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Bilanz der Brutsaison 2016 von Wiesenweihen in den Hellwegbörden

Konrad und Daniel Mergenmeier vor ihrer Schutzfläche für zwei Wiesenweihenester im Juli 2015 (Foto: H. Illner)„Nur magere 14 Paare der Wiesenweihe brüteten im Jahr 2016 in Getreidefeldern von Unna bis Paderborn“, teilt Hubertus Illner, Biologe und Betreuer des westfälischen Weihenschutz-Programms, mit. Die niedrige Brutpaarzahl überraschte ihn, da bis zum 22. April schon ungewöhnlich viele, nämlich acht Wiesenweihen aus ihren westafrikanischen Winterquartieren zurückgekehrt waren. Die vielerorts festzustellende Mäusearmut –Feldmäuse sind die Hauptbeute – war wohl eine wesentliche Ursache für den Niedergang des Brutbestandes. Aus anderen Landesteilen kamen nur noch je ein Brutpaar in der Zülpicher Börde und im Kreis Minden-Lübbecke dazu.

„Mit 16 Paaren in ganz Nordrhein-Westfalen brüteten so wenige Wiesenweihen wie zuletzt in den 1980er Jahren“, gibt der Biologe zu bedenken. Durch die Intensivierung des ehrenamtlichen und ab 1993 hauptamtlichen Nestschutzes waren allein in der Hellwegregion die Bestände der Wiesenweihe noch Mitte der 1990er Jahre auf rund 40 Brutpaare angestiegen. Möglich war dies nur durch die Mithilfe der Landwirte, die in ihren Getreidefeldern Schutzzonen um die Bodennester einrichteten. „So werden im Schnitt seit 1993 rund Dreiviertel aller Jungen bei der Getreideernte vor dem Mähdrescher bewahrt, nur ein Viertel ist schon vor der Ernte flugfähig “, berichtet Hubertus Illner.

 In traditionellen Brutgebieten gibt es Landwirte, die schon jahrzehntelang an dem Schutzprogramm teilnehmen. Beispielhaft nennt der Biologe die Familie Mergenmeier aus Langeneicke. Der Senior macht schon seit 40 Jahren beim Weihenschutz mit und ist stolz auf die Wiesenweihen, die in seinen Getreidefeldern nisten. In den Jahren 2015 und 2016 brüteten sogar jeweils zwei Paare in einem seiner Gerstenfelder. “Junior und Senior vergrößerten sogar die Schutzzonen über das gewöhnliche Maß hinaus“, freut sich Hubertus Illner. Gemäß der Entschädigungs-Vereinbarung der Bezirksregierung Arnsberg umfassen die Schutzzonen um die Getreidenester normalerweise ein Quadrat von 50 m mal 50 m.

Der Bruterfolg der wenigen Brutpaare war im Jahr 2016 gerade auch dank der guten Kooperation der Landwirte und Mähdrescherfahrer relativ zum niedrigen Feldmausbestand hoch: Es wurden in der Hellwegregion 29 Wiesenweihen flügge. Der durchschnittliche Bruterfolg pro Paar erhöhte sich sogar leicht im letzten Jahrzehnt, was auf den zusätzlichen Nestschutz zurückzuführen ist. So werdenseit 2010 um einige Nester kleine Schutzzäune aufgestellt, um Bodenfeinden den Zutritt zu erschweren. Die guten Fortpflanzungsraten waren zweifelsohne Garant für das bisherige Fortbestehen der Wiesenweihen-Population in der Hellwegregion. „Gleichwohl müssten die Nahrungsverhältnisse noch erheblich verbessert werden, um den Bestandsrückgang aufzuhalten“, ist der Betreuer des Schutzprogrammes sich sicher. Denn Wiesenweihen haben in den mäusearmen Jahren zunehmend Probleme damit, in den Feldfluren ausreichend Nahrung für sich und die Jungen zu finden, hat der Biologe beobachtet. Alternativbeute für die Wiesenweihe sind vor allem Feldvögel wie Feldlerche und Schafstelze, die durch die Anlage von Ackerbrachen und extensivierten Getreideflächen gefördert werden. Interessenten für die Teilnahme an Agrar-Förderprogramen wenden sich bitte an die Naturschutzbehörden der Kreise Soest, Paderborn und Unna oder an die ABU.

Langfristig besonders günstig wäre die Umstellung einiger landwirtschaftlicher Betriebe auf ökologische Anbauverfahren, die in den Hellwegbörden bisher sehr wenig praktiziert werden.

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