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ABU Aktuell

Unser Uhu hat eine neue Bleibe

 Der Uhu, der von der ABU seit einem halben Jahr gepflegt wurde, hat eine neue Heimat gefunden. Zwar konnte der Vogel, der mit einem Bruch im Handgelenk zu uns gelangte, nach erfolgreicher Operation mit anschließender Ausheilung der Verletzung wieder leidlich fliegen. Ein Versuch die Eule frei zu lassen zeigte aber, dass ihr dauerhafter Flug (noch) nicht möglich war. Daher nutzten wir die Möglichkeit den Uhu in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen unterzubringen. Wir brachten den stattlichen Vogel dorthin, wo er gleich eine große Rundvoliere beziehen durfte. Wir nutzten natürlich die Gelegenheit diese beachtliche und große Einrichtung zu besichtigen. Hier wird nicht nur ein enormes Artenspektrum an gefundenen Tieren aufgepäppelt oder gesund gepflegt um diese dann wieder in die Freiheit zu entlassen, vielmehr laufen hier erfolgreiche Nachzuchten des Europäischen Nerzes (nicht zu verwechseln mit dem Mink, dem Amerikanischen Nerz) sowie von Moorenten, Arten, die in Deutschland im vergangenen Jahrhundert ausstarben bzw. nur noch vereinzelt brüteten. Die so „produzierten“ Europäischen Nerze und Moorenten werden überwiegend im Bereich des nahe gelegenen Steinhuder Meeres mit gutem Erfolg ausgewildert. Diesem See statteten wir dann noch einen Besuch ab. Leider hat die andauernde Trockenheit dieses Jahres auch hier zum Verschwinden fast aller Flachwasserzonen im Umfeld des Sees geführt und freilebende Moorenten waren dementsprechend nicht zu beobachten (D. Hegemann, H. Vierhaus).

Dieser Uhu sollte nicht zum Dauerpflegling der ABU werden (H. Vierhaus)Die weißen Oberlippen sind das Artmerkmal des Europäischen Nerzes. Der Mink hat nur ein weißes Kinn (H. Vierhaus)Seiende, schlabbernde Krickenten im Flachwasser des Steinhuder Meeres (H. Vierhaus)Der "Kilimandscharo" bei Bokeloh, die Abraumhalde des Kalisalzbergwerkes bestimmt das Landschaftsbild südlich des Steinhuder Meeres (H. Vierhaus)

Neue Natur- und Landschaftsführer für die LEADER Region Lippe Möhnesee

Die neuen Naturführer mit den Bürgermeistern und Frau Dr. Gertrud Hein von der NUA und Petra Salm  (Foto: B. Beckers)Geschafft! Die schriftliche und praktische Prüfung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer haben nun 20 Teilnehmer des Lehrganges erfolgreich absolviert. Dieser wurde im Rahmen des LEADER Projektes „Natur- und Landschaftsführer für die LEADER Region Lippe-Möhnesee“ von der ABU in Kooperation mit der Biologischen Station Paderborn Senne, der NABU Naturschutzstation Münsterland und der Natur- und Umweltschutzakademie Nordrhein-Westfalen (NUA) durchgeführt. Nachdem die Teilnehmer ca. 70 Stunden in Theorie und Praxis von verschiedensten Referenten wichtiges über die Natur und die Landschaft und darüber, wie man eine gute Führung durchführt, gelernt hatten und auch noch ein schriftliche Hausarbeit abliefern mussten, stand am letzten Wochenende die Prüfung auf dem Plan.

Dabei boten die neuen Natur- und Landschaftsführer, unter denen übrigens Teilnehmer aus allen sieben Leader-Kommunen waren, den Prüferinnen, Dr. Gertrud Hein von der NUA und Petra Salm von der ABU ein facettenreiches Programm. Die phantasiereiche Übermittlung von Wissen suchte ihresgleichen. Vom Rotkäppchen mit ihrem Wolf, das die Teilnehmer in den Arnsberger Wald entführte, über ein Theaterspiel zum Thema Äpfel und das Feuermachen bis hin zur Führung durch die Lippeaue war vieles dabei.

„Es hat viel Spaß gemacht und wir haben viel gelernt“, war die einhellige Meinung der neuen Natur- und Landschaftsführer nach dem Abschluss des Lehrganges.

Mit den neuen Naturführern freuten sich auch Matthias Lürbke, Vorsitzender der der Lokalen Aktionsgruppe Lippe-Möhnesee e.V. und Bürgermeister der Gemeinde Lippetal und seine Kollegen, Bürgermeister Christian Thegelkamp aus Wadersloh und Bürgermeister Malte Dahlhoff aus Bad Sassendorf, Herr Alfons Tubes von der Stadt Soest sowie Regionalmanagerin Dr. Christian Steinbicker, Joachim Drüke, Vorsitzender der ABU und Birgit Beckers, Geschäftsführerin der Biologischen Station und natürlich auch Frau Dr. Hein und Petra Salm, die den Lehrgang durchgeführt und organisiert haben. Nach der feierlichen Übergabe gab es dann noch ein gemütliches Zusammensein bei Kaffee und Kuchen.

Karola Beerhus präsentiert ihre Führung zum Thema "Apfel" (Foto: P. Salm)hier müssen die Teilnehmer in 5 Minuten ein Feuer machenam Ende bekommen Frau Dr. Hein und Petra Salm noch ein nettes Geschenk von den Teilnehmern (Foto: B. Beckers)

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Erfolgreiche Apfelernte auf der Streuobstwiese

Die Obstbäume hängen in diesem Jahr voller Äpfel und Birnen. So war die Idee geboren, das Obst auf der Streuobstwiese in Schallern zu nutzen und das Obst zu sammeln, um daraus Saft pressen zu lassen. Mit ehrenamtlichen Helfern und Kindern der Kindergruppe hat die ABU letzten Freitag Äpfel gesammelt. Es wurde geklettert, geschüttelt, gepflückt und gesammelt. Mindestens eine Tonne ist zusammen gekommen. Spaß hatten auch alle beim Tippen, wieviel Saft es denn werden würde. Mittlerweile ist das Obst zu Saft gepresst worden. Es sind 855l abgefüllt worden. Für eine Streuobstwiese ist es wichtig dass diese regelmäßig gepflegt wird und die Bäume geschnitten werden. Denn eine gepflegte Streuobstwiese nützt vielen Tierarten wie Insekten, Igeln oder auch dem Steinkauz, der gerne in älteren Bäumen brütet.

Alle sind eifrig am Sammeln (Ralf Joest)Äpfel auf dem Boden nach dem Schütteln des Baumes (Ralf Joest) Die Ernte ist geschafft! (Ralf Joest)

Naturschutz von seiner leckersten Seite

In der Lippeaue und auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Büecke (Soest) weiden mittlerweile über 100 auerochsenähnliche Rinder, um die Landschaft naturnäher zu gestalten. Der Nachwuchs ist begehrt bei ähnlichen Projekten, so dass wir jedes Jahr Zuchttiere abgeben; auch um die Zahl der Weidetiere auf den Flächen nicht übermäßig anwachsen zu lassen. Vor allem bei den jungen Bullen bleiben aber auch jedes Jahr einige, die nach einem guten Leben in den Natur geschlachtet werden müssen, da sie für die Zucht nicht geeignet sind. Diese Bullen werden zum Teil über die ABU als 20 kg Fleischpakete direkt vermarktet. Interessenten können sich bei der ABU melden.

Eine leckere Veranstaltung zu unseren Rindern gibt es am Freitag, dem 12. Oktober im Cafe Paradies in Soest. Dort wird Fleisch von unseren "Auerochsen" im Zusammenhang mit einem Vortrag über unsere Tiere serviert. Matthias Scharf wird dabei mit vielen interessanten Bildern erläutern, wie die Rinder in den Naturschutzgebieten gehalten werden und wie die Zucht in Richtung Auerochse funktioniert. Interessenten am "Kulinarischen Salon" können beim Cafe Paradies melden (02941/14463). Eine Anmeldung ist erforderlich

Kulinarischer Salon

Gehölzarbeiten in der Woeste

In der Woeste bei Ostinghausen finden zur Zeit umfangreiche Gehölzarbeiten statt. Dafür soll die derzeitige Trockenheit ausgenutzt werden. Zur Pflege des Gebietes werden von der FA. Gebrüder Schulte aufkommende Weidengebüsche entfernt. Die Maßnahme wurde von der Gemeinde Bad Sassendorf beauftragt und erfolgt in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Soest. Sie wird von der ABU begleitet. Die Naturschutzgebiet Woeste ist Lebensraum für zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere. Viele Vögel benötigen offene Wasserflächen, und Libellen und Amphibien brauchen offene und besonnte Gewässer. Zur Erhaltung dieser Lebensräume soll der Offenlandcharakter des Gebiets wie in vielen anderen Naturschutzgebieten durch geeignete Pflegemaßnahmen gewahrt bleiben. Dafür werden in der Woeste die Wasserbüffel als große Pflanzenfresser eingesetzt. Durch ihren Verbiss entsteht ein abwechslungsreiches Mosaik aus kurzrasigen und höher aufwachsenden Bereichen. Dennoch können auch sie das Aufkommen von Bäumen und Büschen nicht vollständig verhindern. Durch die Entbuschung wird wieder offener Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen. Die Natur wird sich sehr schnell von den auf dem ersten Blick „katastophalen“ Eingriff erholen. (Ralf Joest).

In der Woeste drohen einige wertvolle Kleingewässer langsam durch Weiden zuzuwachsen (Ralf Joest)Einige Gewässer sind vollstänig trocken gefallen (Ralf Joest).  Die Trockenheit begünstigt die Durchführung der Pflegemaßnahmen (Ralf Joest)Einige Bereiche der Woeste sollen in einer größeren Maßnahme entbuscht werden (Ralf Joest)Die ansässigen Landschaftspfleger schauen neugierig zu (Ralf Joest)Auch die Wasserbüffel helfen mit und fressen gerne das Laub der gefällten Weiden (ralf Joest).

Projekt des Monats im Integrierten LIFE-Projekt Sandlandschaften

Knoblauchkröte (L. Hauswirth)Förderung und Entwicklung von Lebensräumen für die Knoblauchkröte in der Lippeaue
Schon in den 80er Jahren haben sich die jungen „Aktivisten“ der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz am Brandscherenteich bei Bad Waldliesborn des Samstags zu einer umfangreichen Entschlammungsaktion im Handbetrieb zusammengefunden. Der große künstliche Teich liegt in der Nähe der Glenne inmitten eines Sanddünenfeldes am auslaufenden Sennezug. Nicht auszuschließen, dass es dem ein oder anderen Helfer nicht bloß um die Verbesserung der Lebensräume heimischer Amphibien ging, sondern auch darum, die zu erwartende abschließenden Schlammschlacht nicht zu verpassen. Für diesen Zweck hatten unsere Mütter eine extra Kleiderkiste mit den schäbigsten Teilen vorgehalten. Der ehemalige Feuerlöschteich an der Alten Schule war unter Naturschützern schon lange als wertvoller Lebensraum seltener Pflanzen- und Tierarten wie das Sumpfblutauge und die Knoblauchkröte bekannt.

35 Jahre später spielt diese Art wieder eine Rolle bei der Arbeit der ABU: Mittlerweile wird die Knoblauchkröte sogar europaweit als so selten eingeschätzt, dass sie als Anhang IV-Art der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie besonderen Schutz genießt und mit erheblichen finanziellen und logistischen Aufwand wieder aus dieser prekären Lage herausgebracht werden soll. Obwohl der Kreis Soest nur kleinräumig über „Sandlandschaften“ verfügt, haben sich die Biologische Station der ABU und der Kreis Soest 2015 angesichts des Vorkommens der Knoblauchkröte für eine Teilnahme an einem integrierten LIFE-Projekt „Sandlandschaften“ der EU beworben und sind nun in der Lage über dieses großräumige Projekt auch Amphibienarten mit Biotop gestaltenden und Population stützenden Maßnahmen zu fördern.

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"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.