Nachrichten 2008

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Acht geben auf brütende Weihen!

Junge RohrweihenDie Mithilfe der Landwirte und Mähdrescherfahrer zum Schutz der im Getreide brütenden Wiesen-und Rohrweihen ist wieder gefragt.

Bei der Getreideernte auf brütende Wiesenweihen acht geben


Die Mithilfe der Landwirte und Mähdrescherfahrer zum Schutz der im Getreide brütenden Wiesen-und Rohrweihen ist wieder gefragt. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Brutplätze trotz intensiver Suche in der Hellwegbörde und auf der Paderborner Hochfläche unentdeckt blieben, teilt Hubertus Illner, Weihenbeauftragter bei der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) mit. Die Ernte der Wintergerste, in der die meisten Weihen ihren Bodenhorst anlegen, beginnt gerade in den Tieflagen, doch junge Weihen sind noch nicht ausgeflogen, zahlreiche Weibchen bebrüten derzeit sogar noch Eier. Deshalb ist es wichtig, dass Landwirte und Mähdrescherfahrer bei der Getreideernte auf bisher unbekannte Weihenbruten achten und diese sofort bei der ABU (Telefon: 02921-52830) melden, damit noch umgehend Schutzmaßnahmen ergriffen werden können. Denn ein Überfahren eines Nestes mit dem Mähdrescher bedeutet den kompletten Brutverlust dieser streng geschützten Greifvogelarten.
Für die Einrichtung von „Ernteschutzzonen“ einer Größe von einem Morgen um den Horst wird dem Bewirtschafter der Ertragsausfall mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen erstattet. Darüber hinaus bekommen Landwirte für neu entdeckte Getreidebruten von Wiesen- und Rohrweihe im Rahmen der Hellwegbörde-Vereinbarung einen Finderlohn in Höhe von 100 Euro.
„In diesem Jahr ist die Mithilfe der Landwirte und Mähdrescherfahrer besonders wichtig“, berichtet Hubertus Illner. Denn vor allem aufgrund des winterlichen Zusammenbruchs der Feldmausbestände und wegen des Verlustes von wertvollen Jagdflächen (siehe Rückgang der Ackerbrachen im Zuge der Aufhebung der Stilllegungsverpflichtung) sind die Brutbestände beider Weihenarten gegenüber dem Vorjahr um etwa die Hälfte zurückgegangen. Zudem haben die Weihen im Durchschnitt deutlich später mit dem Eierlegen angefangen, so dass in diesem Jahr Junge aus Getreidebruten in der Regel keine Chance haben, ohne menschliche Hilfe vor der Getreideernte auszufliegen.
Die diesjährige Verspätung des Brutgeschäftes bei der Wiesenweihe ist wohl nicht nur nahrungsbedingt, sondern hängt auch mit der verspäteten Ankunft der Altvögel aus den afrikanischen Winterquartieren zusammen. „Auf dem Rückzug aus Westafrika waren viele Wiesenweihen mit lang andauernden starken Sandstürmen über der Sahara konfrontiert, was zu längeren Zugpausen oder weiten Umgehungsflügen führte“, erläutert Hubertus Illner. Dies wissen wir so genau aufgrund des Einsatzes kleiner Satellitensender. Auch zwei alte Weibchen aus der Hellwegbörde erhielten im letzten Sommer einen solchen Sender. Beide westfälische Altvögel waren aufgrund der Satellitenortungen im Herbst nach Westafrika gezogen und schafften auf dem Rückweg auch die schwierige Überquerung der Sahara (hier sind die Zugetappen der Wiesenweihen „Doris“ und „Margret“ im Einzelnen einzusehen). Doris zog dann weiter bis mindestens Nordfrankreich, wo sie umkam oder der Sender versagte. Margret erreichte relativ spät, Mitte Mai, ihr vorjähriges Brutgebiet in der Hellwegbörde, verpaarte sich auch, schritt aber nicht mehr zur Brut. „Wenn man sich vor Augen führt, dass dieses Weibchen im Herbst und Frühjahr jeweils annähernd 5000 km zurückgelegt hat und dann exakt in die Feldflur zurückkehrt, in der es sich im letzten Sommer aufhielt, kann man nur staunen“, so Hubertus Illner. Dies umso mehr, als wir aufgrund der Beringung von Margret als Jungvogel im Jahr 1993 bei Salzkotten wissen, dass dieser Vogel nun sein 16. Lebensjahr erreicht hat und damit die älteste bekannte Wiesenweihe ist.
Hubertus Illner

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