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ABU Aktuell

Neuigkeiten von den Zwerggänsen

"Unsere" Zwerggänse in Schweden (Quelle: Newsletter des schwedischen Zwerggansprojektes)Von den Zwerggänsen, die im Kreis Soest überwintert haben, gibt es Neuigkeiten: Mitte Mai wurden 23(!) der 24 Zwerggänse in Ammernäs in Schweden gesichtet. Das Flussdelta in Ammarnäs ist einer der wichtigsten Frühlingsrastplätze der Zwerggänse, bevor sie zum Brüten ins Fjäll fliegen. "Unsere" Zwerggänse haben sich dort mit anderen getroffen, die z.T. in den Niederlanden überwintert haben. Die Junggänse haben also den Weg in den Raum, in dem sie geboren wurden, zurück gefunden. Im ersten Sommer werden sie noch nicht brüten. Wir sind gespannt, ob sie im nächsten Herbst wieder in die Lippeaue zum Überwintern zurückkehren.

Aktive Seidenbienen

Im Sand einer nicht genutzten Sprunggrube auf dem Sportplatz von Horn graben Wildbienen und Wespenarten ihre Brutkammern. Das sind die den Honigbienen ähnelnden Seidenbienen, denen aber die Körbchen zum Pollensammeln an den Hinterbeinen fehlen und die einen glänzend schwarzen Hinterleib haben. Diese Art heißt Seidenbiene, weil sie die unterirdischen Bruträume mit einem seidenartigen Gespinst auskleidet. Die deutlich kleineren Silbermundwespen, die hier ebenfalls die Brutkammern für ihren Nachwuchs anlegen, tragen kleine Fliegen als Proviant für ihre Larven ein (H. Vierhaus).

Eine Seidenbiene (Colletes cunicularius) sucht den Zugang zu ihrer Nistkammer (H. Vierhaus)Eine Silbermundwespe läuft nervös auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz umher (H. Vierhaus)Jetzt klärt sich, warum diese Grabwespenart Silbermundwespe heißt (H. Vierhaus)Dieses Männchen mit der merkwürdigen Verbreiterung an den Vorderbeinen lässt schließlich die Artbestimmung 'Crabro peltarius' zu (H. Vierhaus)

Schwertlilienblüte in der Klostermersch

Aktuell und vermutlich nur noch einige Tage kann man in der Klostermerschein ein großes Feld mit blühenden Schwertlilien bewundern. Bei Eickelborn geht eine Fußgängerbrücke über die Lippe, von der man dieses eindrucksvolle Schauspiel nördlich der Lippe bewundern kann. Dort ist auch direkt an der Brücke ein Aussichtshügel mit Blick auf ein brütendes Storchenpaar. Die Schwertlilien schmecken den dort weidenden Rindern nicht so gut, so dass sie sich ungestört über fast einen halben Hektar ausbreiten konnten. Wie ein kleines gelbes Meer inmitten der grünen Wiesen haben die Schwertlilien den etwas tieferen und feuchten Bereich erobert. (M. Scharf)

Den Auerochsen der ABU schmecken die Schwertlilien nicht gut, so dass sie ungestört eine großen Bereich erobern konnten (M. Scharf)Schwertlilien mit violett blühendem Beinwell im Vordergrund (M. Scharf)

Überlasst die Jungvögel ihren Eltern!

Immer wieder werden der ABU gerade aus dem Nestlingsstadium entwachsene Jungvögel gebracht. Sind diese an der Ahse in Lohne flügge gewordenen Gebirgsstelzen wirklich so hilflos wie sie aussehen? Nein, sie können bereits bestens fliegen. Die Geschwister haben sich entlang des Baches auf einer Strecke von über 100 Metern verteilt und werden noch viele Tage von den Eltern gefüttert, bis schließlich ihr Gefieder völlig ausgewachsen ist. Jungvögel in diesem Stadium sind also keine Findelkinder, die von Menschen aufgepäppelt werden müssen. Nein, das sollte man den Vogeleltern überlassen, die sich natürlich nicht so unvorsichtig verhalten, wie ihr Nachwuchs. Jedoch kann es schon mal nötig sein solch ein unerfahrenes Vögelchen aufzunehmen und in die Deckung eines Busches zu setzen. Vater und Mutter werden es ganz sicher finden und weiter füttern (H. Vierhaus) .

Eine gerade ausgeflogene Gebirgsstelze wartet auf der Fensterbank auf die Eltern (H. Vierhaus)Das andere Geschwisterchen ist von der langen Warterei etwas müde geworden (H. Vierhaus)Das Gebirgstelzen-Männchen wartet auf die Gelegenheit ungestört einen Jungvogel zu füttern (H. Vierhaus)

Naturführer-Lehrgang gestartet

Blick auf die Kleintierfauna der Bachsohle der Ahse (Foto: J. Drüke)Bei hervorragendem Wetter trafen sich letztes Wochenende die zukünftigen Natur- und Landschaftsführer der LEADER Region Lippe-Möhnesee zu ihrem ersten Lehrgangswochenende bei der ABU.

Nach einer Einführung von Frau Dr. Gertrud Hein von der Natur- und Umweltschutzakademie und Petra Salm, Projektleiterin bei der ABU, am Freitag ging es am Samstag vornehmlich um das Thema Gewässer in der Region. Joachim Drüke, Vorsitzender der ABU, und Olaf Zimball illustrierten auf spannende Weise die Themen Gewässertypen, Gewässerschutz, Renaturierung sowie Tiere und Pflanzen der Gewässer. Birgit Beckers brachte den Teilnehmern dann die Vogelwelt der Auen und der Feuchtwiesen nahe.

Nachmittags ging es bei herrlichen Sonnenschein raus an die Gewässer. Von der Kleintierfauna der Bachsohle der Ahse über die renaturierte Lippe bis zu den Brut- und Rastvögeln reichte das Spektrum dessen, was man bei der Exkursion bestaunen konnte.

Der Sonntag war dann den Themen Boden, Geologie, Grünland, Niedermoore und Feldlandschaften gewidmet. Dr. Frank Erlach und Carsten Rocholl führten „in den Untergrund“ und brachten auch gleich Anschauungsmaterial mit. Was ist eine Feuchtwiese und was ein Trockenrasen und wieso gibt es in unserer Region Niedermoore? Diese Themen wurden von Luise Hauswirth anschaulich erklärt, bevor der Nachmittag den Feldlandschaften gewidmet wurde.

Warum unsere Ackerlandschaften für Flora und Fauna wichtig sind und was man zum Erhalt der Vielfalt in der Hellwegbörde machen muss, erläuterte Dr. Ralf Joest in einem spannenden Vortrag und draußen in der Feldflur bei der anschließenden Exkursion. Den Abschluss bildete der Ausflug in das Kleinod der Gemeinde Bad Sassendorf, das Niedermoor Woeste bei Bettinghausen.

Alles in allem ein sehr erlebnisreiches und lehrreiches Wochenende, resümierten die Teilnehmer einvernehmlich am Sonntagabend. Und, so ein Teilnehmer, „wir sind bereits an dem ersten Wochenende zu einer tollen Gruppe zusammen gewachsen".

Vortrag über Wiesenvögel von Birgit Beckers (Foto: J. Drüke)Anschließend konnten die Vögel in den Ahsewiesen beobachtet werden (Foto: P. Salm)Gegen Ende des ersten Tages ging es in die Klostermersch (Foto: R. Vierhaus)Am Sonntag befassten sich die Teilnehmer unter Leitung von Dr. Ralf Joest mit den Feldlandschaften (Foto: R. Vierhaus)

Das Rennen um die Vögel - Birdrace im Kreis Soest

Das Team "Birding to Hellweg" in der Hellwegbörde (von links nach rechts Marvin Fehn, Christian Härting, Fabian Karwinkel, Niklas Kolbe)  (Foto: C. Härting)In Deutschland gibt es rund 280 regelmäßige Brutvogelarten. Hinzu kommen Durchzügler und seltene Ausnahmeerscheinungen. Insgesamt eine große Vielfalt an Vogelarten! Diese Vielfalt gilt es beim Birdrace am ersten Maiwochenende jeden Jahres vor das Fernglas zu bekommen. Das Rennen startet ab Mitternacht und beobachtet werden darf im jeweiligen Kreis. Im Vordergrund stehen der Spaß und Nervenkitzel beim Zusammensuchen der Arten. Seit 2004 wird das Birdrace vom Dachverband Deutscher Avifaunisten organisiert (DDA). Beim diesjährigen Birdrace gingen deutschlandweit rund 350 Teams mit über 1200 Teilnehmern an den Start.

Der Kreis Soest bietet mit Lippeaue, Hellwegbörde und Arnsberger Wald eine reiche Palette an unterschiedlichen Lebensräumen und hat damit ein hohes Potential für viele Vogelarten. In diesem Jahr trat das Team „Birding to Hellweg“ im Kreis Soest an. Das Rennen begann gegen 3 Uhr nachts im Arnsberger Wald, führte über den Möhnesee und den Kleiberg in die Lippeaue von Lippborg bis Lippstadt, weiter in die Hellwegbörde von Geseke bis Erwitte und endete schließlich um 22 Uhr im Kurpark von Bad Sassendorf. Insgesamt konnte das Team 119 Vogelarten beobachten – von Allerweltsarten bis hin zu Highlights wie Sperlingskauz und Trauerseeschwalben. Insgesamt ist der Kreis Soest mit seinen vielfältigen Lebensräumen und abwechslungsreichen Naturschutzgebieten ein spannendes Gebiet zum Beobachten und Entdecken der heimischen Vogelwelt! Die Liste mit 119 Arten in diesem Jahr kann in den nächsten Jahren sicherlich noch getoppt werden (C. Härting).

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Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.