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Kritik an Repoweringstudie

Im November 2012 wurde der Abschlussbericht "Modellhafte Untersuchungen zu den Auswirkungen des Repowerings von Windenergieanlagen auf verschiedene Vogelarten am Beispiel der Hellwegbörde" öffentlich (Autoren: ecoda UMWELTGUTACHTEN , Dortmund und Ingenieurbüro Dr. Loske, Salzkotten-Verlar; gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt).
Das übergeordnete Ziel dieser Studie war „….durch die Analyse systematisch erhobener Daten den Erkenntnisstand über etwaige Auswirkungen von WEA auf bestimmte Vogelarten zu verbessern und die Auswirkungen eines Repowerings von Altanlagen abzuschätzen. Dazu werden verschiedene Teilaspekte bearbeitet, in denen ein etwaiges Meideverhalten von Vögeln gegenüber WEA, welches zu einem Lebensraumverlust führen kann, und die Kollisionsgefahr an WEA untersucht wurde“ (Zitat Seite I-1 der Studie).
Zu dem Gutachten im Auftrag von "Energie: Erneuerbar und Effizient e. V." verfasste die ABU eine detaillierte naturschutzfachliche Stellungnahme (Download hier), die sich wie folgt zusammenfassen läßt:
Umfang und Qualität der ausgewerteten Freilanddaten sind überwiegend nicht dazu geeignet, weitreichende, generalisierende Schlussfolgerungen zu ziehen, und die Datenauswertung ist nicht auf diese methodischen Einschränkungen ausgerichtet. Dies wird besonders deutlich bei dem Thema Flughöhen und dem daraus abgeleiteten theoretischen Kollisionsrisiko einzelner Vogelarten an verschieden großen Windenergieanlagen.

Lediglich in dem Untersuchungsteil „Wiesenweihen und Windenergienutzung“ konnte mit den Erfassungsdaten der ABU auf ein größeres Datenmaterial zurückgegriffen werden. Allerdings lag zu diesem Material unsere eigene Auswertung* im Rahmen des BMU-Projektes Windkraft & Greifvögel unter Federführung des Michael-Otto-Institutes bereits vor, deren Ergebnisse und Schlussfolgerungen in diesem Punkt denen in dieser Studie ähneln. 
Insgesamt bietet der Abschlussbericht keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Auswirkungen von (repowerten) Windenergieanlagen auf Vögel im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde.
Unseres Erachtens wäre es besser gewesen, die zur Verfügung gestellten Ressourcen auf wenige, drängende Fragestellungen zu fokussieren. Dazu zählen wir vor allem die systematische Erfassung von Schlagopfern an Windkraftanlagen verschiedener Größen. Allerdings müssten diese gegenüber den Erfassungen in dieser Studie erheblich ausgedehnt und methodisch deutlich verbessert werden.
Eine weitere offene Frage gerade im Zusammenhang mit dem Repowering bezieht sich auf das Zuggeschehen. Hier wäre es angebracht, simultan optisch und mit Radar das Zuggeschehen in der Hellwegbörde und auf dem Haarstrang zu erfassen, um stichhaltige Ergebnisse zum Umfang und zur dreidimensionalen Verteilung des Zuges zu erzielen; erst dies würde eine zuverlässige Einschätzung der Aspekte Kollisionsrisiko und Barrierewirkung ermöglichen.

*Der im Mai 2010 von der ABU vorgelegte Abschlussbericht "Auswirkungen von Windenergieanlagen auf den Bestand und die Nistplatzwahl der Wiesenweihe Circus pygargus in der Hellwegbörde, Nordrhein-Westfalen" kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Hinweis: Seit einigen Jahren werden alle in der Hellwegregion bekannt gewordenen Fälle von Kollisionen von Greifvögeln und Eulen mit WEA auf der Website der ABU dokumentiert, Näheres dazu hier.

 

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