Nachrichten 2009

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Das Jahr des Eisvogels

Foto: M. Bunzel-DrükeFoto: M. Bunzel-DrükeVogel des Jahres 2009 ist der Eisvogel. Und am Ende des Jahres ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Wie steht es um den kleinen bunten Fischfänger im Kreis Soest? Margret Bunzel-Drüke und Olaf Zimball von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) untersuchen seit langem den Eisvogelbestand des Kreises und seiner Umgebung.
2009 war für den bunten Vogel ein eher schlechtes Jahr. Der kalte Winter 2008/09 war nicht günstig für ihn, denn die meisten Eisvögel verbringen den Winter bei uns und erleiden Verluste, wenn Bäche und Teiche längere Zeit zufrieren und damit als Nahrungsrevier ausfallen. So verringerte sich die Zahl der Brutpaare im Kreis von 2008 auf 2009 von 89 auf nur noch 23, also etwa ein Viertel. Das ist ein starker Rückgang, aber der ist für Eisvögel weniger schlimm als für die meisten anderen Arten. Eisvogelpaare ziehen nämlich pro Jahr meist zwei, manchmal aber auch bis zu vier Bruten auf. Eine Brut besteht aus fünf bis sieben Jungvögeln. Dank dieser hohen Vermehrungsrate können Winterverluste schon nach wenigen Jahren wieder ausgeglichen sein. Voraussetzung ist allerdings, dass die Vögel genügend Brutplätze vorfinden. Eisvögel bauen keine Nester in Bäumen, sondern graben Bruthöhlen in senkrechte Uferabbrüche. Nur wenn Gewässer unbefestigt sind, kann die Kraft des fließenden Wasser oder der Wellenschlag das Ufer hier und dort immer wieder etwas abgraben, so dass Steilwände entstehen.
Im Kreis Soest hatte die Zahl der Brutplätze in den 1980er Jahren einen Tiefstand. Die meisten Bäche und Flüsse, vor allem nördlich des Haarstrangs, waren ausgebaut und mit Steinen in ihr Bett gefesselt. Uferabbrüche waren in dieser Zeit Mangelware – Eisvögel auch. Um 1990 begannen erste Planungen, verschiedene Gewässer wieder naturnah zu gestalten. An Lippe, Ahse, Gieseler, Heve und vielen Zuflüssen schufen verschiedene Institutionen wieder wunderschöne Gewässerlandschaften: Staatliches Umweltamt Lippstadt (heute Bezirksregierung Arnsberg), Lippeverband, Wasserverband Obere Lippe, Kreis Soest und Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege gemeinsam mit dem Amt für Agrarordnung Soest (heute Bezirksregierung Arnsberg) und der ABU. Im Lippeeinzugsgebiet verdoppelte sich dadurch die Zahl der Eisvogelbrutplätze. Die natürlichen Schwankungen des Eisvogelbestands finden immer noch statt, aber jetzt wieder auf höherem Niveau.
Geht es dem Eisvogel im Kreis Soest jetzt wieder gut? Es geht vor allem in der Nordhälfte des Kreises voran. Im Süden bleibt noch einiges zu tun. Hier kann das Life+-Projekt der Kreisverwaltung für die Möhne helfen, das 2010 beginnt. Am Möhnesee dagegen sank die Zahl der Steilwände über die Jahre kontinuierlich durch Uferbefestigungen; auch 2009 gingen zwei Stellen verloren. Betrachtet man aber das ganze Kreisgebiet, so kann der Eisvogel mit den Bemühungen um seinen Schutz zufrieden sein. Und jeder, der einen Spaziergang am Gewässer macht, hat wieder die Chance, einen Eisvogel, den „blauen Blitz“, vorbeifliegen zu sehen – ein Naturerlebnis der besonderen Art.

Margret Bunzel-Drüke, Olaf Zimball

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