Heuschrecken

Übersicht über die Heuschrecken des Kreises Soest - eine kommentierte Artenliste

(Stand: September 2010)
Zusammengestellt von Ralf Joest & Petra Salm

Die vorliegende Artenliste fasst den derzeitigen Kenntnisstand über das Vorkommen der Heuschrecken des Kreises Soest zusammen. Sie beruht auf Einzelbeobachtungen und auf systematische Erfassungen der Heuschreckenfauna einzelner Gebiete im Rahmen der Betreuung von Naturschutzgebieten im Auftrag des Kreises Soest. Abgesehen von wenigen vergleichsweise gut untersuchten Gebieten, insbesondere den Feuchtwiesengebieten und den Gebieten der Lippeaue, ist der Kenntnisstand über die Heuschreckenfauna des Kreises Soest als lückenhaft zu bezeichnen. Dies gilt insbesondere für weite Bereiche des Haarstanges und des Arnsberger Waldes sowie auch für die Lippeaue östlich von Lippstadt. Auch für schwer zu erfassende Arten wie baumbewohnenden, nachaktiven Laubheuschrecken (Punktierte Zartschrecke, Eichenschrecke) oder die Dornschrecken (Langfühler-Dorndornschrecke) bestehen noch große Kenntnislücken.

Informationen über in NRW heimische Heuschrecken gibt es beim Arbeitskreis Heuschrecken NRW.

 

Laubheuschrecken (Tettigoniidae)

Phaneroptera_falcata_JoestGemeine Sichelschrecke Phaneroptera falcata (nicht gefährdet)

Sehr selten, offenbar Ausbreitung in NRW im Zuge der Klimaerwärmung entlang der Bahnlinien. Ein Fund am alten Güterbahnhof Soest (2010).

 

 

Punktierte Zartschrecke (R. Joest)Punktierte Zartschrecke Leptophyes punctatissima (nicht gefährdet)

Mäßig häufig, im gesamten Kreisgebiet verbreitet. Lebt auf Bäumen und Sträuchern, auch in Siedlungen.

 

 

 

Gemeine Eichenschrecke (H. Vierhaus)Gemeine Eichenschrecke Meconema thalassinum (nicht gefährdet)

Häufig, im gesamten Kreisgebiet verbreitet. Baumbewohner, auch in Siedlungen.




 

Kurzflüglige Schwertschrecke, Weibchen (H. Vierhaus)Kurzflügelige Schwertschrecke Conocephalus dorsalis (Vorwarnliste)

Mäßig häufig, in den Niederungen der Lippe und ihrer Zuflüsse lokal verbreitet. Besiedelt feuchtes Grünland insbesondere mit Binsenbestände.

 

 

Langflügelige Schwertschrecke Conocephalus fuscus (nicht gefährdet)

Sehr selten, Fund eines Einzeltieres bei Seringhausen (2005), Arealerweiterer. Lebt an Säumen und Brachen mit Hochstauden.

Herrnann_Knwer_HeupferdGrünes Heupferd Tettigonia viridissima (nicht gefährdet)

Sehr häufig, vor allen in den tieferen Lagen verbreitet. Besiedelt Hochstauden, Säume und Gebüsche.

 



Zwitscherheupferd, Männchen (P. Salm)Zwitscherheupferd, Weibchen mit langem Legebohrer (H. Vierhaus)Zwitscherheupferd Tettigonia cantans (nicht gefährdet)

Häufig, vor allem in den höheren Lagen verbreitet, in der Lippeniederung auch gemeinsame Vorkommen mit T. viridissima. Ähnliche Lebensräume wie diese, jedoch eher auf feuchteren Flächen.

 

 

Hermann_Knwer_Roesells_BeischreckeRoesels Beißschrecke Metrioptera roeselii (nicht gefährdet)

Sehr häufig, fast im gesamten Kreisgebiet verbreitet, Verbreitungslücken auf dem Haarstrang. Besiedelt Hochstauden, Säume und Wiesen.

 

Kurzflügelige Beißschrecke Metrioptera brachyptera (in NRW gefährdet, in der Westfälischen Bucht stark gefährdet)

Sehr selten, Einzelvorkommen im Lindental bei Rüthen (Steinwarz 1996). Fundort auf Magerrasen.

Strauchschrecke, Männchen (H. Vierhaus)Gewöhnliche Strauchschrecke Pholidoptera griseoaptera (nicht gefährdet)

Sehr häufig, im gesamten Kreisgebiet weit verbreitet.  Besiedelt Gebüsche, Hochstauden und Säume auch im Siedlungsbereich.

 

 

 

Grillen (Gryllidae)

Heimchen Acheta domesticus (nicht gefährdet)

Selten, an warme menschliche Gebäude gebunden.

Feldgrille Gryllus campestris (stark gefährdet)

Sehr selten, Fund eines Einzeltieres bei Rüthen (Steinwarz 1996). Besiedelt lückig bewachsene Trockenstandorte.

 

Dornschrecken (Tetrigidae)

Säbeldornschrecke Tetrix subulata (Vorwarnliste)

Mäßig häufig, in den Niederungen der Lippe und ihrer Zuflüsse lokal verbreitet. Besiedelt feuchte Rohbodenstandorte und Gewässerufer.

Gemeine Dornschrecke (R. Joest)Gemeine Dornschrecke Tetrix undulata (nicht gefährdet)

Mäßig häufig. Besiedelt lückig bewachsene Standorte.

 

 

 

Langfühler-Dornschrecke (R. Joest)Langfühler-Dornschrecke Tetrix tenuicornis (in Nordrhein-Westfalen gefährdet, in der Westfälischen Bucht stark gefährdet)

Selten, wenige Vorkommen in der Pöppelsche, im Lörmecketal und an den Soester Klärteichen. An lückig bewachsenen Trockenstandorten, häufig auf Kalk, zu finden.

 

 

 

Feldheuschrecken (Acrididae)

Blaufl_Sandschrecke_JoestSphingonotus caerulans (in Nordrhein-Westfalen vom Aussterben bedroht, in der Westfälischen Bucht ausgestorben).

Sehr selten, offenbar Ausbreitung im Zuge der Klimaerwärmung entlang der Bahnlinien. Ein Fund am Bahnhof Soest (2004).

 

 

 

Sumpfschrecke (H. Vierhaus)Sumpfschrecke Stethophyma grossum (stark gefährdet)

Selten, in den Niederungen der Lippe und ihrer Zuflüsse lokal verbreitet. Lebt in sehr nassen Wiesen und an Gewässerufern.

 

 

 

Heidegrashüpfer Stenobothrus lineatus (gefährdet)

Selten, Einzelvorkommen in der Pöppelsche und am Wiesenberg bei Rüthen. Besiedelt trocken-warme Magerrasen.

Bunter Grashüpfer (R. Joest)Bunter Grashüpfer Omocestus viridulus (nicht gefährdet)

Mäßig häufig, vor allem in den höheren Lagen verbreitet. Besiedelt Grünland.

 

 

 

Nachtigall-Grashüpfer, Männchen (H. Vierhaus)Nachtigall-Grashüpfer Chorthippus biguttulus (nicht gefährdet)

Sehr häufig, im gesamten Kreisgebiet weit verbreitet. Besiedelt mäßig feuchtes bis trockenes Grünland, Säume und lückige Hochstaudenfluren.

 

 

Brauner Grashüpfer, Arnsberger Wald (H. Vierhaus)Brauner Grashüpfer Chorthippus brunneus (nicht gefährdet)

Selten, im Kreisgebiet lokal verbreitet. Lebt auf lückig bewachsenen, warmen Standorten.

 

 

 

Verkannter Grashüpfer Chorthippus mollis (in Nordrhein-Westfalen gefährdet, in der Westfälischen Bucht Vorwarnliste)

Sehr selten, Einzelvorkommen in der Lippeaue am Wulfesknapp seit drei Jahren erloschen. Besiedelt lückig bewachsene Trockenstandorte auf Sand.

Wiesengrashüpfer Chorthippus dorsatus (in Nordrhein-Westfalen stark gefährdet, in der Westfälischen Bucht gefährdet)

Sehr selten, Einzelfunde bei Rüthen (Steinwarz 1996) und in der Lippaue östlich von Lippstadt. Bewohnt magere Grünländer.

Weißrandiger Grashüpfer Chorthippus albomarginatus (nicht gefährdet)

Mäßig häufig, in den Niederungen der Lippe und ihrer Zuflüsse sowie in den Feuchtwiesengebieten lokal verbreitet. Bevorzugt mäßig feuchtes bis feuchtes Grünland und Überschwemmungszonen.

Gemeiner Grashüpfer Chorthippus parallelus (nicht gefährdet)

Sehr häufig, im gesamten Kreisgebiet weit verbreitet. Besiedelt auch Intensivgrünland.

Sumpfgrashüpfer Chorthippus montanus (in Nordrhein-Westfalen stark gefährdet, in der Westfälischen Bucht gefährdet)

Sehr selten, größeres Vorkommen im Feuchtwiesengebiet Stockheimer Bruch und im Almetal. Auf sehr feuchten bis nassen Wiesen und Weiden.

 

Literatur
Steinwarz, D. (1996): Heuschrecken am Haarstrang. ABU-info 3/96: 8-13.

Volpers, M. und Arbeitskreis Heuschrecken Nordrhein-Westfalen (1999): Rote Liste der gefährdeten Heuschrecken (Saltatoria) in Nordrhein-Westfalen mit kommentierter Artenliste. In: LÖBF/LAfAO NRW (Hrsg.): Rote Liste der gefährdeten Pflanzen und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 3. Fassg., LÖBF-Schr.R. 17.

 

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