Windkraft

Kollision von Greifvögeln und weiteren Großvögeln mit Windenergieanlagen

Foto4WDas Foto eines Wespenbussards, der wenige Meter vor der sich drehenden Rotorspitze zurückschreckt und damit einen Zusammenstoß gerade noch verhindern kann, illustriert auf beeindruckende Weise die Kollisionsgefahr an Windenergieanlagen (WEA), der insbesondere Vogelarten ausgesetzt sind, die eigentlich mit einem sehr guten optischen Sinn ausgestattet sind. Doch Geschwindigkeiten der  Rotorspitzen von WEA von 200 km/h und mehr überfordern offensichtlich auch Greifvögel, die in der Natur sich solch schnell im freien Luftraum bewegenden Objekten normalerweise nicht ausgesetzt sind. Neue publizierte Forschungsergebnisse des britischen Sinnesphysiologen Graham Martin legen nahe, dass Großvogelarten mit eingeschränkten Gesichtsfeldern (Ergebnis von Lage, Form und Größe der Augen) im weiträumig freien Luftraum auftauchende Strukturen wie z.B. Freileitungen nicht wahrnehmen können, wenn sie im Flug nach unten schauen. Das erklärt auch, warum Vögel wie z.B. Großtrappen in größeren Zahlen selbst an Freileitungen verunglückten, die zur besseren Sichtbarkeit markiert worden waren. Greifvögel und Eulen haben ebenfalls kleine Gesichtsfelder und Arten wie Rotmilan und die Weihenarten blicken im Flug häufig nach unten. Prof. Martin geht davon aus, dass diese Eigenschaften auch eine (Teil-) Erklärung für die vielen Kollisionen von Greifvögeln und Eulen an WEA sind.

Totfunde von Tag- und Nachtgreifen unter WEA in den Hellwegbörden und deren Umgebung
Der Betrachtungstraum für die folgend aufgeführten Funde von Kollisionsopfern unter WEA entspricht in etwa dem Untersuchungsraum des mittelwestfälischen Weihenschutzprogrammes, das seit 2006 von mir betreut wird. Es umfasst das gesamte Europäische Vogelschutzgebiet Hellwegbörde von Unna bis Salzkotten mit Randbereichen und darüber hinaus die Paderborner Hochfläche bis Marsberg-Meerhof.
In den Jahren 2005 bis 2009 gab es in diesem Raum die ersten Zufallsfunde von toten Greifen unter WEA: 2 Rotmilane, 1 Wanderfalke und 1 Uhu (siehe Fotos). Bei zwei Fällen  von Wiesenweihen mit Flügelbrüchen (bei Haarhöfe und Marsberg-Meerhof; Näheres zu einem hier) war nicht eindeutig zu  klären, ob die noch lauffähigen Vögel mit einer WEA oder mit einem KFZ kollidiert waren.

Es gibt zudem bis 2009 einige Beobachtungen von Greifvögeln in den Hellwegbörden, die gefährlich nah an den Rotoren von WEA flogen. Dies sind bisher Rotmilan, Wiesenweihe, Rohrweihe, Kornweihe (siehe Foto), Mäusebussard, Turmfalke und Fischadler. Der bei Effeln im April in Rotorhöhe ziehende Fischadler zeigte ein ähnlich spätes Ausweichverhalten wie der abgebildete Wespenbussard (eigene Beobachtung).

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Da bis 2009 unter den rund 400 westfälischen WEA in den Feldfluren von Unna bis Paderborn in keinem nennenswerten Umfang systematisch nach Kollisionsopfern gesucht wurde, ist von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen. Denn dokumentierte Zufallsfunde sind selten, weil tote oder verletzte Vögel von Wegen aus vor allem in der Vegetationsperiode meist nicht zu entdecken sind, weil Kadaver von Aasfressern weggeschafft werden oder bei landwirtschaftlichen Arbeiten verloren gehen, weil verletzte Vögel sich laufend oder flatternd von den WEA entfernen können und weil davon auszugehen ist, dass Totfunde durch Menschen von diesen entfernt und nicht öffentlich gemacht werden, zumal es keine Verpflichtung gibt, Totfunde zu melden. In einigen Windparks Ostdeutschlands wurde in größerem Umfang nach Kollisionsopfern gesucht, und entsprechend wurden dort auch deutlich mehr Greifvögel als Windkraftopfer dokumentiert, insbesondere Rotmilan, Mäusebussard und Seeadler (zur bundesweiten Fundliste).
 
In den Jahren 2010 bis 2012 wurde erstmals in der Hellwegregion in einigen Windparks (Ostbüren, Rüthen/Spitze Warte, Büren-Steinhausen, Geseke und Ense-Bittingen) gezielt nach toten Greifvögeln und Eulen gesucht; gefunden wurden u.a. Rotmilan, Mäusebussard, Turmfalke, Baumfalke und Waldohreule (Bergen & Loske 2012: Modellhafte Untersuchungen zu den Auswirkungen des Repowerings von Windenergieanlagen auf verschiedene Vogelarten am Beispiel der Hellwegbörde). Die meisten der von den Autoren genannten Totfunde wurden auch von anderen Personen (meist zufällig) gemacht und waren auf dieser Webseite schon dokumentiert worden, bevor das Gutachten erschien (Näheres dazu in einer Stellungnahme zu diesem Gutachten (DownloadPDF).

Funde im Jahr 2010

Im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde gab es 2010 vier weitere Zufallsfunde von Greifvögeln, die offensichtlich an WEA verunglückten. Im Windpark Ostbüren (Kr. Unna) wurden unter drei verschiedenen WEA tot gefunden: am 24.4.2010 ein Rotmilan etwa 20 m vom Mastfuß entfernt (Foto siehe unten), am 30.6.2010 ein Baumfalke etwa 8 m vom Mastfuß entfernt (Foto siehe http://www.oagkreisunna.de/2010/07/03/8340/) und am 9.10.2010 ein Mäusebussard (Foto siehe unten). Weitere (Verdachts-) Fälle betreffen den Fund von mehreren Schwungfedern eines Mäusebussards am 21.4.2010 am Fuß einer WEA im Windpark Wehlhügel bei Effeln und den Fund eines am Flügel verletzten, abgemagerten aber noch lauffähigen Rotmilans am 1.5.2010 bei Säckershof, ca. 600 m von einer WEA am Nordrand des Windparks Echelnpöten-Ostheide entfernt. Inzwischen liegt auch der Untersuchungsbefund des am 3.3.2005 unter einer WEA bei Barkhausen tot gefundenen, dann eingefrorenen Uhus (Foto siehe oben) von Dr. O. Krone vor: "Der adulte männliche Uhu ist sehr wahrscheinlich durch die Kollision mit dem Rotor einer Windkraftanlage zu Tode gekommen, wofür die traumatischen Verletzungen sprechen".

Funde und Beobachtungen im Jahr 2011

Am 5. März 2011 und am 28. April 2011 wurde im Windpark Ostbüren(Kreis Unna) erneut je ein Rotmilan tot unter einer WEA gefunden (Foto siehe unten). Die  Totfunde wurden von einem Spaziergänger gemeldet. Dies sind der dritte und vierte Zufallsfund eines getöteten Rotmilans in diesem Windpark innerhalb von nur drei Jahren. Nach einer ersten Untersuchung durch Dr. M. Bunzel-Drüke wies der im März gefundene Altvogel einen zertrümmerten Schädel, unterhalb des Schädels einen Wirbelbruch und wahrscheinlich eine Verletzung im Bereich des Schlüsselbeins auf. Der Rotmilan vom April wies eine Knochenverletzung an der Brust auf. Diese Diagnosen bestätigen Röntgenbilder von Dr. D. Hegemann und eine Autopsie durch Dr. O. Krone (IZW Berlin). Die Vogelkadaver wurden zur näheren Untersuchung an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin geschickt. Ein kopfloses adultes Männchen des Turmfalken wurde am 21.April 2011 von F. Bergen etwa 8 m vom Mastfuß einer WEA im Windpark Ostbüren gefunden (am 24.5.2012 durch F. Wierzchowski bestätigt). Eine tote Waldohreule fand K.-H. Loske am 8. Mai 2011 an einer WEA im Windpark Geseke-Hölterberg. Da der Fundort nur einige Meter von einem asphaltierten Feldweg entfernt war, ist allerdings nicht sicher auszuschließen, dass die Eule mit einem Kfz und nicht mit einem Rotorblatt kollidiert ist. Ein dritter toter Rotmilan wurde am 30. August 2011 unter einer WEA auf dem Haarkamm an der Spitzen Warte bei Rüthen gefunden, der in zwei Teile durchtrennt war (Näheres hier). Je ein Mäusebussard kollidierte mit einer WEA im April 2011 im Windpark Geseke südlich Hölterberg (siehe Foto unten) und im November 2011 im Windpark Wehlhügel nördlich Belecke (Näheres hier).
Etwas weiter vom VSG Hellwegbörde entfernt im Kreis Lippe wurde am 24. Mai 2011 ein toter adulter Wespenbussard 8 m vom Fuß einer WEA (Typ E 58) bei Blomberg-Großenmarpe, nur 55 m vom Waldrand entfernt, von einem Mitarbeiter des Umweltamtes gefunden (Foto siehe unten). Ein  Tierarzt diagnostizierte ein Trauma. Der Wespenbussard ist als Zugvogel wie z.B. auch Baumfalke und Wiesenweihe in der Vegetationsperiode nur unter besonderen Umständen als WEA-Opfer aufzufinden. Bei diesem Zufallsfund war dies nur möglich, weil es sich um eine Maisfläche handelte, die aufgrund starker Frühjahrstrockenheit nur etwa 10 cm hoch gewachsen und dadurch gut einsehbar war.
Adulte und flügge Wiesenweihen eines Brutvorkommens im Windpark bei Merklingsen wurden mehrfach bei gefährlichen Annäherungen an die Rotoren der dortigen WEA beobachtet, eine Kollision wurde nicht festgestellt (Näheres hier und hier und hier). Weitere gefährliche Annäherungen wurden bei den Weihenerfassungen beobachtet: Am 4. Mai 2011 1 Rohrweihe an einer WEA bei Hilbeck-Brünningsen (Link) und am 5. Juli 2011 1 Turmfalke an einer WEA bei Deiringsen (Link).

Funde und Beobachtungen im Jahr 2012

Am 25. September 2012 wurde im Windpark Ostbüren(Kreis Unna) erneut ein toter Rotmilan unter einer WEA entdeckt (Fotos siehe unten). B. Glüer machte den Fund nur etwa 36 m von dem Masten einer WEA mit einem Rotorradius von 32 m und einer Nabenhöhe von 68 m. Nach einer ersten Untersuchung durch Dr. M. Bunzel-Drüke wies der diesjährige Vogel Knochenfrakturen an beiden Flügeln, an einem Oberschenkel und im Leibesinnern auf. Dies ist schon der fünfte Schlagopferfund eines Rotmilans innerhalb von nur 5 Jahren in einem Windpark von anfangs 7, aktuell 14 Anlagen. Schon die Mindestzahl von durchschnittlich einem getöteten Rotmilan pro Jahr (eine hohe Dunkelziffer nicht gefundener Schlagopfer ist anzunehmen) in diesem Windpark ist als erheblich für die lokale Rotmilanpopulation anzusehen, zumal J. Brune bei jährlichen Erfassungen in diesem Raum brütender Rotmilane vereinzelt feststellte, dass ein unerklärliches  Verschwinden von Revier- oder Brutpaaren im Umfeld des Windparks im zeitlichen Zusammenhang mit Totfunden von Altvögeln in diesem Windpark stand.
Am 3. Okt. 2012 wurde von H.W. Lange ein toter Rotmilan unter einer WEA bei Bausenhagen, Kreis Unna im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde gefunden. Nach J. Brune handelt es sich um einen diesjährigen Rotmilan, der vermutlich von einem nahen Gemeinschafts-Schlafplatz des Rotmilans stammt, an dem im September die Höchstzahl an Individuen anwesend war. Der Kadaver lag ohne Kopf auf der Schotterzufahrt etwa 10 m vom Masten der WEA entfernt. Die betreffende WEA Enercon E-40 hat eine Nabenhöhe von 65 m und einen Rotorradius von 20 m. Nach einer äußerlichen Untersuchung durch Dr. M. Bunzel-Drüke wies der Milan an beiden Flügeln jeweils zwei Brüche auf und seine Liegezeit schätzte sie auf etwa drei Wochen.
Gefährliche Annäherungen an die Rotoren von WEA wurden außerdem mehrfach bei den Weihenerfassungen beobachtet: Am 2. Juni 2012 1 Rohrweihe im Windpark östlich Echtrop (Link); am 9. Juli 2012 1 Rotmilan im Windpark Merklingsen (Link), dessen Brutplatz nur einige Hundert Meter vom Windpark entfernt ist und mehrfache Beobachtungen von Wiesenweihen, die in der Nähe von WEA bei Merklingsen brüteten (Link).
Am 20. Oktober 2012 mittags zogen bei sonnigem Wetter 14 Kraniche auffallend niedrig nach Südwest über den Haarkamm westlich von Ruhne/Ense. Die Vögel flogen in aller Seelenruhe westlich an der westlichsten WEA des dortigen Windparks vorbei (Fotos hier). Soweit erkennbar veränderten sie ihr Verhalten weder vor dem Erreichen der WEA noch beim Vorbeiflug. Bei leichtem Südwind drehten sich die Rotorblätter der WEA nur langsam (M. Wenner). Berechnungen anhand der Fotos, des Abstandes Fotostandort zu WEA und der bekannten Abmessungen der WEA und der Kraniche ergaben, dass die Kraniche etwa 20-60 m entfernt an den Rotorspitzen vorbeiflogen (F. Stenzel, H. Illner).
 
Funde und Beobachtungen im Jahr 2013
Folgende gefährlichen Annäherungen an die Rotoren von WEA wurden beobachtet:
Am 16.3.2013 rüttelte ein Raufußbussard über eine halbe Stunde über einem Rapsfeld an einer WEA-Reihe westlich von Merklingsen. Dabei näherte sich der 20 bis 60 m hoch fliegende Bussard bis minimal etwa 100 m an die Rotoren einer WEA (Link).
Am 17.3.2013 wurde der Raufußbussard hier erneut nah an den WEA rüttelnd beobachtet (Link).
Am 24.3.2013 wurde ein Rotmilan im Windpark Ostbüren heftig von einer Rabenkrähe attackiert und der Milan versuchte, durch Höhengewinn zu entkommen. Der Milan flog anfangs unterhalb der Rotorebene, im Laufe der Auseinandersetzung wurde etwa die Höhe der Nabe erreicht, danach flog der Milan allein höher, über die Rotorebene hinaus. Der Milan näherte sich schätzungsweise minimal etwa 80 bis 100 m an die sich drehenden Rotoren (H. Knüwer schriftlich, Link).
Am 29. März 2013 flog ein Raufußbussard im Windpark Wehlhügel auf dem Haarkamm bei Effeln, wobei er sich zum Teil weniger als ca. 100 m an Rotorflügel von WEA annäherte, vor allem als er von einer Rabenkrähe hartnäckig verfolgt wurde und auf ca. 80 m Höhe hinaufkreiste (Link).
Raufußbussard westlich Merklingsen rüttelnd (16. März 2013, H. Illner)Immer wieder rüttelte der Raufussbussard über dem Rapsfeld westlich Merklingsen (17.3.2013, M.Wenner)
 Rotmilan im Windpark Ostbüren, wird  von einer Rabenkrähe angegriffen (24. März2013, G. Gossmann)
 
 
 
Am 21.5.2013 um 13:29 Uhr (MESZ) flog eine männliche Wiesenweihe langsam (beim Versuch im geringen Aufwind aufzusteigen) von Ost nach West an der nordöstlichsten WEA im Windpark Merklingsen-Ost (bei überwiegend bedecktem Himmel, schwachem Westwind, ca. 15°C) und wurde dabei zweimal hintereinander von einem sich nach unten, auf ihren Rücken sich zubewegenden Rotorflügel fast getroffen, denn die Weihe kam beide Male ins Strudeln (einmal kurz vor und einmal kurz hinter dem Rotorflügel), gelangte dabei etwa 1 m tiefer. Die 33 m langen Rotoren drehten sich zu diesem Zeitpunkt nur langsam (7 Umdrehungen pro Minute), die Fast-Kollisionen ereigneten sich bei der Fünf-Nach-Halbstellung einer auf die Rotorebene projizierten Uhr, etwa 3 m unter der Rotorspitze, also bei einer Geschwindigkeit von rechnerisch 78 km/h. Die Weihe schien noch im letzten Moment auszuweichen, was bei einer höheren Rotorgeschwindigkeit wohl nicht mehr möglich gewesen wäre. Es überraschte, dass die Weihe nach der ersten Beinahe-Kollision keine deutliche Fluchtbewegung aus dem Gefahrenbereich heraus zeigte, obwohl ihr knapp 3 Sekunden bis zum Eintreffen des nächsten Rotorflügels verblieben (H. Illner).
 
Funde und Beobachtungen im Jahr 2014
Folgende gefährlichen Annäherungen an die Rotoren von WEA wurden beobachtet:
15:55 Uhr 23 Blässgänse etwa 150 m hoch über Klotingen nach SSW fliegend, ca. 1 km vor der ersten WEA nördlich Ehningsen bzw. etwa 2 km vor dem Windpark südlich Ehningsen (die WEA drehten sich langsam) plötzliche Kursänderung (wegen der WEA?), zweimal Kreisen, dann nach Ost fliegend (H. Illner).
Am 6.2.2014 über Bad Wünnenberg mehrere Kranichzüge.... Es wird deutlich, dass die Kraniche den neu entstandenen Windpark auf dem Sintfeld bei Leiberg als Hindernis wahrnehmen und diesen auf ihrer Zugstrecke umfliegen (K. Schnell; Näheres dazu hier).
Am 8.4.2014 näherte sich 11:30 Uhr (MEZ) eine weibliche Rohrweihe, die offenbar einem etwa 150 m entfernt fliegenden Männchen folgen wollte (was einige Minuten vorher auch angebettelt worden war), in Nabenhöhe schätzungsweise weniger als 50 m einem der still stehenden Rotorblätter der einzeln stehenden WEA, zeigte dann eine deutliche Schreck- und Ausweichreaktion und umflog darauf die Rotorblätter. Die Rohrweihe näherte sich mit dem Wind kreisend von Südwest aus den Rotorblättern, die in der Ruhestellung Südwest ausgerichtet waren. Einige Sekunden vor dem Vorfall setzte ein starker böiger Wind mit kräftigem Regen ein. Vermutlich waren zwei zusammen treffende Faktoren verantwortlich für die Beinahe-Kollision: das Abgelenktsein des Weibchens durch das nah fliegende Männchen und der plötzlich aufkommende starke Wind, der die Manövrierfähigkeit herabsetzte.
Am 31.3.2014 wurde unter einer WEA (5 m vom Masten entfernt) westlich von Ostbüren (Kreis Unna) im VSG Hellwegbörde von einer Reiterin ein flügellahmer adulter männlicher Mäusebussard gefunden. Die WEA des Typs E53 (400 KW, Nabenhöhe73 m, Rotorradius 26,5 m) steht einzeln, etwa 700 m von dem Windpark Ostbüren entfernt. Am folgenden Tag wurde der Bussard von Dr. D. Hegemann in Soest untersucht. Der Vogel wies einen Ellenbogen-Bruch mit durchtrennten Sehnen auf und mußte eingeschläfert werden (M. Lebeus, Näheres dazu hier).
Am 3.5.2014 näherten sich eine Wiesenweihe und ein Rotmilan, die sich minutenlang in Höhe der sich drehenden Rotorblätter einer WEA im Windpark Hilbeck-Brünningsen verfolgten, minimal etwa 50 m an diese.
Am 26.5.2014 fand K. Schnell einen toten Mäusebussard unter einer großen WEA auf der Paderborner Hochfläche bei Gut Wohlbedacht (Link und Foto).
Am 16.6.2014 näherte sich ein Baumfalke etwa 50 m hoch kreisend der südwestlichen WEA im Windpark bei Lohe. Es folgte ein Gleitflug. der nur knapp 50 m an den sich drehenden Rotorblättern der WEA vorbeiführte (Link).
Am 11.8.2014 durchflog eine männliche Rohrweihe mit Beute den Windpark bei Brünningsen westlich von Hilbeck im unteren Rotorenbereich (Link).
Am 19.9.2014 wurde ein schwer verletzter, noch laufender Mäusebussard (Flügel-und Beindurchbruch) zwischen Wiggeringhausen und Lohe gefunden, der eingeschläfert werden mußte. Der Fundort befand sich 250-350 m von der Bahnstrecke bzw. der nächsten WEA entfernt, so dass als Todesursache die Kollision entweder mit einem Zug oder einem Rotorblatt einer WEA anzusehen ist.
Still stehende WEA bei Ebbinghausen (8.4.2014, H. Illner)Weibliche Rohrweihe an der WEA östlich von Ebbinghausen, 2 h vor der Beinahe-Kollision (8.4.2014, H. Illner)Euthanisierter Mäusebussard, WEA-Opfer von Ostbueren (1.4.2014, M. Lebeus)Wiesenweihe und Rotmilan an der WEA bei Brünningsen (3.5.2014, H.Illner)
 
Funde und Beobachtungen im Jahr 2015
Östlich von Siddinghausen, Stadt Büren, Kreis Paderborn, am Rand des VSG Hellwegbörde wurde am 6. April 2015 ein flugunfähiger, entkräfteter Rotmilan durch einen Anwohner aufgegriffen und gelangte schließlich zur Vogelpflegestation Essenthoer Mühle. Wilfried Limpinsel stellte dort fest, dass der äußere Teil eines Flügels mitsamt Knochen, Haut und Sehnen abgetrennt war. Der adulte Rotmilan musste eingeschläfert werden. Der Fundort lag 670 m westlich von der nächsten WEA (Enercon E70) des Windparks am Mühlernberg. Aufgrund des typischen Verletzungsbildes ist die Kollision mit einer WEA als Verletzungsursache wahrscheinlich (die nächste Freileitung ist über 1,5 km entfernt); eine Untersuchung des Vogels am IZW in Berlin soll weiteren Aufschluss geben. Zwischen der WEA und dem Fundort lagen zwei etwa 10 cm hoch gewachsene Winterweizenfelder, die der Rotmilan zu Fuß überquert haben könnte.
Am 5.Juni 2015 entdeckte R. Pohlmeyer einen fast frischtoten weißen Mäusebussard unter einer einzelnen WEA (Enercon E70) südlich von Marsberg-Meerhof, Hochsauerlandkreis/HSK, am Rand einer ornithologisch wertvollen Feldflur mit u.a. Wiesenweihe als Brutvogel. Der Bussard lag nur einige Meter vom Betonsockel des Turms entfernt. Die Todesursache WEA-Kolliision ist sehr wahrscheinlich.
Im Juli 2015 kollidierte ein adulter Weißstorch tödlich mit einer Hochspannungsleitung im Windpark westlich Marsberg-Meerhof. Drei parallel laufende Freileitungen unterschiedlicher Höhe und die vielen WEA im Umfeld scheinen kumulativ das Kollisionsrisiko an diesen Objekten zu verunglücken zu erhöhen (Näheres dazu hier). Untersuchungen an niederländischen WEA (Brenninkmeijer & Klop 2015) zeigten, dass unter Freileitungen in der Nähe von WEA mehr tote Vögel gefunden wurden als unter den benachbarten WEA. Es wird die Hypothese aufgestellt, dass Vögel den WEA auswichen aber dann mit den weniger sichtbaren Leitungen kollidierten. Zur gleichen Zeit wurde unweit von diesem Ort ein zweiter Weißstorch tot aufgefunden, dessen Todesursache noch geklärt werden muss (nach Beobachtungen von B. Koch und W. Limpinsel).
Am 19.8.2015 verunglückte ein Mäusebussard offenbar an einer WEA im Windpark Echtrop (Näheres dazu hier).

Verletzter Rotmilan aus Siddinghausen beim Vogelpfleger Wilfried Limpinsel 29: Mai 2015, H. Illner)Mäusebussard unter einer einzelnen WEA südlich Marsberg-Meerhof (5.6.2015, R.Pohlmeyer)
 
Erneut (siehe Beobachtungsmeldung vom 20.10.2012) wurden ziehende Kraniche gefährlich nah an den sich drehenden WEA auf dem Haarkamm bei Ruhne/Ense beobachtet und fotografiert (Fotos hier). Die Beobachtungen von M. und G. Wenner am 22.11.2015 von 11:00 bis 14:45 Uhr lassen sich wie folgt zusammenfassen. Bei relativ frischem Westwind und Temperaturen von ca. 3°C flogen alle 37 Kranich-Trupps bei wolkenverhangenem Himmel und einer von Westen aufziehenden Schneefront sehr niedrig nach Südwest, geschätzt 70 bis 130 m über Grund in Höhe des Haarkammes. Beobachtet wurde von der höchsten Stelle des dortigen Haarkammzuges, 656 m nordwestlich von der westlichsten WEA (EN044) der drei neuen WEA (siehe Karte). Alle Trupps flogen gradlinig ohne optisch erkennbare Reaktion (z.B. Ausweichen, Hochkreisen) an den drei großen neuen und drei kleinen alten WEA des Windparks vorbei. Etwa 10 Trupps zogen westlich knapp an der westlichsten WEA vorbei, etwa 24 zogen weiter östlich von dem Windpark - im größeren Abstand zu der östlichsten WEA - und 3 zogen etwa in der Mitte zwischen der westlichsten alten WEA EN018 (Nabenhöhe 41 m, Rotorradius 20 m) und der neuen WEA EN044 (Nabenhöhe 104m, 46 m Rotorradius) hindurch. Die Flugwege (siehe Karte) zwischen den beiden westlichsten WEA EN018 und EN044 waren besonders gefährlich, denn die geschätzt 70 bis 130 m hoch fliegenden Kraniche flogen in Abständen von nur etwa 40 bis 60 m an den Rotorblattspitzen der beiden WEA vorbei (da die Rotorblattscheiben nach Westen ausgerichtet waren, die Zugrichtuung aber Südwest war, lagen die Rotorblätter nicht parallel zu den Zugbahnen, sondern reichten etwas in den Freiraum zwischen den beiden WEA) , deren Türme nur etwa 160 m voneinander entfernt sind. 
Zugweg Kraniche (rot) am 22.11.2105 und Linie (weiß) vom Beobachtungsort zur nächsten großen WEA  EN044 (M.Wenner)
 
Funde und Beobachtungen im Jahr 2016
Eine diesjährige voll ausgewachsene Rohrweihe wurde auf dem Haarkamm bei Menzel von einem aufmerksamen Bürger verletzt aufgefunden. Sie war flugunfähig, konnte aber zu Fuß flüchten. Eine erste Untersuchung ergab, dass im rechten Handgelenk etwas gebrochen war, was schätzungsweise einen Tag zurücklag. Die Rohrweihe wurde ca. 15 m von einer Landstraße und ca. 80 m vom Turm einer WEA in Grünlandvegetation gefunden. Ob sie mit einem Kfz oder einer WEA kollidiert ist, ist vorerst unklar, weil die Weihe in diesem Zustand zu Fuß Hunderte Meter weit gelaufen sein kann.
Verletzte Rohrweihe aus Menzel, kurz vor der Versorgung mit toten Eintagsküken (30.8.2016, H. Illner)
Am 11.9.2016 wurde ein flügelverletzter Mäusebussard knapp 60 m von einer WEA (E 48, Rotorradius 24 m, Nabenhöhe 76 m) entfernt im Windpark östlich von Lohe gefunden. Er flüchtete zu Fuß in ein nahes Gehölz, wo er am 14.9.2016 lebend wieder gefunden wurde. Die Verletzungsart (Splitterbruch im Unterarm) und die Fundumstände (weder Freileitung noch Straße im Umkreis von 300 m) sprechen eindeutig für eine WEA-Kollision als Verletzungsursache. Näheres dazu hier. Am 12.12.2016 musste der Bussard trotz erfolgreicher Operation eingeschläfert werden, weil der veletzte Flügel steif blieb. 
 
Kollisionen von Wiesenweihen an WEA in Europa
In Nordspanien wurden die ersten tödlichen Kollisionen von Wiesenweihen an WEA am 11.10.2004 in der Provinz Rioja und am 19.4.2006 in der Provinz Saragoza (siehe Foto) durch A. Camiña Cardenal (schriftl.) nachgewiesen, weitere Funde gab es am 8.9.2009  in den Provinz Navarra (J.M. Lekuona schriftl.) und am 26. April 2010 in der Provinz Castellón in Ostspanien (R. Limiñana schriftl.).
Durch eine Publikation im Journal for Applied Ecology im Oktober 2011 und durch einen Vortrag von R. Munoz (Vortrag auf einer spanischen Weihentagung) wurden 17 weitere an WEA verunglückte Wiesenweihen öffentlich. Diese wurden in Windparks Südspaniens (Region Cadiz) von 2005 bis 2010 gefunden, darunter auch zahlreiche flügge Jungvögel, die im Spätsommer an WEA umkamen (M. de Lucas und R. Munoz schriftlich).
Im Jahr 2010 wurden in Norddeutschland die ersten Wiesenweihen als Opfer von WEA festgestellt. Eine männliche Wiesenweihe wurde am 9. Mai 2010 an einer WEA im Bürgerwindpark Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog in Nordfriesland tot gefunden (Näheres dazu hier). In Ostfriesland lag am 16. Mai 2010 eine frischtote männliche Wiesenweihe unter einer WEA und eine Beinahe-Kollision im selben Windpark wurde filmisch dokumentiert (http://www.wiesenweihen.com/aktuelles.html). Die Untersuchung des Vogels am Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin lässt auf ein Barotrauma (sehr starke schnelle  Luftdruckänderungen in Rotornähe führen u.a. zu Lungenbluten) als wahrscheinliche Todesursache schließen (Dr. O. Krone schriftlich). Barotrauma, an dem auch Taucher sterben können, wurde bisher von kanadischen Forschern bei mehreren Fledermäusen, die tot unter WEA gefunden wurden, als Todesursache nachgewiesen.
Außerdem gab es am 24.7.2010 aus diesem ostfriesischen Windpark noch den Fund einer adulten weiblichen Rohrweihe unter einer WEA und Verdachtsfälle von weiteren tödlichen Kollisionen von Wiesenweihen mit WEA in Ostfriesland (http://www.wiesenweihen.com/aktuelles.html). Weitere drei Totfunde von Wiesenweihen gab es in Niedersachsen (Dürr schriftlich). In der Diepholzer Moorniederung verunglückten in dem Jahr 2014 eine männliche Wiesenweihe mit Jungen und im Jahr 2015 eine junge Wiesenweihe, jeweils unter derselben WEA (Näheres dazu hier). An einer ostfriesischen WEA verunglückte eine junge, gerade flügge Wiesenweihe am 24.8.2014 und wurde dabei fotografiert (Näheres dazu hier).
Für Portugal werden von Bernardino et al. (2012) mindestens 7 an WEA verunglückte Wiesenweihen aufgeführt. In Frankreich sind mindestens 8 Todesfälle dokumentiert, allein 7 von 2006 bis 2013 in Windparks mit anfangs 11, am Ende 24 WEA bei Aumelas in Südfrankreich; in mindestens einem Fall führte dies auch zum Brutverlust (M. Bouzin/LPO Hérault 2013).
Die weit überwiegende Zahl von adulten Wiesenweihen, die tot unter WEA gefunden wurden, betrafen Männchen in der Brutperiode, wenn sie häufig akrobatische Balzflüge bis in große Höhen vollführen und täglich Nahrung zu den Weibchen und Jungen transportieren. Das auffälligere Gefieder der Männchen, das Funde erleichtern könnte, dürfte für die unterschiedlichen Fundhäufigkeiten allenfalls eine Teilerklärung sein. Angesichts der deutlich höheren Flugaktivität der Männchen am Balz- und Brutplatz ist ihre gegenüber den Weibchen höhere Kollisionsgefährdung an WEA in der Brutperiode erklärbar; besenderte Männchen können am Brutplatz am Tag Flugstrecken von aufsummiert über 300 km zurücklegen (A. Schlaich schriftlich).
 
Der Sonderfall Rotmilan
Insgesamt liegen also jetzt schon 8 Funde (und ein Verdachtsfall) von Rotmilanen unter WEA im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde bzw. dessen Randzonen vor. Auch in den höheren Lagen der benachbarten Kreise Paderborn und Hochsauerland wurden Rotmilane tot unter WEA gefunden. Bei Brilon-Sunderhof wurde ein Rotmilan am 9. April 2007 gesichtet, der im Baumgeäst unter der am Waldrand stehenden WEA lag (Foto hier). Im Windpark auf der Paderborner Hochfläche östlich von Haaren südlich der A 44 wurden von einem Jagdpächter in den letzten neun Jahren 3 tote Rotmilane unter einer der 11 WEA gefunden; typischerweise bilden sich hier nach der Getreideernte größere Ansammlungen von Rotmilanen (R. Nolte 11.9.2013 mündlich). 
 
Rotmilane sind bekanntermaßen besonders der Kollisionsgefahr an WEA-Rotoren ausgesetzt. Die deutsche Fundliste wies am 7. Okt. 2013 213 durch WEA getötete Rotmilane auf. Eine sehr detaillierte Auswertung der Totfunde für Brandenburg ergab, dass im Jahr 2012 wahrscheinlich etwa 300 Rotmilane an den rund 3000 betriebenen WEA Brandenburgs umkamen, was rund 3% der nachbrutzeitlich vorhandenen Individuenzahl entsprach (Bellebaum et al. 2013). Es wurde eine "Todesrate" von 4% errechnet, aber der die Zusatzmortalität durch WEA sich sogar negativ auf die Bestandsentwicklung des gesamten Brutbestandes des Rotmilans in Brandenburg auswirken würde. Dieser Wert könnte mit der Inbetriebnahme weiterer genehmigter WEA bald erreicht sein. Deshalb gibt es auch die planerische Empfehlung der staatlichen Vogelschutzwarten (Download-PDF), mindestens 1,5 km um einen Rotmilanhorst und wichtige Nahrungsflächen keine WEA  zu genehmigen. Eine 2015 vorgenommene Aktualisierung der Empfehlungen sieht sogar einen Mindestabstand von 1,5 km von WEA zu Rotmilan-Brutplätzen vor (Download siehe unten).
 
Es zeigt sich aber, dass von diesen Abstandsempfehlungen auch aktuell zum Teil eklatant abgewichen wird. So wurden bis 2013 zwei weitere WEA am westlichen Rand des Windparks westlich von Marsberg-Meerhof (im Kreis Hochsauerland) errichtet und dies weniger als 400 m (minimal etwa 200 m) von einem traditionellen Gemeinschafts-Schlafplatz von Rotmilanen entfernt, welcher sich auf dem Kreisgebiet PB befindet (siehe Foto unten). Hier wurden im Spätsommer 2009 und 2010 maximal 55 und 48 Rotmilane am Schlafplatz gezählt (Näheres hier). Auch in der Brutzeit halten sich sich hier zahlreiche Milane auf, so z.B. 8 Rot- und 2 Schwarzmilane am 28.4.2014 (Link) bei nebligen Wetter. Der große Gemeinschafts-Schlafplatz ist Ornithologen schon lange bekannt. Auf Nachfrage teilte der Kreis Hochsauerland mit: "Die Windkraftanlage von Meerhof wurde aufgrund der Umweltverträglichkeitsstudie vom ....2006 genehmigt. Daraus geht nicht hervor, dass sich, zum damaligen Zeitpunkt, in der Nähe der Fläche ein größeres Vorkommen von Rotmilanen oder anderen Greifvögeln zu verzeichnen war."
In der Nähe auf dem Gebiet des Kreises Paderborn bei Gut Wohlbedacht wurden 2 große WEA weniger als Dreihundert Meter von einem bekannten Rotmilanbrutplatz am Waldrand genehmigt. Im Jahr 2012 brütete hier der Rotmilan nachweislich, 2013 beobachtete hier ein Gutachter während einer Raumnutzungsanalyse keinen Rotmilan, was zur Genehmigung führte. Auch 2014 brütete hier wieder der Rotmilan.
In einem weiteren Fall wurde eine privilegierte WEA 2009/10 westlich Menzel im VSG Hellwegbörde genehmigt, die nur etwa 150 m von einem traditionellen Gemeinschafts-Schlafplatz des Rotmilans entfernt ist (Foto hier). Inzwischen wurde das Schlafgehölz, eine Pappelreihe, gefällt.
 
Von den 8 Totfunden des Rotmilans in der Hellwegregion stammen allein 4 aus der Phase der nachbrutzeitlichen Schlafplatz-Ansammlungen, also von August bis Oktober. Das Vogelschutzgebiet Hellwegbörde und benachbarte Flächen weisen überregional bedeutende Gemeinschaftsschlafplätze des Rotmilans auf, wie großflächige Erfassungen in den Jahren 2009 bis 2012 zeigten (Artikel zum Downloaden hier).

P1010568kleinP1010570klein2Meerrhof_Rotmilanschlaf_24Aug2010 Mäusebussard Buteo buteo unter WEA bei Ostbüren, 9. Okt.2010 J.Brune Rotmilan Milvus milvus unter WEA, Windpark Ostbüren, von Mäusebussard angekröpft (6. März 2011, J. Brune) Kopfloser Turmfalke Falco tinnunculus unter WEA im Windpark Ostbüren, Kreis Unna (F. Bergen 21. April 2011)Verstümmelter Mäusebussard Buteo buteo unter WEA südlich Geseke-Hölterberg (K.-H. Loske, 3. April 2011) Wespenbussard Pernis apivorus unter WEA bei Blomberg-Großenemarpe, Kreis Lippe (24. Mai 2011, B. Mühlenmeier) Adulter Wespenbussard Pernis apivorus unter WEA bei Blomberg-Großenemarpe, Kreis Lippe (24. Mai 2011, B. Mühlenmeier) Rotmilan Milvus milvus tot unter WEA im Windpark Ostbueren (28. April 2011, H. Illner)Fundort eines toten Rotmilans Milvus milvus unter einer Windenergieanlage bei Ostbüren (25. Sept. 2012, B.Glüer)Durch eine Windenergieanlage bei Ostbüren getöteter Rotmilan Milvus milvus (25. Sept. 2012, B.Glüer)Neuer Windpark mit rund 180 m hohen WEA (die Turmbasis ist fast hausgroß) bei Büren-Wewelsburg; genehmigt im Juni 2010 trotz naher Brutvorkommen von Wachtelkönig, Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard und Wanderfalke (28. Juni 2012, H. Illner)Rotmilan Milvus milvus unter WEA bei Bausenhagen (4. Okt. 2012, J.Brune)Neue WEA bei Gut Wohlbedacht auf der Paderborner Hochfläche; nur wenige Hundert Meter von einem traditionellen Rotmilan-Revier entfernt.  (4.6.2014, H. Illner)Auch im Sommer vermag Nebel die Sichtbarkeit von WEA, insbesondere in den höheren Lagen, stark herabzusetzen (Wohlbedacht, Kreis Paderborn; 8.7.2014, H. Illner)Auch in Tieflagen kann in der Brutzeit Nebel auftreten, der die Sichtbarkeit von WEA stark herabsetzt: Windpark zwischen Schwefe und Merklingsen im Kreis Soest am 8.8.2015 (H. Illner)
 
 

Downloads

Die Abstandsempfehungen der Landesarbeitsgemeinschaft der staatlichen Vogelschutzwarten erschienen 2007 in den Ber. zum Vogelschutz (Download PDF). Eine aktualisierte Fassung der Fachkonvention "Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brutplätzen ausgewählter Vogelarten" mit Stand 2015 ist hier herunterzuladen

Eine detaillierte Zusamenstellung von "Informationen über Einflüsse der Windenergienutzung auf Vögel. Stand 20. September 2016" wurde von T. Langemach & T. Dürr, Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg verfasst, die über das Internet verfügbar ist (Download PDF). Behandelt werden vor allem Greifvogel- und andere Großvogelarten sowie Limikolen.

 Am 2. März 2016 fand in Düsseldorf ein Workshop unter dem Titel: "Rotmilan, Schwarzstorch, Uhu und Co. Gefährdet der Windkraftausbau den Vogelschutz?" statt. Die Vortragsfolien sind unter diesem Link herunterzuladen.
Ein eigener Vortrag "Kollisionsgefährdung von Vögeln an WEA und deren Minderung mit Beispielen aus Westfalen" ist unter diesem Link herunterzuladen.

Im Oktober 2010 wurde von der EU-Kommission ein Leitlinien-Dokument mit dem Titel "Windernergieentwicklung und NATURA 2000" in englischer Sprache herausgebracht. Ein wichtiger Bestandteil dieser Leitlinie ist die Einschätzung von europäischen Vogelarten hinsichtlich ihrer Gefährdung durch Kollision an WEA oder durch Vertreibungswirkungen, die von WEA ausgehen können. Da diese Leitlinie das bis 2010 vorhandene Wissen nur unzureichend berücksichtigte, wurde eine ausführliche naturschutzfachliche Stellungnahme für eine nötige Revision dieser Leitlinie verfasst. Auf Grundlage der deutschen Fundliste von WEA-Opfern (siehe oben) und weiterer Quellen wurden 33 Brutvogelarten wie z.B. Sumpfohreule, Fischadler, Baumfalke und Wespenbussard als kollisionsgefährdet eingestuft, die in den EU-Leitlinien fehlen. Bei weiteren 19 Brutvogelarten wurde eine größere Kollisionsgefährdung ermittelt als in dem EU-Papier angegeben.

Die vollständige, englischsprachige Stellungnahme inklusive einer Liste von 91 Brutvogelarten mit der Einstufung hinsichtlich ihrer Kollisionsgefährdung an WEA kann hier als PDF herunterladen werden. Im Frühjahr 2012 erschien eine erweiterte, deutschsprachige Fassung (Download PDF).

Sammelbesprechungen neuer Publikationen zum Thema "Kollision von Großvögeln an WEA und Freileitungen" wurden im Eulen-Rundblick veröffentlicht (Download PDF), zuletzt im Frühjahr 2015 (Download PDF).

Für eine Stellungnahme der NRW-Naturschutzverbände zu einem Entwurf eines Leitfadens "Rahmenbedingungen für Windenergieanlagen auf Waldflächen in Nordrhein-Westfalen" wurde im Okt. 2011 eine Ausarbeitung zu den in NRW vorkommenden "Waldvogelarten" verfasst, die durch Windenergieanlagen (Kollision, Vertreibungswirkung, Habitatverlust/-verschlechterung) potenziell gefährdet sind (Download PDF).

Zu der Studie "Modellhafte Untersuchungen zu den Auswirkungen des Repowerings von Windenergieanlagen auf verschiedene Vogelarten am Beispiel der Hellwegbörde" wurde im März 2013 eine detaillierte naturschutzfachliche Stellungnahme verfasst (zum Download).

Im Mai 2010 wurde von der ABU der Abschlussbericht "Auswirkungen von Windenergieanlagen auf den Bestand und die Nistplatzwahl der Wiesenweihe Circus pygargus in der Hellwegbörde, Nordrhein-Westfalen" vorgelegt, der im Rahmen des vom Bundesumweltministeriums geförderten Gesamtprojektes "Greifvögel und Windkraftanlagen: Problemanalyse und Lösungsvorschläge" erstellt wurde (Download PDF).
 
Aktualisierungen der Themenseite: 19. Febr., 3. Juni, 4. Juli, 10. , 17. Sept., 30. Okt. , 14. Dez. 2010, 24. März, 15. Juni, 2. Sept., 2.,14., 25. Nov. 2011, 26. , 29. Sept., 10., 28. Nov. 2012, 19., 29. März, 12. April, 23. Mai, 11. Sept., 31. Okt., 15. Nov. 2013, 12 Jan., 19. Febr., 10., 17. April, 7.Mai, 20.Juli, 11. Aug., 12. Nov. 2014, 31.März, 21. Juni, 29. Juli, 16., 28. August, 15.Okt., 12., 30. Nov., 16. Dez. 2015, 6. und 15. Sept., 10. Okt., 13.Dez. 2016.

Die Themenseite wird bearbeitet von Hubertus Illner (h.illner@abu-naturschutz.de)
 

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