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ABU Aktuell

"Einlieferungen" in der ABU

Am Gründonnerstag gelangt ein überfahrener Biber aus der Lippe endlich ins Naturkundemuseum in Münster. Das Tier wurde bereits am 7. April in Lippstadt auf der Marktstraße, wohin es sich offensichtlich verirrt hatte, von einem Auto erfasst! Über die Lippstädter Feuerwehr und schließlich die Naturschutzbehörde des Kreises kam der Biber in die Biostation, wo er erstmal eingefroren wurde. Dieses Tier ist der dritte Biber, der  zwischen Hamm und Lippstadt in den vergangenen zwei Jahren Opfer des Straßenverkehrs wurde.

Fast geichzeitig kam ein flugunfähiger Uhu nach Lohne, der in einem Garten in Anröchte Zuflucht gesucht hatte.

Und schließlich holten wir an einem der zurückliegenden nasskalten Tage eine klamme Rauhautfledermaus aus dem Lippstädter Tierheim ab. Schon nach zwei Tagen war das Tierchen wieder so fit, dass es in Lohne frei gelassen werden konnte (H. Vierhaus).

Hoffentlich ist dieser Biber aus Lippstadt noch zu präparieren (H. Vierhaus)Der Uhu aus Anröchte wird in der Biostation gesund gepflegt (H. Vierhaus)Dass das keine Zwerg- sondern eine Rauhautfledermaus (aus Lippstadt) ist, verrät das helle Bauchfell (H. Vierhaus)

Erste besenderte Wiesenweihe nördlich der Sahara

Es blieb eine Weile still, aber jetzt gibt es gute Nachrichten: Die ersten beiden unserer Senderweihen haben die Sahara überquert! Es geht um Raymond und Heinz - beides Brutvögel aus Nordrhein-Westfalen (D).

Raymond kam am Samstag, dem 13. April in Marokko an. Nach dem letzten Update blieb er noch zwei Wochen in Südmali. Er flog etwas weiter nördlich in Mali und machte einen kurzen Zwischenstopp in der Nähe des inneren Nigers. Sein Flug über die Sahara begann am 8. April und dauerte fünf Tage.

Heinz kam auch in Marokko an, das war heute am 15. April. In der letzten Aktualisierung von Mitte März schien es, als würde er bereits nach Norden fliegen, doch er blieb schließlich bis zum 7. April in seinem Wintergebiet in Westmali. Es dauerte 8 Tage, bis er die Sahara überwunden hatte. Und für die letzte Etappe ist er sogar durch die Nacht geflogen: zwischen halb acht gestern Nacht (14. April) und fünf Uhr heute morgen legte er 300 km zurück!

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Naturführungen der LEADER-Region online buchen

screenshot NatufuehrerNachdem die ABU im Rahmen eines LEADER Projektes der Region Lippe-Möhnesee im letzten Jahr 23 zertifizierte Natur- und Landschaftsführer in Zusammenarbeit mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW sowie den Kollegen der Biologischen Stationen Paderborn und der NABU Naturschutzstation Münsterland für die LEADER Region ausgebildet hat, wurden die letzten Monate dazu genutzt, ein festes Angebot an Führungen für die Region aufzubauen. Neben einigen Fortbildungen und Exkursionen, die im Rahmen des LEADER Projektes bei der ABU durchgeführt wurden, ist im Laufe des Winters auch ein Internetauftritt entstanden, über den Interessierte sich ab sofort für die Führungen anmelden können. Unter www.natur-fuehrung.de können Besucher und Bewohner der Region sehen, welche Führungen die Naturführer in den nächsten Monaten anbieten.

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Graureiher gesucht !?!

Graureiherkolonie am Wietin (Ralf Joest)Die ABU wurde von der Vogelschutzwarte im LANUV um Unterstützung bei der Erfassung der Graureiher-Kolonien im Kreis Soest gebeten. Wir bitten daher alle Vogelbeobachter im Kreisgebiet, uns Hinweise auf konkrete Brutvorkommen im Kreisgebiet zu geben, am besten in einer kurzen Mail mit Ortsbezeichnung oder Karte und gezählter/geschätzter Zahl der aktuell besetzten Nester an r.joest@abu-naturschutz.de

LIFE Bovar: Erste Maßnahmen im Kreis Soest

Seit gut einem Jahr läuft das LIFE Projekt Bovar und im Kreis Soest konnten wir im Winterhalbjahr 2019/19 die ersten Maßnahmen zur Optimierung des Lebensraumes für die Gelbbauchunke in den drei Projektgebieten im Kreis Soest umsetzen. Mehr zum LIFE Projekt finden Sie HIER. Im Pöppelsche Tal wurde ein stark zugewachsener Kalkmagerrasen entbuscht und stellt jetzt wieder einen geeigneten Landlebensraum für Amphibien dar. Hier werden in den nächsten Jahren diverse Kleinstgewässer angelegt, welche die Unken als Lebensraum und zur Fortpflanzung nutzen. Im Gebiet Muckenbruch wurde eine Fläche gemulcht, auch hier werden in nächster Zeit neue kleine Tümpel angelegt. Auf dem Kleiberg bei Büecke wurden Kleinstgewässer mithilfe von Fahrspuren durch schwer beladene Schlepper angelegt. Hierbei wird kleinflächig der Boden verdichtet. Die Vertiefungen können sich nach einem Regenschauer mit Wasser füllen und bieten den Unken einen optimalen Lebensraum. 

Im Pöppelsche Tal wurde der stark zugewachsene Kalkmagerrasen entbuscht (Foto: C. Härting)Im Muckenbruch kam ein Mulchroboter zum Einsatz (Foto: C. Härting)Mit Schleppern wurden verdichtete Fahrspuren gefahren, welche später optimale Lebensräume für die Gelbbauchunke sind (Foto: C. Härting)

Wildbienenlebensräume

Bereits kleine sich selbst überlassene Flächen können wertvolle Lebensräume für Insekten sein. So ist eine freiliegende Lehmschicht am Soester Aldegreverwall von Wildbienennestern durchlöchert. Trauerbienen fliegen dort an warmen Nachmittagen umher und suchen die Nester von Pelzbienen, in denen sie, kuckucksgleich, ihre Eier unterbringen wollen. Ein Regenrückhaltebecken zwischen Bad Sassendorf und Lohne ist ebenfalls ein Wildbienenparadies. Schließlich lassen sich auch im eigenen, "nicht mit der Zahnbürste gepflegten" Garten interessante Insekten beobachten.

Wie ich eben in der Tageszeitung lese ist die mit Pelz und Hörnchen versehene Rostrote Mauerbiene, Osmia bicornis, zum Insekt des Jahres 2019 erklärt worden. Hörnchen auf der Stirn hat auch die tatsächlich fuchsrot gefärbte 'Gehörnte Mauerbiene', Osmia cornuta. (Das irritierende Namenswirrwarr muss man leider hinnehmen.) An der Lehmpartie des Aldegreverwalls war letztere auch zu beobachten. Diese beiden Arten sind glücklicherweise nicht ganz selten. Sehr befremdlich erscheint allerdings, dass z. Z. künstlich vermehrte Mauerbienen vermarktet werden. Und dieser fragwürdige Eingriff in Wildbienen-Lebensgemeinschaften geschieht wieder nur mit der kommerziellen Begründung, dass diese gezüchteten Wildbienen (ein Widerspruch in sich?) die Bestäubung der Obstbäume verbessern (H. Vierhaus).

Hoffentlich bleibt diese offenen Lehmpartie am Aldergreverwall für die Wildbienen erhalten (H. Vierhaus)Die auffällig gefärbten Trauerbienen sind Brutparasiten bei Pelzbienen (H. Vierhaus)Offenbar hatten die Pelzbienen bereits ihre Nester gebaut und bezogen, denn von ihnen war nichts zu sehen (H. Vierhaus)Batman, oder was? flog vor der Wallmauer umher: es ist ein Tagpfauenauge (H. Vierhaus)Der offene Boden in diesem Regenrückhaltebecken beherbergt zahlreiche Wildbienennester (H. Vierhaus)Die Aschgraue Sandbiene ist z. Z. besonders häufig und auffällig (H. Vierhaus)Frühlings-Seidenbienen, eine hier ebenfalls gut vertretene Art, bei der Paarung (H. Vierhaus)Aber potenzielle "Beutegreifer" wie dieser Feld-Sandlaufkäfer sind auch schon unterwegs (H. Vierhaus)Diese hübsche Zweifarbige Sandbiene wurde an der Hauswand in Lohne fotografiert (H. Vierhaus)Eindrucksvoll sind die riesigen Augen eines Schwebfliegen -Männchens, Syrphus ribesii (H. Vierhaus)Insekt des Jahres 2019, die Rostrote Mauerbiene, Osmia bicornis (H. Vierhaus)Ein Männchen (hornlos) der Gehörnten Mauerbiene, Osmia cornuta, an der Lohner Mühle (H. Vierhaus)

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Säugetiere in Eulengewöllen

"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.