Fische und Rundmäuler

Kommentierte Artenliste

Die nachfolgende Liste enthält 47 Arten. Die Angaben beziehen sich auf den Kreis Soest. Ursprünglich einheimisch sind wahrscheinlich 32 Arten, davon sind heute noch 27 Arten vorhanden; der Schneider Alburnoides bipunctatus wurde wiederangesiedelt. Es wurden 15 wahrscheinlich nicht einheimische Arten nachgewiesen, davon 7 mit Fortpflanzung. Nähere Angaben finden Sie unter den einzelnen Artnamen.
Grundlage sind Literaturangaben, zahlreiche Bestandserhebungen und Befischungen von Mitarbeitern der ABU, die Auswertung von ca. 100 Gewöllproben von Bruten des Eisvogels Alcedo atthis sowie Angaben von Dritten.

Bachneunauge
Lampetra planeri
Einheimisch; ursprünglich wahrscheinlich in nahezu allen Fließgewässern des Sauerlandes und in den am Haarstrang entspringenden Bächen, heute im Sauerland Verbreitungslücken, im Flachland nur noch in wenigen Bachsystemen (Geseker Bach, Gieseler, Blögge), seit etwa 10 Jahren vermehrt in der Lippe auftretend.

Flussneunauge Lampetra fluviatilis
Einheimisch; Ursprünglich in Lippe und Ruhr; verschollen; Rückkehr in die Lippe nach der Beseitigung der letzten flussabwärts gelegenen Wanderungshindernisse zu erwarten.

Stör Acipenser sturio
einheimisch; keine historischen Nachweise aus dem Kreis Soest, aber aus flussabwärts gelegenen Lippeabschnitten, so dass Laichwanderungen bis ins Kreisgebiet hinein möglich scheinen; verschollen.

Kleine Maräne Coregonus albula
nicht einheimisch; ein auf Besatzmaßnahmen zurückgehender, sich selbst erhaltender Bestand in der Möhnetalsperre.

Blaufelchen Coregonus lavaretus
nicht einheimsich; Besatzmaßnahmen mit unbekanntem Ausgang in einem Baggersee bei Lippstadt.

Äsche Thymallus thymallus
einheimisch; im Sauerland in der Möhne, seltener in dem im Kreisgebiet liegenden Abschnitt der Ruhr; im Flachland in geringer Dichte in der Lippe und im Unterlauf der Gieseler; Besatz und natürliche Fortpflanzung.

Forelle (Bach- und Meerforelle) Salmo trutta
einheimisch; ursprünglich in nahezu allen Fließgewässern des Sauerlandes und in den am Haarstrang entsprin-genden Bächen; heute Verbreitungslücken durch aktuelle oder ehemalige Wasserverschmutzung, Wanderungs-hindernisse, im Mittelgebirge auch Versauerung; Besatzmaßnahmen mit Eiern, Jungtieren und fangfertigen Fischen in großem Umfang.

Lachs Salmo salar
einheimisch; ursprünglich in der Ruhr häufig; mit Ausnahme eines Nachweises aus der Lippe im Jahr 1999 keine sicheren Nachweise; verschollen.

Bachsaibling Salvelinus fontinalis
nicht einheimisch; selten in Forellenteichen, heute offenbar nicht mehr als Besatzfisch verwendet; vereinzelt im Sauerland nachgewiesen.

Regenbogenforelle Oncorhynchus mykiss
nicht einheimisch; als Besatzfisch bei einigen Angelvereinen noch immer beliebt, außerdem häufiger Mastfisch in Forellenteichen; weit verbreitet, erfreulicherweise mit stark abnehmender Tendenz; keine Fortpflanzungsnachweise.

Hecht Esox lucius
einheimisch; in größeren Fließ- und Stillgewässern des Sauer- und Flachlandes weit verbreitet, regelmäßige Besatzmaßnahmen, aber auch natürliche Fortpflanzung.

Aland, Orfe Leuciscus idus
nicht einheimisch?; mit Fischbesatz eingeführt, auch von Gartenteichbesitzern "ausgewildert" (Goldorfe); Nachweise in verschiedenen Stillgewässern (meist als Goldorfe) und vereinzelt in Lippe und Ahse.

Barbe Barbus barbus
einheimisch; Bestände in nicht allzu hoher Dichte in Ruhr, Möhne und Lippe.

Blaubandbärbling Pseudorasbora parva
nicht einheimisch; mit Fischbesatz oder durch Aquarianer eingeschleppt; sich fortpflanzende, aber offenbar nicht stabile Bestände in wenigen Kleingewässern in der Lippeaue.

Bitterling Rhodeus sericeus amarus
einheimisch; keine historischen Belege aus dem Kreis Soest, aber aus dem Gebiet der benachbarten Stadt Hamm; nur wenige Einzelnachweise aus dem Flachland, möglicherweise alle auf freigelassene Aquarien- oder Gartenteichfische bzw. erfolglose Wiederansiedlungsversuche durch Angler zurückgehend.

Brachsen, Brassen Abramis brama
einheimisch; in den größeren Fließ- und Stillgewässern weit verbreitet, auch durch Besatz; u.a. in der Möhnetalsperre häufig.

Döbel Leuciscus cephalus
einheimisch; in den größeren Fließgewässern sowohl des Sauerlandes als auch des Flachlandes weit verbreitet und häufig.

Elritze Phoxinus phoxinus
einheimisch; einst weiter verbreitet als heute; in Möhne, Ruhr und einigen ihrer Zuflüsse mäßig häufig; nördlich des Haarstrangs sich selbst erhaltende Bestände nur aus dem Gieseler-System bekannt.

Giebel, Goldfisch Carassius gibelio/auratus
nicht einheimisch; als Besatzfisch und von Gartenteichbesitzern verbreitet; zahlreiche sich fortpflanzende Populationen.

Graskarpfen, Weißer Amur Ctenopharyngodon idella
nicht einheimisch; als Besatzfisch hin und wieder in Stillgewässern; keine Fortpflanzung.

Gründling Gobio gobio
einheimisch; in Fließgewässern der Barben- und Brachsenregion (Ruhr, untere Möhne, Lippe, untere Ahse) häufig.

Güster Abramis bjoerkna
einheimisch; relativ selten in Lippe- und Ahseaue, häufiger in der durch Kraftwerkskühlwasser erwärmten Lippe flussabwärts von Schmehausen (Kraftwerk Westfalen).

Hasel Leuciscus leuciscus
einheimisch; in den größeren Fließgewässern des Sauer- und Flachlandes in mäßiger Dichte.

Karausche Carassius carassius
einheimisch?; nur im Flachland Einzelnachweise, die eventuell auf Besatzmaßnahmen zurückgehen, bisher le-diglich in zwei Stillgewässern (alte Gräfte und Lippealtwasser) sich fortpflanzende Populationen festgestellt.

Karpfen Cyprinus carpio
nicht einheimisch?; regelmäßiger Besatz in zahlreichen Gewässern des Sauerlandes und des Flachlandes, stellenweise natürliche Fortpflanzung.

Moderlieschen Leucaspius delineatus
einheimisch; als Pionier in z.T. hohen Dichten in Stillgewässern der Lippe- und Ahseaue; im Sauerland als Beu-tefisch des Eisvogels an mehreren Stellen nachgewiesen; von Anglern und Gartenteichbesitzern in zahlreichen Gewässern eingesetzt.

Nase Chondrostoma nasus
einheimisch; nur noch in geringer Dichte in der Lippe, ursprünglich auch in der Ruhr.

Rapfen Aspius aspius
nicht einheimisch; als Besatzfisch (unabsichtlich?) angesiedelt; Nachweise in geringer Zahl aus der Lippe, auch mit Fortpflanzung.

Rotauge Rutilus rutilus
einheimisch; weit verbreitet in Fließ- und Stillgewässern des Sauer- und Flachlandes, eine der häufigsten Arten.

Rotfeder Scardinius erythrophthalmus
einheimisch; ursprünglich eventuell nur im Flachland, heute durch Besatzmaßnahmen in zahlreichen Stillgewäs-sern des Sauer- und Flachlandes, größere Populationen aber selten.

Schleie Tinca tinca
einheimisch; ursprüngliche Verbreitung wahrscheinlich in Stillgewässern der Lippe- und Ahseaue, heute durch Besatzmaßnahmen in zahlreichen Altarmen, Teichen und Baggerseen des Sauer- und Flachlandes, auch in der Möhnetalsperre.

Schneider Alburnoides bipunctatus
einheimisch; wahrscheinlich verschollen, jedoch nach Besatzmaßnahmen 1991 in der Lippe östlich Lippstadt mehrfach Nachweise von jeweils wenigen Individuen, auch mit Fortpflanzung.

Silberkarpfen Hypophthalmichthys molitrix
nicht einheimisch; als Besatzfisch hin und wieder in Stillgewässern; keine Fortpflanzung.

Ukelei Alburnus alburnus
einheimisch; in hoher Dichte in der durch Kraftwerkskühlwasser erwärmten Lippe flussabwärts von Schmehau-sen (Kraftwerk Westfalen), in geringer Dichte in der Lippe flussaufwärts des Kraftwerkes.

Guppy Poecilia reticulatus
nicht einheimisch; Aquarienfisch; ein Nachweis aus der Lippe.

Schlammpeitzger Misgurnus fossilis
einheimisch; keine historischen Nachweise aus dem Kreis Soest, aber aus dem damals besser untersuchten Gebiet der Stadt Hamm; heute dort und im Kreis Soest keine Vorkommen bekannt; verschollen.

Schmerle Barbatula barbatula
einheimisch; in flachen, nicht zu kühlen Fließgewässern des Sauerlandes und des Flachlandes relativ weit verbreitet; hohe Bestandsdichten z.B. in der Ruhr, in dem renaturierten Lippeabschnitt in der Klostermersch und in einigen Bächen.

Steinbeißer Cobitis taenia
einheimisch; ursprüngliche Verbreitung unbekannt; kleine, sich fortpflanzende Bestände bisher nur in der Lippe und in einem Lippealtarm nachgewiesen.

Aal Anguilla anguilla
einheimisch; weit verbreitet im Sauerland und Flachland, in Fließ- und Stillgewässern; regelmäßiger Besatz; stellenweise häufig (z.B. ausgebaute Abschnitte von Lippe und Möhne), möglicherweise jedoch mit Tendenz zur Abnahme.

Quappe Lota lota
einheimisch; nur noch selten in der Lippeaue und einigen Lippezuflüssen, ursprünglich auch im Ruhreinzugsge-biet vorkommend.

Flußbarsch Perca fluviatilis
einheimisch; weit verbreitet in größeren Fließ- und Stillgewässern des Sauerlandes und des Flachlandes, u.a. in der Möhnetalsperre häufig.

Kaulbarsch Gymnocephalus cernuus
einheimisch; kommt in Ruhr, Lippe und Möhnetalsperre vor.

Zander Sander lucioperca
nicht einheimisch; regelmäßiger Besatz; Bestände - zumindest teilweise mit Fortpflanzung - u.a. in Lippe, Möhnetalsperre und einigen Baggerseen.

Gemeiner Sonnenbarsch Lepomis gibbosus
nicht einheimisch; wahrscheinlich durch Aquarianer und Gartenteichbesitzer verbreitet; sich fortpflanzende Bestände in wenigen Kleingewässern und in der durch Kraftwerkskühlwasser erwärmten Lippe flussabwärts von Schmehausen (Kraftwerk Westfalen).

Wels Silurus glanis
wahrscheinlich nicht einheimisch; seltener Besatzfisch, hin und wieder in Fischteichen gehalten; Nachweise aus Möhnetalsperre, Lippe, Ahse und einigen Baggerseen; offenbar keine Fortpflanzung.

Groppe, Koppe Cottus gobio
einheimisch; in den Fließgewässern des Sauerlandes noch recht weit verbreitet und z.T. mit hohen Bestandsdich-ten; im Flachland ursprünglich wahrscheinlich in den meisten Karstquellbächen des Haarstrangs, heute nur noch in einigen Bachsystemen (Geseker Bach, Gieseler, Blögge, Salzbach); in geringer Dichte auch in der Lippe.

Dreistachliger Stichling Gasterosteus aculeatus
einheimisch; im Sauerland in Ruhr- und Möhneaue und in einigen kleineren Bächen, im Flachland in kleinen Fließ- und Stillgewässern weit verbreitet, in konkurrenzarmen Gewässern (z.B. verschmutzten Bächen) oft in sehr hohen Dichten.

Zwergstichling, Neunstachliger Stichling Pungitius pungitius
einheimisch; im Flachland in kleinen Fließ- und Stillgewässern weit verbreitet, als Pionier in neu entstandenen Auentümpeln manchmal in hohen Dichten.

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