Nachrichten vor 2008

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Weihensaison 2007 war erfolgreich

Landwirt Walter Hammer mit einer  der vier fast flüggen Rohrweihen, die in einer Schutzzone in seinem Weizenschlag bei Dedinghausen aufwuchsen und beringt wurden.„Mit 32 Brutpaaren brüteten fast doppelt so viele Wiesenweihen wie im Vorjahr, und auch der Bruterfolg war mit rund 80 ausgeflogenen Jungvögeln erfreulich hoch“, vermeldet Hubertus Illner.
 

Landwirt Walter Hammer mit einer der vier fast flüggen Rohrweihen, die in einer Schutzzone in seinem Weizenschlag bei Dedinghausen aufwuchsen und beringt wurden.


„In Getreidefeldern der Hellwegbörde brüteten in diesem Jahr mit 32 Brutpaaren fast doppelt so viele Wiesenweihen wie im Vorjahr, und auch der Bruterfolg war mit rund 80 ausgeflogenen Jungvögeln erfreulich hoch“, vermeldet Hubertus Illner, Biologe und Weihenbeauftragter bei der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest. Die Rohrweihe wurde ebenfalls erheblich häufiger nachgewiesen: rund 40, meist erfolgreiche Bruten wurden allein in Getreidefeldern entdeckt. Eine wesentliche Ursache für die hohen Brutpaar- und Jungenzahlen der beiden Weihenarten sieht der Weihenbetreuer in dem sehr hohen Bestand an Feldmäusen, dem bevorzugten Beutetier der über den Feldern jagenden Weihen.

„Ohne die Mithilfe der vielen Landwirte, die sich auch in diesem Jahr an den Schutzmaßnahmen für Weihenbruten in Getreidefeldern beteiligt haben, wären die hohen Zahlen an ausgeflogenen Weihen nicht möglich gewesen“, stellt der Biologe zufrieden fest. Insgesamt wurden mit 17 Landwirten Verträge über 24 Schutzzonen geschlossen, in denen die Getreideernte so lange über den normalen Erntetermin hinausgezögert wurde, bis die jungen Weihen ausgeflogen waren. Aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen erhielten die Landwirte eine von der Landwirtschaftskammer berechnete Entschädigung, welche die gestiegenen Getreidepreise berücksichtigte. Bei den anderen Bruten kam es entweder zu frühzeitigen Verlusten oder die Jungen flogen so zeitig aus, dass auf Schutzmaßnahmen verzichtet werden konnte.

Leider wurden in diesem Jahr einige Getreidebruten der Weihen trotz Absprache ausgemäht, räumt Hubertus Illner ein. „In einigen Fällen kam es bei der Ernte zu Pannen bzw. Missverständnissen, die sich vermeiden ließen, wenn achtsamer und geplanter vorgegangen wird“, gibt Jan Walter Hammer, stellvertretender Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest, zu Bedenken. Man muss nicht gleich bei Witterungsbedingten Ernteengpässen in Hektik geraten und dabei die Weihen aus den Augen verlieren. Er weiß wovon er spricht, denn er richtete in einem seiner Weizenschläge ebenfalls eine Schutzzone für die dort erstmals brütende Rohrweihe ein. Vier prächtige Jungvögel konnten so ausfliegen.

„Ich habe als Landwirt und Jäger kein Verständnis dafür, wenn ein Kollege wie geschehen dem Weihenbetreuer den Zutritt auf eine seiner Getreideflächen verwehrt, auf der sich eine Brut befindet“, stellt Jan Walter Hammer fest. Auch ihm gelang es nicht, den Landwirt umzustimmen, der dann kurzerhand das besagte Getreidefeld aberntete, ohne dass Schutzmaßnahmen eingeleitet werden konnten. „Die wissentliche Zerstörung von Brutplätzen der streng geschützten Weihenarten ist nach geltendem Naturschutzrecht verboten und kann im Extremfall auch zu finanziellen Einbußen bei der Flächenprämie führen“, stellt Jan Walter Hammer klar.

Seine Begeisterung für die seltenen Raubvögel war ihm bei der Mithilfe beim Beringen anzumerken. „ Ein Weihen-Männchen schafft am Tag bis über 15 Mäuse heran, um die Brut und das hudernde Weibchen mit Nahrung zu versorgen. In einem Mäusejahr wie diesem, sicherlich eine leichtere Beute als in normalen Jahren. Es zeigt aber auch die Abhängigkeiten innerhalb des Naturkreislaufes, den wir Menschen zu einem sehr großen Teil erheblich beeinflussen und gerade deshalb unseren Mitgeschöpfen gegenüber auch eine besondere Verantwortung zu tragen haben“, erläutert Jan Walter Hammer sein Naturverständnis.

 

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