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Reichen die Singflüge der Feldlerche in die Höhe der Rotorblätter moderner Windenergieanlagen?

Hohe Tötungszahlen von Feldlerchen, die in den letzten Jahren in einigen europäischen Windparks durch systematische Schlagopfersuchen unter Windenergieanlagen festgestellt wurden, veranlassten mich, die Dauer und Höhe von Singflügen der Feldlerche mit einer Stoppuhr und mit einem Fernglas, das mittels Lasertechnik auf etwa 1 m genaue Entfernungsangaben in einem Abstandsbereich von maximal etwa 500 liefert, zu ermitteln. Vom 18. Juni bis zum 21. Juli 2017 erfasste ich an einem Dutzend Stellen in der Hellwegregion lotrecht die maximalen Flughöhen von Feldlerchen beim Singflug: der Mittelwert von 22 Messungen (von mindestens 15 unterschiedlichen Männchen) betrug 171 m, bei einer Spanne von 60 bis 315 m.

Im Durchschnitt dauerten 13 komplett erfasste Singflüge 6 ½ Minuten, von 80 Sekunden am 21.6. bis 21 Minuten und 36 Sekunden am 9.7. Nach einer schnellen Aufstiegsphase von 1 bis 2 Minuten (Steigrate durchschnittlich rund 1,5 m pro Sekunde, 14 Messungen) singen die Männchen in der deutlich längeren „horizontalen“ Plateauphase des Singfluges durchschnittlich in einem Höhenbereich von 140 bis 170 m, um dann am Ende im meist steilen, rund einminütigen Sinkflug zu Boden zu gehen. Damit erweist sich, dass Feldlerchen ihren Singflug weit überwiegend im Höhenbereich der Rotorblätter heutiger WEA-Größen vollführen. In einer portugiesischen Untersuchung ergab die Untersuchung der Schlagopfer, dass die weit überwiegende Zahl durch WEA-Kollision getöteter Feldlerchen Männchen waren. Es besteht offensichtlich bei der Feldlerche ein Zusammenhang von Singflug und Tötungsrisiko an WEA.
Ein interessanter Nebenaspekt: mit bloßem Auge konnte ich Feldlerchen am blauen Himmel - bei guter Sehstärke - nur noch bis ca.150 m Höhe sehen (morgens bei seitlicher Sonnenanstrahlung der Lerche bis ca. 180 m), bei klarer Sicht und weißen Schleierwolken hoch am Himmel bis maximal etwa 315 m Höhe. Oft waren hoch fliegende Feldlerchen erst mit bloßem Auge zu erkennen, wenn ich sie vorher mit dem Fernglas entdeckt hatte.
H. Illner

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