Nachrichten 2011

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Mäusebussard durch Windenergieanlage nördlich Belecke getötet

Toter Mäusebussard (Buteo buteo) unter WEA nördlich Belecke (14. Nov. 2011)Mäusebussard (Buteo buteo) unter WEA nördlich Belecke, Nahaufnahme (M. Bunzel-Drüke, 14. Nov. 2011)Nördlich Belecke/Warstein im Windpark Wehlhügel fanden Spaziergänger am 13. November 2011 einen toten Mäusebussard unter einer Windenergieanlage (WEA), der starke Verletzungen aufwies und dessen Kopf fehlte. Informierte ABU-Mitarbeiter suchten heute den Fundort auf und fanden den weißlichen Mäusebussard an der beschriebenen Stelle. Er war schon von weitem auf dem niedrig bewachsenen Wintergetreidefeld zu sehen. Der kopflose, geschätzt etwa zwei bis drei Tage tote Vogel lag ca. 35 m nördostlich vom Masten der südöstlichsten Enerconanlage (E 70; 2,3 MW) entfernt, die eine Nabenhöhe von 64 m und einen Rotorradius von 35,5 m aufweist. Dr. Margret Bunzel-Drüke untersuchte den Vogel äußerlich und stellte einen zerschmetterten Flügel, eine von oben zerschmetterte Wirbelsäule und einen gebrochenen Flügel fest. Eine Röntgenaufnahme durch Dr. Dieter Hegemann bestätigte diesen Befund; zudem wurde noch der Bruch eines Oberschenkels sichtbar. Das Verletzungsbild wie auch die Fundumstände sprechen eindeutig für die Kollision mit einem der drei Rotoren dieser WEA. Der weibliche, adulte Mäusebussard war ansonsten in einer äußerlich guten Verfassung, durch die Haut an der Unterseite waren sogar Fetteinlagerungen zu erkennen.
Der Fundort befindet sich nur 30 m von der Außengrenze des Europäischen Vogelschutzgebietes (VSG) Hellwegbörde entfernt. Im VSG gab es bisher schon einen Zufallsfund eines Mäusebussards unter einer WEA (im Windpark Ostbüren) und einen Verdachtsfall im Windpark Wehlvögel (Näheres hier). Die Erweiterung des Windparks Wehlhügel am Rand des VSG im Jahr 2006, zu der die WEA mit dem aktuellem Mäusebussardfund gehört, war umstritten. Von Seiten des Naturschutzes wurden erhebliche Bedenken geäußert, u.a. wegen vorhandener Brutvorkommen von Wachtelkönig und Kiebitz. Die kleine, von weiter entfernten Vorkommen isolierte Kiebitzkolonie am Wehlhügel ist inzwischen verwaist. (H. Illner)

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