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Kopfweiden-Saison der ABU erfolgreich abgeschlossen

Jürgen Behmer im Einsatz (Foto: R. Loerbroks)Wie schon seit Jahrzehnten hat die ABU auch in diesem Winter wieder viele Kopfweiden im Kreis Soest gepflegt. Jürgen Behmer ist seit Jahren ehrenamtlich für die Kopfbäume im Kreis Soest im Einsatz. Mehr als 300 Bäume hat er diesen Winter mit Unterstützung von Katharina Hemmis und Caroline Evers, die zur Zeit ihren Bundesfreiwilligendienst bei der ABU verrichten geschnitten. Genauer gesagt waren es 339 Bäume in den Naturschutzgebieten Stockheimer Bruch bei Geseke, Hellinghauser Mersch bei Lippstadt, Disselmersch bei Lippborg und Ehemalige Klärteiche der Zuckerfabrik Soest in Hattrop. Fast 450 Stunden flossen in diese Arbeit ein.

Für jeden Baum erhielt die ABU eine geringe Aufwandsentschädigung durch die Bezirksregierung Arnsberg bzw. den Kreis Soest, so dass die Materialkosten gedeckt sind. Doch was bedeutet eigentlich „Kopfweiden schneiden“ und wozu ist die ganze Arbeit nötig?

Ursprünglich sind Kopfbäume durch die Gewinnung von Schnittholz in früherer Zeit entstanden. Dieses Schnittholz fand vielfältige Verwendung, z.B. beim Bau von Gattern und Zäunen, bei der Korbflechterei, als Stiele von verschiedenen Arbeitsgeräten und auch als Brennholz. Auch heute noch findet es teilweise Verwendung bei der Befestigung von Böschungen. Beim Kopfbaumschnitt werden die Bäume immer wieder im Abstand von mehreren Jahre auf einer bestimmten Höhe zurückgeschnitten. Aus dem verbleibenden Stamm schlagen dann viele neue Äste aus und verleihen dem Kopfbaum sein charakteristisches Aussehen. Überwiegend Weiden werden so genutzt, weil sie besonders schnell wieder austreiben. Aber auch Eschen, Pappeln und manchmal sogar Eichen, wurden so genutzt. Meist hat man die Äste in etwa 2 m Höhe abgeschnitten, so hoch, dass die Rinder auf den Weiden nicht an die schmackhaften frischen Austriebe kommen.

Je älter der Baum wird, desto größer und umfangreicher wird der „Kopf“. Der Kopfbaum enthält dann immer mehr Totholz und Höhlen. So wird er zu einem wertvollen Lebensraum. Pilze, Flechten und Moose siedeln sich an und Höhlenbewohner, wie Fledermäuse, finden ein zu Hause. Iltis, Steinmarder oder Siebenschläfer bieten solche Bäume Deckung. Der Steinkauz ist als Höhlenbrüter ganz besonders auf das Vorkommen von Kopfbäumen angewiesen. Auch für Insekten sind alte Kopfbäume sehr wichtige Lebensräume, sie zählen zu den insektenreichsten Pflanzen überhaupt. Totholzkäfer, Bienen, Hummeln und Ameisen sind hier z.B. zu nennen. Und nicht zuletzt sind alte Kopfbäume auch ein prägendes Landschaftselement in unserer Kulturlandschaft.

Alle 8-10 Jahre wird so ein Kopfbaum zurückgeschnitten. Fehlt der regelmäßige Schnitt jedoch, brechen die Bäume auseinander. Daher wird sich die ABU auch in den kommenden Jahren dieser wichtigen Aufgabe widmen.

 Der Steinkauz ist besonders auf Kopfweiden angewiesen (Foto: B. Beckers)Kopfweiden in der Hellinghauser Mersch (Foto: P. Salm)

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