Nachrichten 2010

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Fischrettung in Esbeck

Gerettete Quappe (J. Drüke)Derzeit wird das Lippewehr bei Esbeck im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg abgerissen und durch eine Sohlrampe ersetzt. Für die Zeit des Umbaus musste die Lippe ihr Bett verlassen. Sie erhielt ein Umgehungsgerinne nördlich des Wehrs. In der rund 200 m langen Baugrube wird das Wasser abgepumpt, und weite Teile der Fluss-Sohle liegen nun trocken. ABU-Mitarbeiter holten in bislang drei Einsätzen die Fische aus den verbleibenden Kolken heraus, denn im Laufe der Arbeiten ist es erforderlich, auch diese wassergefüllten Löcher zu beseitigen. Mehr als 1100 Fische von 21 Arten wurden bisher gerettet und in die Lippe umgesetzt. Neben allgemein bekannten Fischen wie Aal, Forelle und Hecht waren auch seltene Arten vertreten, z.B. Bachneunauge, Bitterling, Elritze und Steinbeißer. Besonders freuten sich Dr. Margret Bunzel-Drüke, Matthias Scharf und Olaf Zimball über 54 Quappen. Diese Fischart ist in Nordrhein-Westfalen vom Aussterben bedroht. Nur in der Lippe zwischen Mantinghausen und Hamm-Uentrop gibt es noch einen relativ guten Bestand. Unter den 54 umgesetzten Quappen waren 41 Jungfische; im Jahr 2010 scheint der Fortpflanzungserfolg also sehr gut gewesen zu sein.
(J.Drüke)(J. Drüke)(J. Drüke)(O. Zimball)





Der Fang der Fische erfolgte mit der Methode der Elektrofischerei. Dabei leitet ein Elektrofischereigerät Strom ins Wasser. Die Fische schwimmen zum positiven Pol, der Anode. Bei weiterer Annäherung fallen sie in „Elektronarkose“, erwachen aber schon nach kurzer Zeit unverletzt.
Was steckt hinter der Baumaßnahme? Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die Lippe nach vorherigen Begradigungen so tief in den Boden eingeschnitten, dass der Grundwasserspiegel im Sommer für die angrenzenden Äcker zu tief absackte. Fünf Wehre brachten Abhilfe: Sie stoppten die Tiefenerosion und ermöglichten einen „Kulturstau“ des Flusses für die Zwecke der Landwirtschaft. Der brachte jedoch andere Nachteile. So verwandelte sich die frei fließende Lippe in einen gestauten Schlauch, und viele Wassertiere konnten das Wehr nicht überwinden - ihre Wanderungen wurden unterbrochen. Heute fordert die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die Flüsse wieder „durchgängig“ zu machen. Dazu dient die Maßnahme der Bezirksregierung: Statt eines kaum überwindbaren Absturzes mit einer Höhe von 1 m ermöglicht künftig eine ausgeklügelte Rampe die „Organismendurchgängigkeit“. Andere Aspekte waren die Baufälligkeit der alten Wehranlage und ihre Gefahr für Bootsfahrer. Am „Wehr 1“ waren mehrfach Unfälle geschehen.

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