)

Karpfen M. Scharf)Karpfen (M. Scharf)

Superschleie und Dackelhecht

Nach der Lippe werden aktuell Tümpel und Altarme durch die AbU befischt. Eine typische Art der Stillgewässer ist die Schleie (Foto 1), die auch in verschlammten Gewässern mit Sauerstoffdefiziten gut zurecht kommt. Mit über 50 cm Länge hat diese Schleie ein Rekordmaß, was man nur in den seltensten Fällen bei Schleien vorfindet. Der Hecht auf dem zweiten Foto hat noch nicht ganz die Größe seiner Kollegen, die angeblich auch schonmal badende Dackel fressen. Aber wenn er noch einige Zentimeter wächst, wird er einem badenden Dackel sicher auch gefährlich. Neben derartig großen Hechten haben wir aber auch etliche Hechte von etwa 10 cm Länge gefangen, die in diesem Jahr geschlüpft sind. Durch Hochwasser im nächsten Winter können sie weider in die Lippe gelangen, um dort als großer Raubfisch für Unruhe unter Rotaugen und Haseln zu sorgen. (Matthias Scharf)

Schleie (L. Brackelmann)Hecht (L. Brackelmann)

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Säugetiere in Eulengewöllen

"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.