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Überlasst die Jungvögel ihren Eltern!

Immer wieder werden der ABU gerade aus dem Nestlingsstadium entwachsene Jungvögel gebracht. Sind diese an der Ahse in Lohne flügge gewordenen Gebirgsstelzen wirklich so hilflos wie sie aussehen? Nein, sie können bereits bestens fliegen. Die Geschwister haben sich entlang des Baches auf einer Strecke von über 100 Metern verteilt und werden noch viele Tage von den Eltern gefüttert, bis schließlich ihr Gefieder völlig ausgewachsen ist. Jungvögel in diesem Stadium sind also keine Findelkinder, die von Menschen aufgepäppelt werden müssen. Nein, das sollte man den Vogeleltern überlassen, die sich natürlich nicht so unvorsichtig verhalten, wie ihr Nachwuchs. Jedoch kann es schon mal nötig sein solch ein unerfahrenes Vögelchen aufzunehmen und in die Deckung eines Busches zu setzen. Vater und Mutter werden es ganz sicher finden und weiter füttern (H. Vierhaus) .

Eine gerade ausgeflogene Gebirgsstelze wartet auf der Fensterbank auf die Eltern (H. Vierhaus)Das andere Geschwisterchen ist von der langen Warterei etwas müde geworden (H. Vierhaus)Das Gebirgstelzen-Männchen wartet auf die Gelegenheit ungestört einen Jungvogel zu füttern (H. Vierhaus)

Naturführer-Lehrgang gestartet

Blick auf die Kleintierfauna der Bachsohle der Ahse (Foto: J. Drüke)Bei hervorragendem Wetter trafen sich letztes Wochenende die zukünftigen Natur- und Landschaftsführer der LEADER Region Lippe-Möhnesee zu ihrem ersten Lehrgangswochenende bei der ABU.

Nach einer Einführung von Frau Dr. Gertrud Hein von der Natur- und Umweltschutzakademie und Petra Salm, Projektleiterin bei der ABU, am Freitag ging es am Samstag vornehmlich um das Thema Gewässer in der Region. Joachim Drüke, Vorsitzender der ABU, und Olaf Zimball illustrierten auf spannende Weise die Themen Gewässertypen, Gewässerschutz, Renaturierung sowie Tiere und Pflanzen der Gewässer. Birgit Beckers brachte den Teilnehmern dann die Vogelwelt der Auen und der Feuchtwiesen nahe.

Nachmittags ging es bei herrlichen Sonnenschein raus an die Gewässer. Von der Kleintierfauna der Bachsohle der Ahse über die renaturierte Lippe bis zu den Brut- und Rastvögeln reichte das Spektrum dessen, was man bei der Exkursion bestaunen konnte.

Der Sonntag war dann den Themen Boden, Geologie, Grünland, Niedermoore und Feldlandschaften gewidmet. Dr. Frank Erlach und Carsten Rocholl führten „in den Untergrund“ und brachten auch gleich Anschauungsmaterial mit. Was ist eine Feuchtwiese und was ein Trockenrasen und wieso gibt es in unserer Region Niedermoore? Diese Themen wurden von Luise Hauswirth anschaulich erklärt, bevor der Nachmittag den Feldlandschaften gewidmet wurde.

Warum unsere Ackerlandschaften für Flora und Fauna wichtig sind und was man zum Erhalt der Vielfalt in der Hellwegbörde machen muss, erläuterte Dr. Ralf Joest in einem spannenden Vortrag und draußen in der Feldflur bei der anschließenden Exkursion. Den Abschluss bildete der Ausflug in das Kleinod der Gemeinde Bad Sassendorf, das Niedermoor Woeste bei Bettinghausen.

Alles in allem ein sehr erlebnisreiches und lehrreiches Wochenende, resümierten die Teilnehmer einvernehmlich am Sonntagabend. Und, so ein Teilnehmer, „wir sind bereits an dem ersten Wochenende zu einer tollen Gruppe zusammen gewachsen".

Vortrag über Wiesenvögel von Birgit Beckers (Foto: J. Drüke)Anschließend konnten die Vögel in den Ahsewiesen beobachtet werden (Foto: P. Salm)Gegen Ende des ersten Tages ging es in die Klostermersch (Foto: R. Vierhaus)Am Sonntag befassten sich die Teilnehmer unter Leitung von Dr. Ralf Joest mit den Feldlandschaften (Foto: R. Vierhaus)

Das Rennen um die Vögel - Birdrace im Kreis Soest

Das Team "Birding to Hellweg" in der Hellwegbörde (von links nach rechts Marvin Fehn, Christian Härting, Fabian Karwinkel, Niklas Kolbe)  (Foto: C. Härting)In Deutschland gibt es rund 280 regelmäßige Brutvogelarten. Hinzu kommen Durchzügler und seltene Ausnahmeerscheinungen. Insgesamt eine große Vielfalt an Vogelarten! Diese Vielfalt gilt es beim Birdrace am ersten Maiwochenende jeden Jahres vor das Fernglas zu bekommen. Das Rennen startet ab Mitternacht und beobachtet werden darf im jeweiligen Kreis. Im Vordergrund stehen der Spaß und Nervenkitzel beim Zusammensuchen der Arten. Seit 2004 wird das Birdrace vom Dachverband Deutscher Avifaunisten organisiert (DDA). Beim diesjährigen Birdrace gingen deutschlandweit rund 350 Teams mit über 1200 Teilnehmern an den Start.

Der Kreis Soest bietet mit Lippeaue, Hellwegbörde und Arnsberger Wald eine reiche Palette an unterschiedlichen Lebensräumen und hat damit ein hohes Potential für viele Vogelarten. In diesem Jahr trat das Team „Birding to Hellweg“ im Kreis Soest an. Das Rennen begann gegen 3 Uhr nachts im Arnsberger Wald, führte über den Möhnesee und den Kleiberg in die Lippeaue von Lippborg bis Lippstadt, weiter in die Hellwegbörde von Geseke bis Erwitte und endete schließlich um 22 Uhr im Kurpark von Bad Sassendorf. Insgesamt konnte das Team 119 Vogelarten beobachten – von Allerweltsarten bis hin zu Highlights wie Sperlingskauz und Trauerseeschwalben. Insgesamt ist der Kreis Soest mit seinen vielfältigen Lebensräumen und abwechslungsreichen Naturschutzgebieten ein spannendes Gebiet zum Beobachten und Entdecken der heimischen Vogelwelt! Die Liste mit 119 Arten in diesem Jahr kann in den nächsten Jahren sicherlich noch getoppt werden (C. Härting).

Exkursion in die Lohner Feldflur

Feldlerche Niederrhein (H. Glader)Am kommenden Sonntag, dem 6. Mai 2018 lädt Ralf Joest von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz zu einer Wanderung durch die Lohner Feldflur ein. Die knapp dreistündige Route führt durch das ländliche Dorf Lohne in die umliegenden Feldfluren. Schwalben, Hausrotschwanz, Spatzen und die Dohle sind typische Vogelarten ländlicher Siedlungen. Die offenen Feldfluren der Hellwegbörde rund um Lohne sind auch Lebensräume für Pflanzen und Tiere der Felder. Überall der Gesang der Feldlerche zu hören und die seltene Wiesenweihe ist eben aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt. Auf der Exkursion werden auch Schutzmaßnahmen für Feldvögel im Rahmen des Vertragsnaturschutzes vorgestellt. Treffpunkt ist um 09:00 an der Biologischen Station der ABU in Bad Sassendorf Lohne (Ralf Joest).

Zwerggänse jetzt an der Oder

Im vergangenen November tauchten plötzlich 24 diesjährige Zwerggänse in der Disselmersch auf. Sie waren beringt und stammten aus einem Schutzprojekt aus Schweden. Bis Ende März blieben sie, wechselten immer wieder von der Disselmersch in die Ahsewiesen und zurück, zuletzt waren sie meist in den Ahsewiesen. Ende März ziehen Zwerggänse typischerweise in das Brutgebiet in Schweden mit einem Zwischenstopp in Dänemark. Auch "unsere" Zwerggänse zogen Ende März ab. Am 24.4. wurden nun 20 von ihnen an der Oder bei Schwedt (bei Zützen) entdeckt. Anhand der Ringe konnten sie erkannt werden. Wo die anderen 4 geblieben sind, ist nicht bekannt. 

Vertragsnaturschutz in der Hellwegbörde

Im laufenden Jahr wurden von Landwirten in der Hellwegbörde im Rahmen der Hellwegbördevereinbarung 55 Vertragsnaturschutzflächen mit einer Gesamtfläche von 73 ha angelegt. Die Mittel stammen von den Unternehmen der Steine- und Erdenindustrie. Dazu kommen viele weitere Flächen aus dem Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) des Kreises Soest. Bei einer Rundfahrt gestern waren alle Vertragsflächen der Hellwegbördevereinbarung - von ganz wenigen "Schusseligkeiten" abgesehen - in gutem Zustand. Die unterschiedlichen Vertragstypen bieten Lebensräume für verschiedene Arten und ihre unterschiedlichen "Bedürfnisse". Extensiviertes Sommer- und Wintergetreide ermöglicht es den Vögeln durch den größeren Reihenabstand, sich am Boden zu bewegen und Nahrung zu suchen. Durch Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und Dünger bieten Ackerwildkräuter und Insekten hier ausreichend Nahrung. Selbst begründende Brachen mit lückiger Vegetation werden als "Feldvogelinseln" zum Beispiel von Kiebitzen besiedelt. Mit Luzerne eingesäte Flächen bieten Deckung für die Nester. Ihre Blüten sind Nahrungsquelle für Blüten besuchende Insekten. Ein Faltblatt über die Vertragsangebote der Hellwegbördevereinbarung finden sie hier. Eine Überischt der Angebote des KULAP hier (Ralf Joest).

     Extensiviertes Sommergetreide bei Geseke (25.4.2018; Ralf Joest)Auf dieser "Kiebitzinsel" haben sich zwei Kiebitzpaare angesiedelt (25.4.2018, Ralf Joest)Ältere begrünte Brache bei Enkesen im Klei mit einem Rebhuhnpaar (24.4.2018, Ralf Joest)Luzernebrache bei Lohne (24.4.2018, Ralf Joest)

Mit WDR 5 der Natur auf der Spur: Durch die Soester Börde von der Woeste bis ins Bad Sassendorf

Unter diesem Motto stand die Wanderung, an der gestern gut 50 Menschen zwischen 5 und 75 Jahren aus ganz NRW teilnahmen. Startpunkt der Wanderung war das NSG „Woeste“ bei Ostinghausen, ein in die Feldlandschaft eingebetteter Rest eines Kalkflachmoores. Hier konnten unter anderem Weißstörche, Rotmilane, Baumfalken und Kampfläufer sowie die imposanten Wasserbüffel beobachtet werden. Von dort aus ging es durch Bettinghausen und die offenen Feldfluren der Hellwegbörde bis zur ABU-Obstwiese Schallern. Nächstes Ziel war das NSG „Ahse nördlich Lohne“ und die Ahsequelle mit der Biologischen Station der ABU in Lohne. Letztes Ziel war von hier aus der Jahnplatz in Bad Sassendorf, wo rechtzeitig vor dem Regen Eis oder Kaffee und Kuchen warteten. Entlang der Wanderung erläuterten Achim Berger und Ralf Joest von der ABU Besonderheiten der Landschaft und ihrer Lebensräume. Auch die auf dem ersten Blick eintönige Bördelandschaft hat noch viele interessante Aspekte zu bieten.

Seit 16 Jahren gehen WDR 5 und die LNU gemeinsam wandern. Die LNU – das ist die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW, ein eingetragener Dachverband, unter dessen Hut gegenwärtig 90 lokale und regionale Vereine aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens zusammengeschlossen sind, die ein Ziel vereint: Schutz von Natur und Landschaft. Die nächsten Wanderungen in NRW können hier eingesehen werden.

Die jüngste Teilnehmerin erkundet die Obstwiese Schallern (Ralf Joest) Zwölf Kilometer ging die Wanderung durch die Soester Börde (Ralf Joest)Pause am Wegrand (Ralf Joest)

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