Nachrichten vor 2008

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Der Kriechende Scheiberich

Eine extrem seltene Pflanze wächst bei Lippstadt: der Kriechende Scheiberich (Apium repens).

 









Eine extrem seltene Pflanze wächst im Umfeld des Margaretensees bei Lippstadt: der Kriechende Scheiberich (Apium repens). Das Vorkommen ist seit langem bekannt. Spätestens seit in Kraft treten der FFH-Richtlinie gibt es auch die fomale Pflicht, diese kleine Pflanze zu erhalten und ihre Vorkommen nach Möglichkeit zu stärken.
Verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Lebens- und Ausbreitungsbedingungen wurden an seinen Wuchsorten zwischenzeitlich ergriffen: Ein sogenannter Flößgraben, früher genutzt zur Wiesenbewässerung, wurde wieder angelegt, so dass über ein regelbares Wehr bei Bedarf Wasser zugeleitet werden kann. Am Margaretensee wurden stark verbuschte Flächen wieder freigestellt; sie werden nun bei Bedarf gemulcht und in der Vegetationsperiode mit Heidschnucken beweidet.
Die kleine Pflanze tut sich offenbar schwer, sich über ihre Samen zu verbreiten. Um bessere Ansiedlungsbedinungen zu schaffen, wurden in diesem Herbst am Margaretensee mit dem Bagger offene, flache Ufer hergestellt. Sie sind über einen längeren Zeitraum nur schütter bewachsen, und so kann sich der Kriechende Scheiberich hoffentlich wieder ausbreiten, ohne sich der Konkurrenz anderer Pflanzen erwehren zu müssen. Den Maßnahmen, die von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Soest und der ABU begleitet wurden, ging eine penible floristische Untersuchung voraus, um kein derzeitiges Vorkommen zu beeinträchtigen. Die teilweise nur kleinflächigen, vorhandenen Bestände wurden von jeglicher Maßnahme ausgespart.
Die derzeitige Bestandssituation des Kriechenden Scheiberichs bei Lippstadt ist eng verknüpft mit der Witterung in diesem Jahr: Eine frühe Begehung im Juni ergab relativ wenige Exemplare an allen vier Wuchsorten im Umfeld des Margaretensees. Die späte Kartierung im September hingegen lieferte ein sehr erfreuliches Bild. Die Individuenzahlen auf einer Pferdeweide waren – trotz starker Narbenbeanspruchung im trockenen Frühjahr - explosionsartig angestiegen, was offenbar mit einer anschließenden, längeren Überstauungsphase zu tun hat. Etwa ein Viertel der Triebe hatten Blüten.
Es handelt sich bei diesem kleinen Doldenblütler um eine Art, die rasch und senibel auf die jeweils herrschende Witterung reagieren kann - bei günstigen Bedingungen breitet sie sich rasch aus, bei ungünstigen verliert sie jedoch ebenso rasch an Boden. Die Ökologen bezeichnen dies auch als „Zieharmonika-Effekt“. Augenscheinlich ist sie anderen, um denselben Standort konkurrierenden Arten zeitweise überlegen, weil sie starke Nässe und starke Beweidung toleriert.
Offene und nasse Wuchsorte sind die entscheidende Voraussetzung, um das wertvolle Vorkommen des Kriechenden Scheiberichs auch in den kommenden Jahren zur erhalten.
Luise Hauswirth

 

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