Nachrichten 2008

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Erste Naturschutzkonferenz im Regierungsbezirk Arnsberg

Erste Naturschutzkonferenz im Regierungsbezirk Arnsberg
Etwa hundert Naturschützer aus Verbänden, Biologischen Stationen und Landschaftsbehörden nahmen am 8. September an der ersten Naturschutzkonferenz bei der Bezirksregierung in Arnsberg teil.

Etwa hundert Naturschützer aus Verbänden, Biologischen Stationen und Landschaftsbehörden nahmen am 8. September an der ersten Naturschutzkonferenz bei der Bezirksregierung in Arnsberg teil.

 

Regierungspräsident Diegel erläuterte zu Beginn seine Beweggründe: Er wolle den Dialog mit den Naturschützern verstärken. Naturschutzvereine und die Biologischen Stationen verdienten bei ihren Projekten tatkräftige Unterstützung. Naturschutz sei ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen, für das er auch auf diese Weise mehr Öffentlichkeit herstellen wolle. Er wolle ein Aufbruchsignal geben und eine, wie er es nannte, Anerkennungskultur fördern - für das Thema selber, aber auch für die, die sich in Verbänden, in den Biologischen Stationen und in den Verwaltungen engagierten. Hierfür werde im nächsten Jahr ein Naturschutzpreis ausgelobt. Auch mit einem regionalen Naturschutzkonzept wolle er das Thema im Regierungsbezirk voran bringen. Und: Für den Erhalt der Biologischen Stationen über die nächste Landtagswahl hinaus werde er sich engagieren.

Klaus Brunsmeier, stellvertretender BUND-Vorsitzender, mahnte, der Staat müsse seine Verantwortung für den Schutz der Natur engagiert wahrnehmen. Längst sei klar: Die europäischen Schutzgebiete und die sonstigen Naturschutzgebiete wären nicht der Bremsschuh für die Wirtschaft, sondern ein bedeutender Standortfaktor, ein Gewinn für Alle.

Professor Klaus Werk, Wiesbaden, forderte eine engagierte Kooperation zwischen Behörden und Naturschutzverbänden im Rahmen konkreter Projekte mit definiertem Ziel. Erst in der konkreten Arbeit könne sich zeigen, wie ernst den Behörden das Thema Naturschutz sei. Behörden müssten die Projektträger nach Kräften unterstützen, schließlich seien sie auf sie angewiesen.

In der anschließenden Diskussionsrunde, besetzt mit Naturschützern aus Behörden, Naturschutzverbänden und Biologischen Stationen, kamen u.a. folgende Themen zur Sprache:
- die fortlaufende Nutzungsintensivierung in der normalen Landschaft bedroht viele Arten
- Naturschutzprojekte zu finanzieren, wird immer aufwändiger: immer kompliziertere Regeln, immer mehr bürokratischer Aufwand und ungewisse Förderaussichten führten dazu, dass immer weniger Projektträger diese Mühen auf sich nähmen. Für normale, oft auch unspektakuläre, aber deshalb nicht weniger notwendige Naturschutzarbeit steht viel zu wenig Geld zur Verfügung.
- Umweltbildung, insbesondere auch in den Schulen, ist angesichts der zunehmenden Naturentfremdung immer wichtiger.
- Der Flächenverbrauch hält an, ohne dass erkennbare Besserungen in Sicht seien.
- eine Qualitätsoffensive für ein Schutzgebietssystem ist erforderlich, auch um den immer größer werdenden Nutzungsdruck auf die umgebende Normallandschaft abfedern zu können.
Welches Resumee ist zu ziehen?

Dass diese erste Naturschutzkonferenz auf Einladung von Regierungspräsident Diegel (CDU) stattfand, war allein schon beachtlich. Die Naturschutzverbände sollten sein Angebot zur Kooperation und Unterstützung ernst nehmen, ohne übersteigerte Erwartungen zu hegen. Der Regierungspräsident wird auch künftig Entscheidungen fällen, die den Naturschutzverbänden nicht passen (können). Aber: Er hat seine Unterstützung und die des Hauses bei konkreten Naturschutzprojekten angeboten, er möchte den Dialog intensivieren.
Und auch das ist ein wichtiges Resultat: Er hat damit auch Anforderungen an seine Mitarbeiter formuliert. Unterstützung bei Projekten, den Dialog suchen, den Naturschutz im Regierungsbezirk engagiert voranbringen! Daran werden die Naturschutzverbände die Bezirksregierung künftig messen (dürfen).
Auch die Naturschutzverbände sind damit aufgerufen, das Angebot anzunehmen. Mit Ideen und Projekten und mit einer Dialogkultur, die die Rolle einer Bezirksregierung und des Regierungspräsidenten im Blick behält. Dabei müssen die Naturschutzverbände konkreter werden, als in dieser ersten Naturschutzkonferenz. Es sollte nicht schwer fallen.
Birgit Beckers

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