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Feldvogelexperten tagen bei der ABU

Mitglieder der Fachgruppe Vögel der Agrarlandschaft bei einer Exkursion durch die Hellwegbörde (Ralf Joest).Am 31. März und 01. April 2017 trafen sich ca. 30 Mitglieder und Gäste der Fachgruppe "Vögel der Agrarlandschaft" der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) aus ganz Deutschland und der Schweiz in der Biologischen Station der ABU. Die DO-G ist eine der ältesten und mitgliederstärksten wissenschaftlichen Gesellschaften in Europa. Sie verfolgt primär wissenschaftliche Ziele, ist also kein Vogelschutzverband, hat aber die fachliche Unterstützung von Vogelschutzvorhaben zum Ziel. Auf dem Programm stand der Austausch über neue und laufende Projekte zum Vogelschutz in der Agrarlandschaft aus ganz Deutschland.

Birgit Beckers (ABU Soest) gab einen Überblick über die Arbeit der ABU als Beispiel für das Modell der Biologischen Stationen in NRW. Über neue Entwicklungen im EU-Vogelschutzgebiet Hellwegbörde berichteten Hubertus Illner und Ralf Joest (ABU Soest). Sowohl die Wiesenweihe als auch andere Arten zeigen nach wir vor deutliche Bestandsrückgänge, die bislang nicht durch Maßnahmen der Lebensraumverbesserung aufgehalten werden konnten. Die bisherigen Angebote des Vertragsnaturschutzes erreichen noch keinen für die Stützung der Populationen ausreichenden Flächenanteil.
Konkrete Maßnahmen zum Schutz des Kiebitzes im Münsterland stellte Kristian Mantel (NABU-Naturschutzstation Münster) an Hand der Erfahrungen aus einem Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vor. Der Einsatz moderner Technik bei der Suche und Markierung der Nester in Kombination mit der Verbesserung des Lebensraumes durch so genannte „Kiebitzfenster“ eröffnet eine Perspektive für den Schutz der Art.
Ein wichtiges kooperatives Instrument für den Naturschutz in der Agrarlandschaft ist die Beratung der Einzelbetriebe über geeignete Maßnahmen und wie diese etwa im Rahmen der Agrar-Umweltförderung wirtschaftlich und praktisch umgesetzt werden können. Hierzu berichtete Philip Hunke (MOIN, Bergenhusen) über das Projekt F.R.A.N.Z., bei dem zehn Demonstrationshöfe in Deutschland etabliert werden sollen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die gemeinsame Naturschutzberatung durch Landwirtschaftskammer und Biologische Station in der Zülpicher Börde, das Alexandra Schieweling und Lutz Dalbeck (Biol. Station Düren) vorstellten. Ob aber solche nach wie vor sehr kleinflächigen Ansätze die globale Krise der Agrarbiodiversität in NE-Deutschland nachhaltig überwinden können, stellte Martin Flade (DDA, Brodowin) kritisch in Frage und schlug einen großflächigen, auf Modellregionen bezogenen Ansatz vor.
Eine wesentliche Weichenstellung für die Zukunft der Feldvögel ist die Ausgestaltung der gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Über Umfang und Ausgestaltung der danach von Empfängern von Flächenprämien verpflichtend anzulegenden Ökologischen Vorrangflächen hatte sich die Fachgruppe mehrfach geäußert. Umso wertvoller war der Beitrag von Tobias Lepp (IFAB, Mannheim) über erste Ergebnisse ornithologischer und landschaftsökologischer Felduntersuchungen quer durch Deutschland zur Evaluation dieser Vorrangflächen. Demnach ist zwar eine Diversifizierung der Landschaftsstruktur feststellbar, der Flächenanteil der Maßnahmen ist aber noch zu gering. Aus den Ergebnissen sollen auch Vorschläge für die Verbesserung der Vorrangflächen abgeleitet werden.
Weitere Vorträge berichteten über Ergebnisse und offene Fragen zu Feldlerchenfenstern in großräumigen Agrarlandschaften und ein Schutzprogramm für die Grauammer in Baden-Württemberg. (Ralf Joest)

 

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