Nachrichten

Nachrichten

Für ein grüneres Soest

Klimawandel, Artensterben, Flächenverbrauch, globales Bevölkerungswachstum, Zerstörung des Regenwaldes und vieler anderer Naturgebiete: Die Menschheit steht vor großen Herausforderungen. Die Natur und die natürlichen Lebensgrundlagen sind weltweit aufs Äußerste bedroht. In vielen Ländern der Erde kommen große soziale und wirtschaftliche Herausforderungen noch hinzu. Wie sehen die Wege hin zu einer zukunftsfähigen Weltentwicklung aus?

Joachim Drüke, Vorsitzender der ABU: „Die großen Zukunftsfragen der Menschheit verlangen auch Antworten hier vor Ort. Naturverbrauch, Emission klimaschädlicher Gase und Artenschwund sind auch hier bei uns Realität. Unser ökologischer Fußabdruck ist viel zu groß. Wir in der ABU haben uns gefragt: Was sind die konkreten Maßnahmen, die wir uns von der Stadt Soest wünschen? Und wie können wir deren Umsetzung mit unseren Kenntnissen und Erfahrungen als Naturschutzverein und Biologische Station unterstützen?“

Ergebnis sind 8 Maßnahmen zugunsten der Natur und zugunsten der hier lebenden Menschen. Sie sind machbar und finanzierbar. Aber sie erfordern zusätzliche Anstrengungen.

Drüke: „Lasst uns konkrete Schritte zur Umsetzung tun. Die ABU wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Stadt naturschutzfachlich unterstützen.“

Dabei müssen wir das ganze Stadtgebiet in den Blick nehmen, die Kernstadt und die sie umgebende Bördelandschaft. „Stadt und Land gehören zusammen!“, so Drüke.

8 Maßnahmen für Stadt und Land:

  • Die Stadt ist Eigentümerin unbebauter Flächen im Innen- und Außenbereich. Mit einer naturfreundlichen Bewirtschaftung und Pflege kann die Stadt einen wichtigen Beitrag für den Erhalt heimischer Pflanzen und Tiere leisten; erste Maßnahmen hat sie ergriffen. Wir rufen die Stadt auf, all ihre Flächen naturfreundlich zu entwickeln und bei verpachteten Flächen eine naturfreundliche Nutzung sicherzustellen. Jährlich sollte sie über Pflege und Bewirtschaftung der Flächen berichten.

  • In Soest sollen mehr als 100 Hektar Fläche unwiederbringlich neuen Siedlungen und Gewerbegebieten geopfert werden. Die Auswirkungen dieses immensen Flächenverbrauchs müssen so weit wie möglich begrenzt werden: flächensparende Bauweisen; Reihenhäuser statt Villen; für Solarenergie optimierte Gebäude; Dach-, Fassaden- und Straßenbegrünung; das Niederschlagswasser ortsnah dem Wasserkreislauf wieder zuführen. Die erforderlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Eingriffe in Natur und Landschaft müssen wirksam sein. Wir wünschen uns ein modernes, mit den Naturschutzverbänden abgestimmtes Konzept für den Ausgleich dieser und künftiger Eingriffe. Darüber hinaus sollten alle bisherigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft und Defizite behoben werden.

  • Bäume in der Stadt sind bei Hitze Schattenspender, produzieren Sauerstoff, sind willkommener Blickfang. Sie sind Lebensraum für viele Tiere. Wir fordern ein Begrünungskonzept für die Fußgängerzone! Darüber hinaus wünschen wir uns ein Umbaukonzept hin zu mehr Grün für die ganze Stadt - mehr Platz für Fahrräder und Bäume, mehr Lebensraum für Bürger und Natur.

  • Für die Entwicklung der Soester Wälle wünschen wir uns wie viele Soester ein naturfreundliches Leitbild. Es sollte nicht einen einförmigen Alleecharakter aus jungen und höchstens mittelalten „gesunden“ Bäumen anstreben, sondern dem Ziel dienen, die Vielfalt der Baumindividuen zu erhalten – darunter viele eindrucksvolle, knorrige Baumgestalten, reich an Lebensräumen für Höhlenbrüter und Insekten.

  • Der Ausbau der Photovoltaik im besiedelten Bereich kann mit nur geringem Naturverbrauch gestaltet werden. Wir bitten die Stadt, hierfür ein Konzept zu erarbeiten und jährlich über das Erreichte zu berichten.

  • Die Stadt Soest hat mit der Renaturierung des Soestbachs einen beachtlichen Beitrag für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im städtischen Umfeld geleistet. Weitere Quellen und Bachabschnitte können freigelegt werden, zum Vorteil von Stadtklima, Lebensqualität, Naturerleben. Außerhalb der Stadt sind viele weitere Maßnahmen nötig, um den wasserrechtlich geforderten guten Zustand der Bäche im gesamten Stadtgebiet zu erreichen. Die Stadt wird aufgefordert, ein konkretes Maßnahmenprogramm mit Zeit- und Finanzierungsplan für die Bäche aufzustellen, für die sie die Verantwortung hat.

  • Naturschutzgebiete sind nicht nur Lebensraum gefährdeter Arten, wie die ehemaligen Klärteiche Hattrop und der Salzbrink bei Schwefe, sie können auch beliebte Erholungsgebiete im stadtnahen Umfeld sein, wie zum Beispiel die Weidelandschaft „Kleiberg“ zwischen Soest und Büecke. Ein wichtiges naturschutzrechtliches Instrument für die Sicherung unseres Naturerbes ist der Landschaftsplan. Doch auch 44 (!) Jahre nach Einführung der verbindlichen Landschaftsplanung in NRW fehlt ein solcher für das Stadtgebiet. Wir fordern die Stadt auf, mit der Naturschutzbehörde des Kreises Soest einen Zeitplan für die Erarbeitung eines Landschaftsplanes abzustimmen, eine zügige und effiziente Erarbeitung zu unterstützen und einen konkreten Maßnahmenplan für die Umsetzung zu entwickeln.

  • Mauersegler, Spatzen und Fledermäuse haben Wohnungsnot. Immer mehr ihrer Brutplätze gehen durch Gebäudesanierung verloren. Wir wünschen uns, dass Hausbesitzer und Architekten kompetent beraten werden, damit unsere Stadt auch für unsere Mitgeschöpfe lebenswert bleibt.

Startseite

Nachrichten

Termine

Aktuelle Beobachtungen

Werden Sie aktiv

Spenden

Kinder- und Jugendgruppe

Betreuungsgebiete

Projekte

Natur im Kreis Soest

Naturschutzthemen

Veröffentlichungen

Downloads

Mitarbeiter-Login

Die ABU ist Partner der

Aktuelle Projekte
Bachtaeler-100 auenland-80

Naturschätze Südwestfalens
NaTour - Naturführungen im Herzen Westfalens
LIFE BOVAR - Ein EU-Projekt des NABU Niedersachsen