Nachrichten 2012

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Weihen-Brutsaison 2012

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Nach dem historischen Tiefstand im Vorjahr mit 14 Brutpaaren siedelten sich in diesem Jahr wieder mehr Wiesenweihen in der Hellwegregion an: Von Unna bis Salzkotten waren es 25 Paare und bei Marsberg-Meerhof noch ein weiteres. In NRW wurden nur noch drei weitere Bruten bekannt. Allerdings lag das Bestandsniveau in den 1990er Jahren in der Hellwegregion mit 33 bis 44 Brutpaaren noch deutlich höher. Weiteres zum ungewöhnlichen Brutnachweis im HSK auf rund 400 m Höhe, der 26 km vom nächsten Brutplatz bei Salzkotten entfernt ist, findet sich hier.

Der angestiegene Feldmausbestand (nach eigenen Transekterfassungen von Mäuselöchern) dürfte eine wesentliche Ursache für die Bestandszunahme der Wiesenweihe gewesen sein.  Die ersten vier Wiesenweihen wurden am 21. und 22. April in der Hellwegbörde gesichtet und schon bald waren die ersten verpaart. Von den frühen Paaren wurden vor allem die Pflanzenbestände mit den höchsten Wuchshöhen von über 60 cm beflogen und als zukünftiger Brutplatz ausgewählt. Dies waren vor allem der zunehmend für die Beschickung von Biogasanlagen angebaute Grünroggen sowie Raps. Insgesamt neun Wiesenweihen-Paare hatten sich anfangs in Grünroggenfeldern und 3 in Rapsfeldern angesiedelt. Die anfängliche Favorisierung dieser beiden Feldfrüchte lag in den ungünstigen Wachstumbedingungen des Wintergetreides begründet: Gersten- und Weizenschläge hatten besonders unter den Kahlfrösten im Februar gelitten - einige Bestände mußten selbst in den Tieflagen umgebrochen und neu eingesät werden -, und das Wachstum der verbliebenen Wintergetreide-Bestände verzögerte sich zusätzlich durch die kühle und trockene Witterung bis Mitte April deutlich. Dadurch war die Wuchsdichte von Wintergetreide oftmals auch unterdurchschnittlich.

 

Zum Glück wurde der Grünroggen so früh im Mai abgeerntet, dass es abgesehen von einem Verdachtsfall für eine bereits begonnene Eiablage dadurch zu keinen weiteren Brutverlusten kam. So weit erkennbar, siedelten die Wiesenweihen nach der Ganzpflanzenernte des Grünroggens noch in inzwischen über 50 cm hoch gewachsene Pflanzenbestände um. Es kam hierdurch aber zu Verzögerungen des Brutgeschäftes bei den frühen Paaren, was nachteilige Folgen haben kann. Wird verspätet mit der Eiablage begonnen, sinkt die Chance, nach einem Brutverlust noch eine Ersatzbrut vor dem Abzug nach Afrika zu schaffen. Außerdem gilt generell, dass früh ausgeflogene Jungvögel eine durchschnittlich höhere Lebenserwartung als spät ausgeflogene haben. Auch für den Weihenschützer ist dies von Nachteil, denn das Suchen und Finden der verlegten Brutplätze erfordert mehr Zeitaufwand und ist auch dadurch erschwert, dass die Weihenpaare an den Umsiedlungsorten meist weniger ausgeprägt und kürzer balzen. Die Nester der 26 Erst- und fünf Ersatzbruten der Wiesenweihe verteilten sich schließlich wie folgt auf die verschiedenen Pflanzenbestände: 17-mal Wintergerste, fünfmal Triticale/Roggen, zweimal Raps, dreimal Wildkräuter/Hochstauden, dreimal (Klee-)Gras und zweimal Winterweizen. Ungewöhnlich und sehr positiv zu bewerten waren die drei Bruten in naturnahen Flächen, darunter zwei im NSG Stockheimer Bruch. Hier brüten Rohrweihen seit vielen Jahren in größerer Zahl, Wiesenweihen bisher nur außerhalb in benachbarten Getreidefeldern. Im Umkreis von weniger als 100 m um diese beiden Brutplätze, die jeweils Junge zum Ausfliegen brachten, brütete auch jeweils ein Paar Rohrweihen. Begünstigt wurde die Ansiedlung durch das Fällen oder das auf den Stock setzen von Bäumen und Büschen an der Ostseite des NSG.


Durch Kahlfröste im Februar und trockenkalte Witterung im April waren viele Wintergetreideschläge wie hier Gerste bei Schmerlecke in der Entwicklung zurück, kleinräumig unterschiedlich wüchsig und zum Teil ausgedünnt (9. Mai 2012, H. Illner)Böllerschussanlagen sind auch für Wiesenweihen problematisch. Ein Paar hatte sich früh in einem Grünroggenfeld östlich von Enkesen im Klei angesiedelt. Nach Mahd des Grünroggens Anfang Mai siedelte es 3 km nach Norden in ein Triticalefeld um (im Mittelgrund), wo es aufgrund einer aktivierten Böllerschussanlage vertrieben wurde und nochmals 1,5 km weiter nach Norden umsiedelte. Dort kam es zu einem Prädationsverlust; für eine Ersatzbrut war es nun zu spät (Lohner Klei 16. Mai 2012, H. Illner)   Junge Wiesenweihen in einem Triticale-Nest bei Sommerhof-Klieve. Obwohl eine späte Brut, flogen die beiden Jungen noch wenige Tage vor der Ernte aus (30. Juni 2012, H. Illner)Wiesenweihenbrutplatz im NSG Stockheimer Bruch. Das Nest befand sich im Mittelgrund hinter der Reihe geschneitelter Kopfweiden in einer Hochstaudenfläche (u.a. junges Schilf, Weidenröschen) durchsetzt von einzelnen kleinen Büschen  (6. Juli 2012, H. Illner)Wiesenweihenbrutplatz in einer Bio-Kleegrasfläche bei Vierhausen. Ein Viertel der rund 4 ha großen Vertrags-Naturschutzfläche durfte erst im September gemäht werden. Der später zu mähende Teil (im Mittelgrund) wurde um das Nest abgesteckt und bei der ersten Mahd ausgespart (6. Juli 2012, H. Illner) Die bei Sommerhof-Klieve angelegte Luzernebrache diente von August bis Mitte September als Schlafplatz für zeitweise mehr als 15 Rohr- und Wiesenweihen. Die mitten im Feld angelegte Vertrags Naturschutzfläche bot auch nach der Aberntung des Getreides optimale Bedingungen, insbesondere wegen der ungestörten Lage abseits von Wegen (1. Sept. 2012, H. Illner)

 

Auch in diesem Jahr siedelten sich wieder außerhalb der Hellwegregion geborene Wiesenweihen an: Ein bei Vernerholz brütendes, flügelmarkiertes Weibchen stammte aus Mainfranken und ein bei Bönninghausen brütendes, farbberingtes Männchen aus Niedersachsen. Durch das Ablesen von Flügelmarken oder Farbringen wurden in dieser Brutsaison auch mehrere Wiesenweihen erkannt, die aus der Hellwegregion stammten: Es handelte sich um mindestens fünf brütende Männchen und ein brütendes Weibchen. Außerdem waren mindestens zwei beobachtete nicht brütende Männchen und ein nicht brütendes Weibchen in der Hellwegregion aufgewachsen. Darunter war ein flügelmarkiertes Männchen, das 2010 im Westen der Hellwegbörde ausflog. Dieses war wie schon im Vorjahr mehrfach über die gesamte Brutzeit in der östlichen Hellwegbörde zu beobachten; ein erstes Anbalzen von Weibchen blieb allerdings in diesem Frühjahr (noch) nicht von Erfolg gekrönt. Ein flügelmarkiertes Weibchen, das zwei Jahre zuvor in der Hellwegbörde erfolglos gebrütet hatte, wurde nur einmal Anfang Mai bei Vernerholz beobachtet. Eine von mir im Juli 2010 bei Salzkotten markierte junge männliche Wiesenweihe brütete in diesem Jahr bei Tongres in Belgien (aus 3 Eiern wurden 2 Junge flügge), also etwa 245 km vom Geburtssort entfernt. Der Brutpartner war ein vorjähriges, flügelmarkiertes Weibchen aus Mainfranken.

Insgesamt wurden 40 Wiesenweihen flügge. Etwa die Hälfte der Jungen flog noch vor der Ernte aus oder war nicht durch eine zu frühe Mahd bedroht (drei Bruten in Wildkräutern oder Kleegras), die andere Hälfte wurde durch die Einrichtung von 50 m x 50 m großen Horstschutzzonen vor dem Mähtod bewahrt. Der errechnete Durchschnittswert von rund 1,5 Jungvögeln pro Brutpaar ist angesichts der erfolgreichen Schutzmaßnahmen und des relativ hohen Feldmausbestandes relativ niedrig. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass sich in den höheren Lagen des Haarstranges und der Paderborner Hochfläche der allergrößte Teil von Winterweizen und -gerste aufgrund von Frostschäden umgebrochen und neu eingesät wurde. Der Haarstrang und die Paderborner Hochfläche sind normalerweise bevorzugte Jagdgebiete der in den den tieferen Lagen brütenden Wiesenweihen. Nachgesät wurde vor allem Sommergerste, zum Teil auch Sommerweizen und Mais. Die nachgesäte Sommergerste war überwiegend sehr dichtwüchsig und bot so eher ungünstige Jagdmöglichkeiten für die Weihen. Noch ungünstiger war die Neueinsaat von Mais, der für die Wiesenweihe fast keine Nahrung bietet. Mancher Feldmausbau dürfte auch unter den Pflug gekommen sein.

Auffällig war, dass es überdurchschnittlich viele Totalverluste an Bruten gab, die den Mittelwert nach unten drückten. Erkennbare unmittelbare Ursache dafür war meist die Prädation durch Säugetiere. In einem Fall wurde ein Fuchs mit einer Nestkamera abgelichtet, als er sich um Mitternacht dem Nest näherte, das Weibchen zum Auffliegen zwang und drei Jungvögel mitnahm. In anderen Fällen wurden Jungvögel nur totgebissen in Nestnähe aufgefunden; hier schienen Marderartige oder Ratten die unmittelbare Ursache gewesen zu sein. Auffällig war, dass einige Nester mit Prädationsverlusten in stark ausgedünnten Getreidebeständen angelegt worden waren, worin das Durchstreifen für Säugetiere wahrscheinlich erleichtert war. Mittelbare (primäre) Ursachen für komplette Brutverluste aufgrund von Feindeinwirkung können allerdings auch die unzureichende Nestbewachung oder die Nestaufgabe durch das Weibchen sein, z.B. aufgrund von unzureichender Nahrungsbeschaffung oder Verschwinden/Verlust des Brutpartners. Vermutlich befanden sich unter den angesiedelten Brutvögeln mehr unerfahrene jungere Vögel als im Vorjahr. Solche Zusammenhänge wären aber nur mit sehr aufwendigen Untersuchungen aufzeigbar. Erneut wurde bei Jungvögeln einer Brut der Befall mit Trichomonaden festgestellt (Nähers dazu hier).

Wie schon im Vorjahr brütete ein Wiesenweihenpaar am Windpark östlich von Merklingsen, dieses Mal nur etwa 110 m von einer äußeren Windenergieanlage entfernt. Die Brut war erfolglos, beide Altvögel kurz danach nicht mehr zu beobachten. Ob die festgestellte Prädation der Jungvögel auch die primäre Verlustursache war, konnte nicht geklärt werden. Ein weiteres Wiesenweihenpaar brütete westlich von Merklingsen, etwa 150 m von der nächsten Windenergieanlage entfernt. Hier wurde aus unklaren Ursachen nur eines von vier Jungvögeln flügge, beide Altvögel waren noch bis zum Ausfliegen des Jungvogels im Nestbereich zu beobachten. An beiden Brutstandorten, vor allem östlich von Merklingsen, wurden Altvögel dabei beobachtet, wie sie sich einige Male bis auf schätzungsweise wenige Dezimeter den drehenden Rotoren annäherten (Näheres hier und hier).

Die ersten Rohrweihen wurden Mitte März in einigen traditionellen Brutgebieten in der Hellwegregion gesichtet; erst im Laufe des Aprils erhöhte sich die Zahl besetzter Reviere deutlich. Die größten Konzentrationen mit zehn und mehr Brutpaaren befanden sich im Bereich Stirpe-Ebbinghausen und im NSG Stockheimer Bruch und dessen Umfeld. Die allermeisten Rohrweihen brüteten hier im Schilf oder anderen Hochstauden, nur wenige in Getreidefeldern. Insgesamt siedelten sich in der Hellwegregion 13 Rohrweihenpaare (gegenüber 16 im Vorjahr) auf Ackerflächen an: 11 Nester waren in Getreidefeldern (je viermal Wintergerste bzw. Triticale/Roggen und dreimal Winterweizen) und zwei in Brachen. Der Bruterfolg dieser Nester war mit rund 2,5 Flüggen pro Brutpaar überdurchschnittlich. Nestanlagen im Feldgras waren in diesem Jahr nicht zu beobachten, vermutlich weil es wegen der trockenkalten Frühjahrswitterung zu niedrigwüchsig war. Für die allermeisten Getreidenester mit Schluperfolg waren keine Schutzzonen nötig, weil die Jungen schon vor der Ernte ausgeflogen waren. Dies ergab sich durch die mehrheitliche Nestanlage in den grundsätzlich später abzuerntenden Wintergetreidearten Triticale, Roggen und Weizen und durch die relativ späte Mahd der Wintergerste, die verstärkt erst ab dem 11. Juli einsetzte. So war nur bei einem Nest in einem Wintergerstenschlag die Einrichtung einer Horstschutzzone erforderlich.

Besorgnis erregend sind die zwei Funde von vergifteten Rohrweihen am 16. April bei Bad Waldliesborn und am 17. Juli bei Bönninghausen. Beide Altvögel hatten mit Carbofuran vergiftetes Fleisch im Kropf. Das Ausbringen dieser hochtoxischen Substanz ist seit vielen Jahren streng verboten. Bei dem späteren Fund handelte es sich um ein Weibchen, dass etwa 16 m vom Nest mit zwei Wochen alten Jungvögel  tot aufgefunden wurde. Nachprüfungen ergaben, dass das Männchen die Jungen an den Folgetagen allein versorgte. Die Jungen waren zum Glück schon so groß, dass sie die herangetragenen Beutetiere selbst zerkleinern und schlucken konnten.

Alle Landwirte, bei denen die Einrichtung einer Schutzzone im Getreide nötig wurde, beteiligten sich dankenswerterweise an den Schutzmaßnahmen und schlossen entsprechende Bewirtschaftungs-Vereinbarungen ab. Sie erhielten wie in den Vorjahren den Ertragsausfall für die Schutzzonen aus Landesmitteln erstattet.

In dieser Brutsaison waren gegenüber dem Vorjahr wieder mehr nicht brütende Kornweihen in der Hellwegbörde und auf dem Haarstrang zu beobachten. Darunter waren aber keine brutverdächtigen Vögel, obwohl auch vereinzelt adulte Männchen zu sehen waren. Sehr ungewöhnlich war der Besuch der sehr seltenen Steppenweihe (einvorjähriges Männchen) am 2. Junian einem Brutplatz der Wiesenweihe bei Werl (Näheres siehe hier).

Wie schon in den Vorjahren wurden im August vor allem auf dem Haarstrang und auch bei Marsberg-Meerhof spätsommerliche Schlafplatz-Gesellschaften von Wiesen- und Rohrweihen (vereinzelt auch Kornweihen) in nicht gemähten Ackerbrachen oder in noch nicht abgeernteten Getreide- und Zuckerrüben-Beständen festgestellt. Die meisten Gemeinschafts-Schlafplätze waren über mehrere Wochen von Weihen besetzt. Sie waren meistens schon aus den Vorjahren bekannt. Mehrfach wurden beim abendlichen Einflug mehr als acht Wiesenweihen oder 13 Rohrweihen an einem Schlafplatz gezählt. Unter diesen waren vereinzelt auch durch Flügelmarken oder Farbinge identifizierbare Wiesenweihen, die meist aus der Hellwegbörde stammten. Einige Male waren aber auch unberingte diesjährige Wiesenweihen zu beobachten, die nicht in der Hellwegregion ausgeflogen waren, denn hier hatte ich alle Jungvögel beringt. Die unberingten diesjährigen Wiesenweihen stammen wahrscheinlich aus nördlicheren Brutgebieten. Sie legten offensichtlich auf dem Zug in den Süden einen Zwischenstopp in der Hellwegregion ein. Dieser kann mehrere Tage andauern, wie folgende Beobachtung zeigt. Ein besonders auffälliger unberingter Jungvogel mit ungewöhnlich heller Iris wurde am 24. August (Link) und 29. August (Link) am selben Schlafplatz westlich von Klieve beobachtet und fotografiert.

In der Soester Börde wurde die ehemals weit verbreitete Grauammer wie schon im Vorjahr nicht mehr als Brutvogel der Agrarlandschaft festgestellt. Es gab nur drei einmalige Gesangsnachweise am 18. April im Lohner Klei (R. Joest),  am 30. April südöstlich Enkesen im Klei (M. Hölker) und am 16. Juni am Deponiekörper bei Sönnnern (A. Müller). Das einzige über die potenzielle Brutzeit hinweg mehrfach festgestellte Gesangsrevier befand sich wie in den beiden Vorjahren auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Büecke. Auch Wiesenpieper, Rohrammer und Turteltaube sind aus den Feldfluren der Hellwegbörde und des Haarstranges nahezu verschwunden: In diesem Jahr gelangen mir bei den Weihenkartierungen noch weniger Einzelnachweise dieser Arten als im Vorjahr. Nach dem regelrechten Einflugsjahr 2011 vernahm ich auch in diesem Jahr bei den Weihenkartierungen wieder überdurchschnittlich viele rufende Wachteln, vor allem auf dem Haarstrang und der Paderborner Hochfläche.

Bezüglich der Ursachen für den Bestandsückgang der Wiesenweihe in der Hellwegregion wird auf den Weihenbericht 2011 verwiesen. Zur Problematik des zunehmenden Anbaus von Mais und anderen Biogasfrüchten vor allem auf Kosten von Wintergetreide sei Folgendes ergänzt. Im Vorjahr hatten zwischen Geseke-Hölterberg und Salzkotten-Upsprunge erstmals seit Jahrzehnten keine Wiesenweihen mehr gebrütet. Anhand der Flächennutzungskartierung war nachweisbar, dass hier aufgrund vor allem von zwei in Betrieb genommenen Biogasanlagen großflächig der Anteil von Mais und anderen für die Brutansiedlung ungeeigneten Feldfrüchten stark (auf rund 50%) angestiegen war. Dies war wahrscheinlich eine wesentliche Ursache für das Verschwinden der Wiesenweihe, die hier vorher meist mit drei oder mehr Paaren in Wintergetreidefeldern brütete. In diesem Jahr haben sich die Anbauverhältnisse hier nicht ins Positive gewendet. Es wurde so auch nur ein Brutpaar der Wiesenweihe festgestellt, das sich am Nordrand der Feldflur südlich der B 1 angesiedelt hatte, wo es bisher nur sehr selten Bruten gab. Hier war der Maisanteil am kleinsten und es waren noch mehrere Wintergersten- und ein großes Feldgrasfeld vorhanden. Das Nest der Wiesenweihe befand sich im Feldgras. Diese Brut war ebenso erfolglos wie die folgende Ersatzbrut in einem Gerstenschlag nördlich der B 1 nah an der Bahnstrecke. Diese früher regelmäßig besiedelte Feldflur, die trotzdem nicht in das Vogelschutzgebiet integriert wurde, war seit einigen Jahren verwaist. Der für die Wiesenweihe besiedelbare Raum ist hier nämlich durch die Ausdehnung eines neuen Industriegebietes von Salzkotten (Haltiger Feld) stark reduziert worden. 

Hubertus Illner

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