Nachrichten 2008

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Wiesenweihen und Feldlerchen seltener

Wiesenweihen-Weibchen in der HellwegbördeDr. Ralf Joest und Hubertus Illner von der ABU ziehen Bilanz für die Brutsaison 2008 in den heimischen Feldlandschaften. Auch in diesem Jahr war die Beteiligung der Landwirte am Vertragsnaturschutz erfreulich.

Nachdem das Vorjahr 2007 auf Grund des reichlichen Mäuseangebots in der Hellwegbörde für die Wiesenweihe ein sehr gutes Jahr war, sah es in diesem Jahr deutlich schlechter aus. „Nur etwa halb so viele Weihenpaare schritten zur Brut. Zum Glück konnten mit Hilfe der Landwirte die durch die Ernte gefährdeten Weihennester gerettet werden“, so Hubertus Illner, bei der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) in Lohne für den Weihenschutz zuständig. Leider blieben die meisten Bruten erfolglos, so dass insgesamt nur zehn Jungvögel flügge wurden. Wesentliche Ursache dürfte der geringe Mäusebestand gewesen sein, der im Winterhalbjahr praktisch zusammengebrochen war. Abgesehen von solchen kurzfristigen Bestandsschwankungen ist auch langfristig ein Rückgang der Brutbestände der Wiesenweihe zu beobachten.
Auch die noch weit verbreitete Feldlerche zeigt Bestandsabnahmen. „Im Jahr 2005 habe ich auf acht Quadratkilometern in der Soester Börde 125 Lerchenreviere kartiert, 2008 waren es nur noch 96, das ist ein Rückgang um fast 25 %“, erläutert ABU-Mitarbeiter Dr. Ralf Joest. Auch landes- und bundesweit hat der Lerchenbestand in den letzten Jahrzehnten nahezu kontinuierlich abgenommen. Diese Bestandsrückgänge der Lerche und anderer Feldvögel sind in ganz Deutschland und Europa zu beobachten, so dass viele dieser ehemals häufigen Arten inzwischen im Bestand bedroht sind.
Diese Bestandsabnahmen hängen unter anderem mit dem Rückgang der still gelegten Ackerflächen zusammen. Seit Beginn der 1990er Jahre waren Landwirte verpflichtet, zur Verringerung von Überschüssen einen Teil ihrer Flächen aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Der Anteil dieser jährlich stillgelegten Ackerfläche ist im Kreis Soest seitdem kontinuierlich zurückgegangen, ein Teil dieser Flächen wurde zudem zum Anbau nachwachsender Rohstoffe genutzt. Diese wirtschaftliche Flächenstilllegung wurde im Jahr 2007 vollständig aufgehoben, um den steigenden Bedarf an Agrarprodukten gerecht zu werden. Diese für den Landwirt erfreuliche Entwicklung führt zum weiteren Rückgang der Lebensräume für Feldvögel. Ackerbrachen bieten ungestörte Brutplätze und Nahrung für die Jungen. „Die Wiesenweihen fliegen solche Brachen zielgerichtet und oft über mehrere Kilometer zur Futtersuche an“ beobachtet Hubertus Illner.
Aber es gibt auch gute Nachrichten. Dank der Teilnahme der Landwirte am Vertragsnaturschutz im Rahmen der Hellwegbördevereinbarung konnte ein Teil der Flächenverluste aufgefangen werden. 32 Landwirte haben 59 Flächen, zusammen gut 130 Hektar, für den Naturschutz in der Börde zur Verfügung gestellt. Für die naturschutzfreundliche Bewirtschaftung ihrer Flächen erhalten die Landwirte eine Ausgleichsvergütung. Seit dem Jahr 2007 werden diese Angebote durch Vertragsnaturschutzangebote des Landes ergänzt, die von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises betreut werden. Auch hier gab es eine erfreuliche Nachfrage von Seiten der Landwirte. „Auf diesen Vertragsnaturschutzflächen haben die Landwirte wichtige Lebensräume für Wiesenweihen und Feldlerchen in der Hellwegbörde geschaffen.“ so die positive Bilanz von Ralf Joest. „Fraglich ist allerdings, ob ihr Flächenumfang ausreicht, den Rückgang der Artenvielfalt in der Feldflur zu stoppen. Dazu brauchen wir ein Netz solcher Rückzugsräume innerhalb der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Hierfür sind wir auf die weitere Hilfe der Landwirte angewiesen.“
Dr. Ralf Joest, Hubertus Illner

 

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